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Buttertee und Gerstenbier
Niederösterreichische
Nachrichten, 30.01.07
INDIEN / „Wie
Tibet v or
zwanzig Jahren“: So schwärmen viele über Ladakh – das „kleine Tibet“
im nordindischen Himalaya-Massiv.
VON JÖRG REDL
Weit
schweift der Blick vom Dach des Klosters Tikse zur schneebedeckten
Ladakh-Kette auf der anderen Seite des breiten Tals, in dem der noch
junge Indus fließt.
Die
Sonne versteckt sich hinter den Wolken, und so frösteln in der
kühlen Morgenluft nicht nur wir, sondern auch die beiden Mönche
neben uns. Nach einem Blick auf die Uhr nehmen sie ihre Rangdums
auf, holen tief Luft und blasen kräftig in die meterlangen
„Alphörner“: Mit dem tiefen, ein wenig heiseren Brummen der
Instrumente rufen sie ihre Mitbrüder in den Dukhang zur Pudscha.
Auch wir dürfen dieser Andacht beiwohnen und verharren still in
einer Ecke des reich mit Buddha- und Heiligenstatuen geschmückten
Versammlungsraums. Die Mönche haben in langen Reihen im „Lotussitz“
Platz genommen. Auf niedrigen Tischen vor ihnen liegen Kultgeräte
und Bücher mit buddhistischen Texten, die sie jedoch weitgehend
auswendig rezitieren. Das gleichförmige Gemurmel droht uns bereits
einzuschläfern, da zerreißen plötzlich Trompetenstöße, begleitet von
Trommelschlägen, die feierliche Atmosphäre. Dann geht das fromme
Raunen weiter.
Teezeit
bei den Mönchen
Allmählich tun uns alle Glieder weh – sind wir es doch nicht
gewohnt, mit verschränkten Beinen zu sitzen. Gerne würden wir
aufstehen, doch wir fürchten, die Gebetsstunde zu stören, wenn wir
jetzt den Dukhang verlassen. Da naht Rettung in Gestalt eines in
Mönchsrot gekleideten Buben, der eine Riesenkanne schleppt.
Vorsichtig gießt der Novize eine braune Flüssigkeit in die fein
gedrechselten hölzernen Schalen, die jeder Klosterbruder vor sich
stehen hat. Ein eigenartiger Geruch breitet sich aus: It‘s teatime!
Zwar mit Buttertee, aber diese Teepause verschafft uns immerhin die
Gelegenheit zum diskreten Aufbruch.
 Entgegen
einer weit verbreiteten Meinung verlangt Buttertee keineswegs
ranzige Zutaten. Nur wenn das Fett monatelang ungekühlt in
Ziegenhäuten aufbewahrt wird, bekommt es naturgemäß ein kräftigeres
Aroma. Eine Kostprobe ist dieser Leibtrunk der Ladakhi (und auch der
Tibeter) jedoch allemal wert: Stellt man sich vor, Suppe zu
schlürfen, stören weder allfällige Fettaugen noch das Salz.
Neugierig geworden? Beim (vorher organisierten) Besuch eines
ladakhischen Hauses kann Buttertee in guter Qualität problemlos
verkostet werden. Und dazu vielleicht auch der Chang – ein leicht
alkoholisches Gerstengebräu, das besonders bei Festen schnell für
gute Stimmung sorgt.
„Om mani padme hum.“
Oh du Juwel im Lotus. Unablässig rufen die Pilger mit diesem Mantra
den Mitleids-Boddhisattwa Tschenresi an, den populärsten Heiligen
des tibetischen Glaubens. Dazu drehen sie ihre Gebetszylinder und
umwandeln die Stupas. Solche Schreine stehen überall im Land,
symbolisieren sie doch das buddhistische Erlösungsziel Nirwana.
Besonders große Stupas (oder in der Landessprache: Tschörten) zieren
das Kloster Lamayuru, das über einer fantastischen „Mondlandschaft“
thront. Ladakh lässt sich auf zwei Wegen erobern: per Flugzeug oder
Geländewagen. Die Luft bleibt dem abenteuerlustigen Reisenden in
beiden Fällen weg – beim Flug, der ihn in einer Stunde von New Delhi
in die ladakhische Hauptstadt Leh auf rund 3500 Meter katapultiert,
genauso wie bei der Überlandtour, auf der man auch den höchsten
befahrbaren Pass der Welt überquert. Seehöhe: 5606 Meter. Ideal ist
natürlich die Kombination beider Routen.
Von Mitte September
bis Ende Mai sind die Pässe wegen der Schneemassen nicht befahrbar
und Ladakh nur per Flugzeug erreichbar. Aber auch die Flüge können
in diesen Monaten bei schlechtem Wetter ausfallen, und Ladakh ist
dann für einige Zeit völlig von der Außenwelt abgeschnitten – ein
Stückchen Indien am „Ende der Welt“.
THEMA: LADAKH (INDIEN)
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Beste Reisezeit:
Ladakh kann nur von Juni
bis September bereist werden. Untertags ist es angenehm warm,
abends kühlt es schnell ab, doch genügen Pullover und Anorak.
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Reise-Highlights:
eine grandiose
Berglandschaft, eindrucksvolle Klosterburgen des tibetischen
Buddhismus und die berührende Frömmigkeit der freundlichen
Bevölkerung.
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Gesundheit:
Lange Fahrstrecken auf teils schlechten Straßen und die
Überquerung von Pässen über 5000 Meter erfordern eine robuste
Konstitution. Impfungen sind keine vorgeschrieben, gegen Tetanus,
Diphterie, Kinderlähmung, Hepatitis und Typhus sollte man aber
(auch zu Hause) geschützt sein.
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Angebote:
Das wohl umfangreichste
Ladakh-Programm im Sommer 2007 offeriert Raiffeisen Reisen mit
drei Touren zu mehreren Terminen. Eine 15-tägige Reise führt ab
19. Juni 2007 zum berühmten Hemisfest. Eine 20-tägige „Supertour“
ab 15. Juli 2007 enthält zusätzlich zum „Normalprogramm“ das
Nubra-Tal, den Moriri-See und die Teilnahme an gleich zwei
Klosterfesten. Beide Termine leitet der renommierte
Himalaya-Spezialist Gerhard Oberzill. Weiters gibt es eine
10-tägige Kurzreise nach Ladakh mit dem Highlight der
Himalaya-Überquerung.
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Infos:
Raiffeisen Reisen 3100 St. Pölten, Rathausgasse 2, Tel: 02742 /
354681.
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