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Weitere Festnahmen und explosive Lage
in Osttibet
china-observer.de, 21.06.2009
Seit dem Aufstand vom vergangenen Jahr, der sich von der tibetischen
Hauptstadt Lhasa aus rasend schnell in die benachbarten Provinzen
ausbreitete, haben die chinesischen Behörden ihre Sicherheits- und
Überwachungsmaßnahmen in allen tibetischen Gebieten massiv
verstärkt. Es ist seither sehr schwierig geworden, Informationen aus
erster Hand zu erlangen.
Einer Quelle namens Samten zufolge versuchten die Behörden in sechs
Klöstern in Jomda die Durchführung der „Patriotischen Umerziehung“
zu erzwingen. In einem davon, dem Kloster Nyedo, verhafteten sie
drei Mönche und einen Gehilfen und setzten sie im örtlichen
Haftzentrum fest.
Die festgenommen Mönche werden als Lore Tseten, 32, Dudjom, 23, und
Choekyi Nyima, 32, angegeben. Hunderte Tibeter aus neun Dörfern
hätten sich vor dem Haftzentrum versammelt und ihre Freilassung
gefordert, fügte er hinzu. Daraufhin seien hinderte von
Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen die Menge vorgegangen, wodurch
zahlreiche Demonstranten ohnmächtig geworden und ins Krankenhaus
gebracht worden seien.

„Ein Tibeter namens Kalsang, der früher in der chinesischen Armee
gedient hatte und gut Mandarin sprach, ging auf die Polizisten zu,
um sie zu bitten, das Versprühen des giftigen Gases einzustellen.
Als Antwort schlugen sie ihn zusammen.“ Später am Tag hätten dann
tibetische Respektspersonen bei den chinesischen Behörden die
Freilassung der Mönche erwirkt.
Indessen haben viele Mönche ihre Klöster verlassen, um sich der
“Patriotischen Umerziehung“ zu entziehen, weil sie dabei ihr
Oberhaupt, den Dalai Lama, und die tibetische Regierung-im-Exil
beschimpfen müssen, sagte Samten.
Ein anderer in Jomda gebürtiger Tibeter mit Namen Dorje gab an, man
habe den Klöstern eine Frist bis zum 18. Juni gesetzt, um sich der
„Patriotischen Umerziehung“ zu fügen und den Dalai Lama und die
Exilregierung vor laufender Kamera zu verurteilen. Ansonsten droht
ihnen die Schließung. „Wenn sie nicht beugen, werden alle Klöster in
der Gegend geschlossen und die Mönche verhaftet und weggeschafft“,
sagte er.
Am 5. Januar 2009 verlautete aus tibetischen und chinesischen
Quellen, in einem Regierungsgebäude in Jomda sei es zu einer
Explosion gekommen, bei der mehrere Häuser und Autos, aber keine
Personen zu Schaden kamen.
Tibet ist weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt, seit es im
letzten Jahr zu anfangs friedlichen Demonstrationen in der
Hauptstadt Lhasa kam, die später in Krawalle ausarteten und bei
denen mindestens 22 Personen ums Leben kamen.
Die Proteste breiteten sich in drei benachbarte Provinzen aus,
woraufhin China seine Militärpräsenz drastisch verschärfte. Der
tibetischen Regierung-im-Exil zufolge starben mindestens 220 Tibeter
und etwa 7.000 wurden bei den darauffolgenden Polizei-Razzien
verhaftet.
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