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Über 10'000 wollten rein
BERN – Die Zahl der Asylgesuche ist erstmals seit vier Jahren wieder
gestiegen. Die meisten Flüchtlinge kamen aus Tibet und Eritrea.
Blick, 23.01.2007
Da
dürften bei der SVP die Alarmglocken läuten: Die Zahl der
Asylgesuche ist im vergangenen Jahr erstmals seit vier Jahren wieder
gestiegen. 10´537 Menschen suchten in der Schweiz Zuflucht, 4,7
Prozent mehr als im Vorjahr. Am stärksten wuchs die Gruppe von
Flüchtlingen aus Tibet und Eritrea.
Der Anstieg von 4,7 Prozent sei vor allem eine Folge von
Grundsatzentscheiden der Asylrechtskommission (ARK), schreibt das
Bundesamt für Migration (BFM) in der Asylstatistik. So hat die
Kommission im Dezember 2005 entschieden, dass Deserteure und
Dienstverweigerer aus Eritrea in der Regel Asyl erhalten sollen. Im
gleichen Monat fällte die ARK auch einen Grundsatzentscheid für
Asylsuchende aus Tibet. Auch sie finden neu Aufnahme, da ihnen im
Falle einer Rückkehr die Hinrichtung drohe.
Die Asylgesuche aus Eritrea und aus China stiegen im 2006
überdurchschnittlich. Mit 1201 Gesuchen stand Eritrea an zweiter
Stelle der wichtigsten Herkunftsländer von Asylsuchenden. China
befindet sich mit 475 Gesuchen an fünfter Stelle. Annähernd 90
Prozent dieser Begehren stammen von tibetischen Flüchtlingen, wie
BFM-Sprecher Dominique Boillat sagte.
An der Spitze der Herkunftsländer stand nach wie vor das neu von
Montenegro getrennte Serbien mit 1225 Asylgesuchen, was einem
Rückgang von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. An
dritter Stelle der Herkunftsländer befindet sich der Irak, wo sich
die Sicherheitslage im vergangenen Jahr weiter massiv verschlechtert
hat. An vierter Stelle figuriert die Türkei und an sechster Stelle
Russland.
Die Schweiz ist aber im europäischen Vergleich weit hinten nach:
Schweden verbuchte mit einer Zunahme von 38,7 Prozent den grössten
Anstieg von Asylgesuchen. Polen verzeichnete eine Zunahme von 26,2
Prozent, die Niederlande von 17,2 Prozent. Rückläufig waren die
Gesuche hingegen in Norwegen, Grossbritannien, Deutschland, Belgien,
Frankreich und Österreich.
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