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Tibet: Erneut grosses Polizeiaufgebot
in Lhasa - Journalisten-Besuch in Lhasa
china-observer.de, 08.06.2009
Die Situation in
Lhasa ist sehr angespannt, und die Tibeter leben in einer Atmosphäre
permanenter Repression und Furcht. Sie ziehen es daher vor, zuhause
zu bleiben, anstatt ihrer täglichen religiösen Praxis der rituellen
Umrundung der Tempel nachzugehen. So eine Situation hat es noch nie
gegeben.
Ein weiterer Name
ist auf der Liste jener Tibeter, die bei den Protesten im März ums
Leben kamen, zu verzeichnen: Die 27 jährige Tsomo, gebürtig aus Ema
Gangshang im Kreis Namling in der Präfektur Shigatse, wurde am 14.
März 2008 vor dem Jokhang in Lhasa erschossen.
Als Reaktion auf
die vielen friedlichen Proteste und Demonstrationen wurde das
Militär- und Polizeiaufgebot in Kardze erheblich aufgestockt.
Dennoch gibt es immer wieder Tibeter, die sich nicht abschrecken
lassen und wieder protestieren.

Staatlich
arrangierter Journalisten-Besuch in Lhasa - Festnahmen in Kardze
Der
Nachrichtenagentur Xinhua zufolge sind 31 Journalisten aus Hongkong,
Macau und Taiwan am 2. Juni in Lhasa eingetroffen. Sie werden sich
in den kommenden drei Tagen ein Bild der Situation in Lhasa und der
Gegend von Lhoka machen und haben zugestimmt, die Ergebnisse ihrer
Beobachtungen zu veröffentlichen. Unter diesen Journalisten gibt es
jedoch keine Vertreter aus anderen Ländern, als solchen, die unter
dem Einfluß Chinas stehen. Obwohl die Agentur Xinhua berichtet, die
Journalisten dürften frei Bericht erstatten, heißt es an anderer
Stelle auf der Xinhua-Website, die Orte, die sie besuchen und die
Personen, die sie interviewen werden, seien alle von der
chinesischen Regierung ausgesucht und die Leute vorher instruiert
worden. Daher dürfte klar sein, daß es keine objektive
Berichterstattung geben wird.
Einer zuverlässigen
Quelle zufolge kam es um die Mittagszeit am 31. Mai zu einer
weiteren friedlichen Demonstration einer einzigen Person: Die
20jährige Tibeterin Jampa Diki forderte Freiheit für Tibet. Die
Bewaffnete Volkspolizei (PAP) schritt sofort ein und schlug sie so
brutal zusammen, daß sie stark am Kopf blutete. Danach wurde sie
gleich weggebracht.
Bei einem weiteren
Zwischenfall am 22. Mai wurde der 18jährige Mönch Ogen Tashi aus dem
Kloster Tsi-Tsang verhaftet, weil er friedlich seine Überzeugung
bekundete, indem er ein großes Bild Seiner Heiligkeit des Dalai Lama
hochhielt. Am 15. Mai wurde bei einem ähnlichen Vorkommnis der
18jährige Mönch Dorjee Tashi aus Se-Ngo Shang in Kardze verhaftet,
der ebenfalls seine Meinung auf friedliche Weise geäußert hatte. Es
ist allgemein bekannt, daß Demonstranten, gleichgültig welchen
Geschlechtes oder Alters, in der Haft exzessiver Folter ausgesetzt
werden, wodurch sie oft schwere Verletzungen davontragen.
Als Reaktion auf
die vielen friedlichen Proteste und Demonstrationen wurde das
Militär- und Polizeiaufgebot in Kardze erheblich aufgestockt.
Dennoch gibt es immer wieder Tibeter, die sich nicht abschrecken
lassen und wieder protestieren.
Angesichts der kritischen Situation in
Tibet
appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale
Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden Forderungen
anzunehmen:
-
unverzüglich unabhängige
Untersuchungskommissionen nach
Tibet
zu entsenden;
-
unverzüglich der freien
Presse Zugang zu ganz
Tibet
zu gewähren;
-
unverzüglich dem brutalen
Morden in ganz
Tibet
ein Ende zu setzen;
-
unverzüglich für die sofortige Freilassung aller
festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
-
unverzüglich die medizinische Versorgung der
verletzten Tibeter zu ermöglichen;
-
die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der
Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern
sicherzustellen.
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