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Tibethunde spazieren durch Ingemertermühle
Mainzerhagener Zeitung, 20.02.07
Bundesweit tätiger Förderkreis hatte sich diesmal die Ortslage im
Listertal für sein Treffen ausgesucht. Teilnehmer reisen aus dem
ganzen Land an
MEINERZHAGEN · 18 Vierbeiner und 22 Zweibeiner waren kürzlich zu
einem Spaziergang in Ingemertermühle angereist. Der Förderkreis
Tibethunde e.V. (FKT) hatte sich einen strahlenden Sonnentag und
damit beste Bedingungen zu einem seiner Treffen ausgesucht. Die
Vereinsmitglieder waren aus ihren bis zu 400 Kilometer entfernten
Heimatorten zum Austausch über Mensch und Tier ins Sauerland
angereist, der diesmal von den Mitgliedern aus dem heimischen Raum
vorbereitet worden war.
Der
Förderkreis Tibethunde ist ein verbandsunabhängiger Verein, der im
Dezember 2005 gegründet wurde. Er hat sich die artgerechte Haltung
und die verantwortungsvolle Zucht unter Beachtung der Konstitution,
Erscheinung und des Wesens der tibetischen Rassen zum Ziel gesetzt.
Schönheitspreise und Pokale sind nebensächlich. Denn die
ausschließliche Selektion nach diesen Gesichtspunkten bei der
europäischen Zucht, die 1970 mit weniger als zehn Hunden begann und
in engster Inzucht fortgesetzt wurde, hat zu Gendefekten geführt.
Dazu gehört die vererbbare Epilepsie. Der FKT konnte nun die
Tierärztliche Hochschule Hannover zu einer Studie zur Erforschung
dieser Krankheit gewinnen. Nur wenn es gelingt, diese Erbkrankheit
durch einen Genmarker festzustellen, wird die Erhaltung der Rasse
möglich sein. Die kommerzielle Ausbeutung des Hundes, insbesondere
die verantwortungslose Vermehrung und der Handel mit Hunden, wird
vom Verein mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft.
Im FKT
finden sich Mitglieder, denen der Do Khyi, der Lhasa Apso, der
Tibet-Terrier und der Tibet-Spaniel besonders ans Herz gewachsen
sind. Der Do Khiy, auch Tibet-Dogge genannt, ist der größte und auch
ursprünglichste Typ der Herdenschutzhunde. Aus diesem Grund wird er
auch als Urhunderasse bezeichnet. Der große Wach- und Begleithund
der tibetischen Nomaden ist aufgrund der langen Abgeschiedenheit des
tibetischen Hochlandes über lange Zeit von Einflüssen anderer
Hunderassen unbeeinflusst geblieben. Er hat sich sein ursprüngliches
Wesen erhalten. Er ist neugierig, intelligent und hängt sehr an
seiner Familie. Außerdem ist er selbstständig und entscheidet gern
selbst, was ihm den Ruf einbrachte, stur zu sein. Als
Herdenschutzhund ist er territorial, hat aber eine hohe
Reizschwelle, und wirkt bisweilen stoisch und würdevoll. Er ist
allerdings sehr aufmerksam und wachsam, jedoch gutmütig bis
gleichgültig im Umgang mit fremden Personen, zu denen er außerhalb
seines Reviers Kontakt hat. Als Urhundtyp zeigt er das vollständige
soziale Verhalten gegenüber seinen Artgenossen. Der Do Khyi sollte
deshalb nicht isoliert gehalten werden. Er braucht den Zugang zu
"seinem" Menschen aber auch eine Aufgabe zum Wachen. |