Chinesisch-tibetische
Gespräche am Dienstag und Mittwoch
Zwei Abgesandte des Dalai
Lama kommen am Dienstag und Mittwoch mit chinesischen
Regierungsvertretern zusammen, wie der Ministerpräsident der
tibetischen Exilregierung in Nordindien, Samdhong Rimpoche,
mitteilte.
Die Gesandten träfen am
Montag in Peking ein. Es gehe dabei um die Fortsetzung eines
formellen Dialogs, der 2002 begonnen habe.
Das letzte Treffen hatte
am 4. Mai in der chinesischen Stadt Shenzhen stattgefunden.
Die Führung in Peking hatte den Dalai Lama für die
antichinesischen Proteste in der tibetischen Hauptstadt
Lhasa im März verantwortlich gemacht.
Der chinesische Staats-
und Parteichef Hu Jintao hatte vom tibetischen
Exil-Oberhaupt und dessen Anhängern zuletzt mehr
„Aufrichtigkeit“ gefordert. Während seines jüngsten
Staatsbesuches in Japan sagte Hu, die Gespräche in Shenzhen
seien „gewissenhaft und ernsthaft“ gewesen.
Beide Seiten hätten eine
Fortsetzung der Kontakte vereinbart. Hu warf den Anhängern
des Dalai Lama vor, die März-Unruhen angezettelt zu haben,
um die Olympischen Spiele in Peking im Sommer zu stören. Die
Versuche, Tibet von China abzuspalten, müssten gestoppt
werden.
Auch nach der
Wiederaufnahme der Gespräche im Mai hatte die chinesische
Führung ihre Verbalattacken gegen das tibetische
Exil-Oberhaupt fortgesetzt.
Der Dalai Lama hatte die
chinesische Siedlungspolitik in Tibet als „kulturellen
Völkermord“ verurteilt. Die massive Ansiedlung von Chinesen
sei eine „demografische Aggression“, um die Tibeter zur
Minderheit im eigenen Lande zu machen. Chinas kommunistische
„Volksbefreiungsarmee“ war 1950 in Tibet einmarschiert.
Im März 1959, nach der
Niederschlagung einer Volkserhebung, waren der 14. Dalai
Lama, Tenzin Gyatso, und die tibetische Regierung mit mehr
als 100.000 Landsleuten nach Indien geflohen.
Der
Friedensnobelpreisträger hat Peking wiederholt schwere
Menschenrechtsverstöße in seiner Heimat vorgeworfen, unter
anderem Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen.