Steinmeier will in China Tibet-Konflikt ansprechen
Berlin (Reuters) - Außenminister
Frank-Walter Steinmeier will bei
Gesprächen in China die
umstrittene TibetPolitik der
kommunistischen Führung
ansprechen.
"Wir
führen einen offenen und wo nötig auch kritischen Dialog
mit China, auch zu Tibet", sagte Martin Jäger, Sprecher
des Auswärtigen Amtes, am Mittwoch in Berlin. Steinmeier
sollte am Donnerstag nach Peking reisen, wo Anfang
August die Olympischen Sommerspiele beginnen.
Steinmeier hat sich nach der Niederschlagung der
tibetischen Proteste im März für einen Dialog zwischen
der Volksrepublik und der tibetischen Exil-Regierung
eingesetzt. Aus Rücksicht auf die kommunistische
Regierung vermied er jedoch ein Treffen mit dem
tibetischen Oberhaupt Dalai Lama, als dieser im Mai
Deutschland besuchte. China hat unter dem
internationalen Druck neue Tibet-Gespräche aufgenommen,
sie wurden jedoch zuletzt wegen des Erdbebens in der
südwestlichen Provinz Sichuan aufgeschoben. Die
Volksrepublik wirft den Tibetern Separatismus und die
Sabotage der Olympischen Spiele vor. Der Dalai Lama hat
wiederholt erklärt, für mehr Autonomie und kulturelle
Rechte zu kämpfen.
Steinmeier trifft am Freitag den chinesischen
Ministerpräsident Wen Jiabao und seinen Amtskollegen
Yang Jiechi. Am Sonntag reist er ins Erdbebengebiet und
besucht dort deutsche Hilfskräfte, die unter anderem ein
mobiles Krankenhaus aufgebaut haben.