Proteste in
Peking
Deutscher
Tibet-Demonstrant festgenommen
09.
August 2008 Am ersten Wettkampftag der
Olympischen Spiele haben ausländische
Demonstranten gegen die chinesische Herrschaft
in Tibet und Menschenrechtsverletzungen in China
demonstriert. Bei dem Protest auf dem Platz des
Himmlischen Friedens (Tian'anmen) in Peking
wurden fünf Ausländer, darunter ein Deutscher,
festgenommen. Dies berichtete John Hocevar von
der Organisation „Students for a Free Tibet“ der
Deutschen Presse-Agentur (dpa). Während der
Eröffnungsfeier am Vortag waren nahe des
Nationalstadions schon drei Tibet-Aktivisten
abgeführt worden. Sie wurde am Samstag
abgeschoben. Zwischenfälle gab es auch zum
Auftakt der Pferde-Wettbewerbe in Hongkong.
Bei der Aktion
auf dem streng gesicherten Tian'anmen-Platz im
Herzen der chinesischen Hauptstadt legten sich
vier Aktivisten eingewickelt in eine tibetische
Flagge wie sterbend auf den Boden. Ein anderes
Mitglied der Gruppe habe rund 200 Zuschauern den
Zweck der Aktion erklärt, berichtete Hocevar,
der den Protest auf dem Platz, auf dem sich vor
19 Jahren ein Massaker chinesischer Truppen an
Demonstranten ereignet hatte. Nach etwa zehn
Minuten hätten Zivilpolizisten die Demonstranten
abgeführt. Das Schicksal der drei amerikanischen
Bürger, eines Kanadiers und des Deutschen war
unklar. Die deutsche Botschaft konnte die
Festnahme des 21-Jährigen bisher nicht offiziell
bestätigen.
„Stimme des
tibetischen Volks Gehölr verschaffen“
„Die Welt
schaut heute auf China, während die Olympischen
Spiele beginnen“, teilte die Gruppe „Students
for a Free Tibet“ mit. „Mit dieser Aktion wird
der Stimme des tibetischen Volkes Gehör
verschafft, trotz der Versuche der chinesischen
Behörden, sie zum Schweigen zu bringen.“ Die
Direktorin der Gruppe „Lhadon Tethong“ sagte:
„Der chinesischen Regierung darf nicht erlaubt
werden, die Olympischen Spiele dazu zu benutzen,
die Wirklichkeit ihrer unerbittlichen Herrschaft
über Tibet zu verstecken.“
Nach dem Ausbruch der
Proteste der Tibeter gegen
die chinesische
Fremdherrschaft in dem
größten Hochland der Erde im
März hatten Demonstrationen
gegen Chinas Tibet-Politik
schon den internationalen
Teil des olympischen
Fackellaufes behindert.
Proteste auch bei
Reiter-Wettkämpfen in
Hongkong
Nach der Aktion auf dem
Tian'anmen beschrieb
Augenzeuge Hocevar die
Reaktion der
Sicherheitskräfte als eher
zurückhaltend. „Dagegen
wurden unsere Leute gestern
innerhalb von einer Minute
zu Boden gerissen“, verwies
er auf den Protest von drei
Mitgliedern der Gruppe, die
während der spektakulären
Eröffnungsfeier in der Nähe
des weiträumig abgesperrten
Nationalstadions eine
tibetische Flagge
hochgehalten hätten. Schon
am Mittwoch hatten vier
ausländische
Tibet-Aktivisten nahe des
Olympia-Geländes zwei Masten
erklommen und Banner mit
„Freiheit für Tibet“
aufgehängt. Sie wurden auch
am nächsten Tag aus China
abgeschoben.
Auch bei
den
Pferdesport-Wettbewerben
in
Hongkong
kam es
zu
Protesten.
Eine
Studentin
schrie
während
der
Vielseitigkeitsprüfung
Parolen
und
zeigte
ein
Plakat.
Sie
wurde
umgehend
abgeführt.
Zuvor
waren
zwei
Menschen
des
Geländes
verwiesen
worden,
die eine
tibetische
Fahne
eingeschmuggelt
hatten.
Schon
bei der
Eröffnungszeremonie
am
Vorabend
hatten
rund 50
Menschen
vor dem
Gelände
des
berühmten
Hongkong
Jockey
Clubs
gegen
die
Verletzung
der
Menschenrechte
durch
die
chinesische
Regierung
protestiert.
Chinese
fühlt
sich
unzureichend
entschädigt
In
Peking
kam es
am
Samstag
am
Eingang
des
Medienzentrums
zu einem
weiteren
Zwischenfall,
als ein
ehemaliger
Anwohner
des
Olympia-Parks
protestierte.
Der Mann
beklagte,
nach dem
Abriss
seines
Hauses
unzureichend
entschädigt
worden
zu sein.
Er
forderte
sein
Recht
ein, mit
ausländischen
Medien
sprechen
zu
dürfen.
Anwesende
Polizisten
ließen
den wild
gestikulierenden
Mann
gewähren,
versuchten
ihn aber
zu
überzeugen,
den
Protest
aufzugeben.
Mehrere
Journalisten
verfolgten
die
Szene.
Nach
etwas
mehr als
einer
halben
Stunde
war der
Mann
verschwunden.
„Am Ende
hat die
Polizei
ihn wohl
doch
abgeführt“,
sagte
eine
Frau,
die
direkt
daneben
Anstecker
verkauft
hatte.