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"Wunderkammer Tibet" in Halbturn


ORF.at, 30.04.07

"Wunderkammer Asiens" im Barockschloss: In Halbturn wird ab sofort die Ausstellung  "Geheimnisvolles Tibet - Spiritualität und Heilkunst vom Dach der Welt" gezeigt.

Breiter Bogen
Der Bogen der Schau spannt sich von der Kultur bis zu den auch im Westen immer populärer werdenden Mitteln der aus einer Zusammenschau von chinesischen, indischen, persisch-altgriechischen und Bön-Einflüssen entstandenen tibetischen Heilkunde.

Die Exponate stammen ausschließlich aus Privatsammlungen und werden wohl kaum mehr anderswo in dieser Form zu sehen sein.

 "Eine der schönsten Ausstellungen"
"So ein Medienecho haben wir noch nie gehabt. Das wird eine der schönsten Ausstellungen, die wir je gehabt haben", sagte Halbturn-Hausherrin Marietheres Waldbott-Bassenheim. 

"Aktuelle Themen"
Ethnologe und Tibet-Kenner Gerhard Schuster hat die Ausstellung gestaltet. "Das Land Tibet, Buddhismus und die Medizin aus der Region sind ganz aktuelle Themen. Wir können mehr als 560 Objekte ausstellen. Sie stammen ausschließlich aus fünf österreichischen Privatsammlungen." Es gäbe keine öffentliche Förderung.

Farbeprächtige Fotos
Die Schau mit farbenprächtigen Fotografien von Land und Leuten am Himalaya beginnt mit der Religionsgeschichte.

 

Bön und Buddhismus
Im siebenten Jahrhundert verdrängte in Tibet erstmals der Buddhismus die schamanistische Bön-Religion. Doch die Einflüsse der vorbuddhistischen Religion blieben erhalten. Ein Knochenhut eines Bön-Zauberers, Kultdolche etc. sind zu sehen.  Der tibetische König Songtsen Gampo (618 bis 649) führte die einheitliche tibetische Schrift und Buddhismus in dem Land am Himalaya ein. 

Traditionen aus dem Alltag


Das Leben in Tibet war ehemals nomadisch geprägt. So zeigt die Ausstellung das traditionelle Alltagsleben mit Bödtscha (Buttertee) als wohl bekanntestes "Nahrungsmittel", Tschang (Gerstenbier) und Tsampa, dem traditionellen Gerstenmehl-Teig als Speise.

Feste als Beispiel
Wie sehr gerade in Tibet die unterschiedlichsten kulturellen und religiösen Einflüsse Asiens zusammen kamen: Das zeigt sich auch in den Festen der Tibeter in den Klöstern - den Cham-Mysterien. Mehr als 70 verschiedene Figuren bzw. Götter treten da in farbenprächtigsten Gewändern auf. Auch das zeigt die Ausstellung.
Tibet-Feature. (Bild: APA)

 

Schmuck

Und dann ist da auch noch der Schmuck: Die Tibeter lieben großen, schweren Schmuck - besonders mit Türkisen und Korallen. Schuster: "Die Korallen sollen den Blutkreislauf schützen, der Türkis die Psyche."

Schmuck und Amulette haben eine enorme Bedeutung, sollen zum Wohlergehen beitragen. Eine andere Funktion des ebenfalls gezeigten Perak-Kopfschmucks für Frauen: Stirbt der Mann als Familienerhalter, kann sie sich mit den Kostbarkeiten einige Zeit lang über die Runden bringen."

 Sand-Mandala

Ein besonders eindrucksvolles Exponat ist as einzige fixierte Sand-Mandala Europas. Ehemals als Abbild des Kosmos in einem viertägigen Ritus von vier tibetischen Mönchen in Deutschland hergestellt. Sie mussten überredet werden, es nicht in einer Vase wieder zusammen zu schütten und in den nächsten Fluss zu leeren.

Thema Medizin
Schließlich geht es auch in Halbturn auch um die tibetische Medizin, die ehemals über Russland nach Europa kam. Sie ist eine Regulations-Heilkunde. Im Körper soll das Gleichgewicht aus den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum wieder ins Lot gebracht werden.

 

Termin:
Die Schau "Geheimnisvolles Tibet" auf Schloss Halbturn ist bis 28. Oktober von Dienstag bis Sonntag, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sehen

 

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