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Drei Jahre Haft für tibetischen Guide
wegen Emails und SMS
china-observer.de,
27.06.2009
Wie die Strafverfolgung
behauptet, habe er in diesen
Nachrichten
die Fakten und die tatsächliche Lage in den tibetischen Gebieten
nach den Ereignissen vom 14. März im Hinblick auf die soziale
Stabilität verzerrt dargestellt“, ein Delikt, das nach ihrer Ansicht
eine harte Bestrafung verdiene.
Dieser Fall ist in jeder Hinsicht
bemerkenswert. Erstens ist es der einzige Dui Hua bekannte Fall
einer Verurteilung in der Provinz Yunnan wegen eines „Verbrechens
gegen die Staatssicherheit“ im Zusammenhang mit den Protesten der
Tibeter 2008.
Zweitens ist es höchst
zweifelhaft, ob die Anklage „Aufhetzung zum Separatismus“ überhaupt
anwendbar ist. Der Inhalt der
Nachrichten
wurde nirgendwo spezifiziert und es ist fraglich, ob Personen, die
nicht in China leben, überhaupt dazu in der Lage wären, Akte zu
begehen, welche „die Nation spalten oder die nationale Einheit
untergraben“. Daher hätte argumentiert werden können, daß Gonpo
Tsering sich gar nicht bewußt war, daß er durch seine
Nachrichten
zum Separatismus aufhetzen“ könnte und er das auch nicht
beabsichtigte. Ein solches Argument hätte ein Verteidiger in diesem
Fall vorbringen können. Leider scheint es, daß Gonpo Tsering
zumindest bei seiner Berufungsverhandlung nicht anwaltlich vertreten
war. Die meisten Anwälte scheuen sich nämlich davor, die
Verteidigung in politischen Fällen zu übernehmen, weil vor einiger
Zeit diejenigen, die sich bereit erklärt hatten, Tibeter zu
verteidigen, mit ernsthaften Konsequenzen bedroht wurden.
Und schließlich zeigt der Fall von
Gonpo Tsering sowohl welches Ausmaß die Überwachung der
Kommunikation zwischen Tibetern und Ausländern nach den Protesten
angenommen hat als auch, wie niedrig in solchen Fällen die Schwelle
für ein Strafverfahren ist.
Wir kennen den Inhalt der
wenigen von Gonpo Tsering verfaßten
Nachrichten
nicht, aber wegen dieser wenigen an Personen außerhalb Chinas
gesandten Botschaften wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt. Diese
intensive Überwachung und die potentiellen Folgen, die einer Person
drohen, die dabei erwischt wird, daß sie Ausländern die falschen
Dinge erzählt, erklären das Zögern der Tibeter, über das zu
sprechen, was sie gesehen und erlebt haben.
Es ist weitgehend dieser
Zurückhaltung zuzuschreiben, daß die offizielle chinesische
Darstellung der
Ereignisse
so breiten Raum gewinnen konnte. Der Beobachter fragt sich, welche
Strafen gegen diejenigen Tibeter verhängt werden, die verhaftet
wurden, weil sie mehr als Gonpo Tsering gesagt oder getan haben.
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