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Tibetischer
Kommunist kritisiert „Falken“ in Chinas Führung
Quellen: Reuters;
Radio Free Asia
23.
März 2007
Phuntsog Wangyal, ein Veteran der Kommunistischen Partei in Tibet,
hat mehrfach in Briefen an den Parteivorsitzenden und
Staatspräsidenten Hu Jintao die „Falken“ in der chinesischen Führung
kritisiert, die sich gegen eine Lösung mit dem Dalai Lama stemmten.
Der heute 84-jährige schrieb in den Jahren 2004 bis 2006 insgesamt
drei Briefe, in denen er die „Falken“ beschuldigt, sich jedem
Übereinkommen mit dem Dalai Lama in den Weg zu stellen. Diese würden
„gut leben, befördert werden und durch ihre Opposition gegen
‚Spalter’ zu Wohlstand kommen“. Explizit beschuldigt er den
ehemaligen Parteivorsitzenden in Tibet aus den 80-er Jahren, Yin
Fatang, falschen „linken“ Ideen nachzuhängen. Der Gedanke an eine
Lösung mit dem Dalai Lama würde bei den „Falken“ einen „Zusand von
Verängstigung und Nervosität auslösen, ihre Posten zu verlieren“.
Auch wendet sich Phuntsog Wangyal gegen ein Zuwarten bis nach dem
Tode des jetzigen Dalai Lama, da sich dann die Situation in Tibet
radikalisieren könnte. Er nimmt Hu Jintao’s Motto einer
„harmonischen Gesellschaft“ auf und gibt zu Bedenken, dass die
Rückkehr zahlreicher Tibeter aus dem Exil „Konfrontation in
Harmonie“ verwandeln könnte.
Phuntsog Wangyal war einer der ersten Kommunisten in Tibet und
spielte in den ersten Jahren nach der chinesischen Invasion eine
führende Rolle, fiel aber bald in Ungnade und verbrachte viele Jahre
im Gefängnis. Seit seiner Freilassung in den 80-er Jahren lebt er
zurückgezogen; seine Briefe an Hu Jintao hat er nie veröffentlicht.
Diese wurden jetzt der Nachrichtenagentur Reuters zugespielt.
Hunderte Tibeter in Lhasa bei Langlebenszeremonie für den Dalai
Lama
Nach Augenzeugenberichten waren Tempel und andere öffentliche Orte
in Lhasa am Mittwoch, dem 14. März mit grossen Menschenmengen
gefüllt, die an einer Langlebenszeremonie für den Dalai Lama
teilnehmen wollten und damit in selten offener Form ihren Protest
gegen die chinesische Herrschaft zeigten. Erst am Nachmittag wurden
die Menschenmengen durch den Einsatz von starken Sicherheitskräften
zerstreut; dabei sei eine Frau festgenommen worden. Wie Augenzeugen
berichteten, seien die Tempel in der Stadt schon seit den frühen
Morgenstunden von Menschenmassen überfüllt gewesen. Die von
Tibetern geführten Läden wären geschlossen gewesen, während ihre
Besitzer an den religiösen Zeremonien teilnahmen. Über 500 Personen
hätten sich an einer Brücke im Südosten von Lhasa versammelt, um
Weihrauch zu verbrennen. Normalerweise sind in Lhasa solche
spontanen Menschenansammlungen für religiöse Handlungen nicht
erlaubt. In der tibetischen Tradition ist jeder Mittwoch
grundsätzlich ein segensbringender Tag für den Dalai Lama, und
Tibeter in Tibet und im Exil begehen dann die Sangsol-Zeremonie, in
der Schutzgottheiten angerufen werden. Der 14. März ist der erste
Mittwoch nach dem Jahrestag des Tibetischen Volksaufstandes am 10.
März 1959. |