Westliche Demonstranten vor Olympia in Peking festgenommen
Peking
(AFP) — Zwei Tage vor der Eröffnung der Olympischen
Spiele hat die Polizei in Peking sieben westliche
Demonstranten nach einer spektakulären Protestaktion
festgenommen. Nahe des Olympia-Stadions forderten vier
Aktivisten aus den USA und Großbritanien Freiheit für
Tibet, wie die Organisatoren der New Yorker Initiative
Studenten für ein freies Tibet mitteilten. Am Rande des
Tiananmen-Platzes führte die Polizei drei christliche
Kritiker der chinesischen Politik aus den USA ab.
US-Präsident George W. Bush zeigte sich "tief besorgt"
über die Menschenrechtslage in China.
Die Gruppe Students for A Free Tibet (Studenten für ein freies Tibet) veröffentlichte Bilder, die zeigten, wie zwei Männer vor dem Olympia-Stadion Strommasten hinaufkletterten, um tibetische Flaggen und zwei Banner zu befestigen. Die Transparente seien eine Stunde lang zu sehen gewesen, teilte die Gruppe mit, die für Tibets Unabhängigkeit von China eintritt. Auf dem einen stand demnach auf Englisch "Eine Welt, ein Traum, befreit Tibet", auf dem zweiten auf Englisch "Tibet wird frei sein" und auf Chinesisch "Befreit Tibet".
Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, nach dem Entrollen des ersten Transparents bis zur Festnahme der Demonstranten seien zwölf Minuten vergangen. Die chinesischen Olympia-Organisatoren verurteilten den Protest aufs Schärfste. Die vier Ausländer hätten sich "illegal versammelt", kritisierte der Sprecher des Organisationskomitees.
Die drei am Tiananmen-Platz demonstrierenden Christen protestierten gegen die "brutale Unterdrückung von religiösen und Menschenrechten sowie gegen Zwangsabtreibungen", wie der Sprecher der in den USA ansässigen Christian Defence Coalition sagte. Seinen Angaben zufolge brachten Polizisten in Zivil die drei US-Bürger, die ein Transparent mit der Aufschrift "Jesus Christus ist König" auf Englisch und Chinesisch trugen, in einem Polizeiwagen weg.
Bush, der am Freitag an der Eröffnung der Spiele teilnimmt, forderte von der chinesischen Führung, die Verhaftung von Regierungskritikern zu stoppen und Grundrechte wie Presse-, Versammlungs- und Religionsfreiheit zu gewährleisten. Über 100 Sportler aus aller Welt richteten einen öffentlichen Menschenrechtsappell an den chinesischen Präsidenten Hu Jintao. Zu den Unterzeichnern gehört neben zahlreichen diesjährigen Olympia-Teilnehmern der dreifache Olympiasieger Michael Groß. Amnesty International und die International Campaign for Tibet erklärten sich mit dem Aufruf solidarisch.
