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Tibet-Zentrum: Kärnten ist am Ball


 derStandard, 21.01.07

 

Den spirituellen Segen hat das geplante "Tibet-Zentrum" in Hüttenberg schon im Vorjahr bekommen. Jetzt liegt es am Land Kärnten und an der Rogner-Gruppe, den Bau zu beginnen

 

Wien/Klagenfurt - Beim Gezerre um das Tibet-Zentrum des Bau- und Tourismusunternehmers Robert Rogner in Kärnten liegt der Ball nun beim Land und beim Baulöwen selbst. Um das Projekt eines tibetischen "Kloster-Hotels" nach fast einem Jahr Verzögerung bald starten zu können, müssen die Partner schnell meditieren; nämlich über einer Reihe derzeit noch offener Punkte in den Beteiligungs- und Gesellschaftsverträgen. Sind diese zur Gänze geklärt, etwa die Frage einer Erschließungsstraße für das Zentrum in der ehemaligen Bergwerksgemeinde Hüttenberg, können auch die bereitstehenden Förderungen des Bundes sofort fließen.  

Demgegenüber hatte Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider in der Vorwoche erklärt, es gehe beim Tibet-Zentrum in Hüttenberg nichts weiter, weil der Bund, also Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, "die Förderung per Weisung gestoppt" hätte.

Dies will man in Wien nicht auf sich sitzen lassen, hat der Bund doch bereits im Mai des Vorjahres - rechtzeitig zum Spatenstich durch den extra angereisten Dalai Lama (siehe Bild) - seine Förderzusage gegeben, und das nicht zu knapp. Das 18-Millionen-Euro-Projekt wird vom Bund aus Mitteln der betrieblichen Arbeitsmarktförderung mit einem Darlehen in Höhe von sechs Millionen Euro gestützt. In ähnlicher Höhe bewegt sich die Summe, die vom Land kommt, was bereits bei Bekanntwerden der Subvention prompt für deutliches Murren in der Hotelbranche gesorgt hatte.

FP: "Bizarre Mischung"

"Wenn ein 'normaler' Hotelier um Unterstützung ansucht, kann er laut EU-Richtlinie maximal 15 Prozent bekommen, wenn Herr Rogner kommt, ist plötzlich alles anders", lautete der empörte Branchentenor.

Und noch vergangenen Mittwoch kritisierte Nationalratsabgeordneter Karlheinz Clement (FP) in einer Aussendung die "bizarre Mischung von kommerziell geführtem Hotel und esoterisch angehauchtem Tibet-Zentrum". Trotzdem hat es nun gute Chancen, doch umgesetzt zu werden.

Gleichzeitig kann sich Rogner auch darüber freuen, dass der Bund bei der Therme im steirischen Blumau auf die Rückzahlung der Hälfte eines Darlehens verzichtet und damit den Weg für die Übernahme des Unternehmens durch Raiffeisen ebnet. Im Gegenzug dazu muss Rogner für das 9,8-Millionen-Euro-Darlehen freilich jetzt auch 4,9 Mio. Euro - statt der von ihm zuerst angebotenen mageren 1,9 Mio. Euro - an Rückzahlungen auf den Tisch legen.

(Monika Bachhofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.1.2007)

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