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Tibet darf
nicht zu Olympia
Salzburger Nachrichten,
11. Dezember 2007
Das
IOC hat am Montag die Forderung der Tibeter nach Teilnahme an den
Olympischen Spielen in Peking 2008 abgelehnt. Ein Antreten einer
tibetischen Mannschaft bei den Spielen hätte die Loslösung des seit
1959 besetzten Tibets von China vorantreiben sollen.
Wangpo Tethong, Präsident
des inoffiziellen NOK von Tibet, und zwei der rund 30 Athleten des
tibetischen Teams waren zuvor von IOC-Offiziellen empfangen worden.
Olympische Komitees von Regionen, die keine souveränen Staaten sind,
könnten an den Spielen nicht teilnehmen, erklärte Tethong die
IOC-Position. „Vielleicht sehen wir uns 2012 in London“, blieb der
Tibeter hoffnungsfroh.
Team
aus Exil-Tibetern
Das NOK Tibet hat ein Team aus jungen
Sportlerinnen und Sportlern zusammengestellt, die alle im Exil leben
und in China an den Start gehen wollen. Am Internationalen Tag der
Menschenrechte demonstrierten die Tibeter daher mit einem
Transparent mit der Aufschrift „Bring Tibet to the 2008 Games“. „Wir
wissen, dass das IOC auch schon Nationale Olympische Komitees von
Völkern anerkannt hat, als diese noch keine eigenständigen Nationen
waren.
Zudem
nutzt das IOC auch immer wieder die Möglichkeit, Einzelsportler
einzuladen“, erklärte Wangpo Tethong, Präsident des NOK Tibets. Zu
den Unterstützern von Team Tibet zählen Menschen aus mehr als 80
Ländern sowie das norwegische Parlament, Mitglieder des
Europaparlaments und Prominente wie Regisseur Oliver Stone, die
Musikband „Wir sind Helden“, sowie ehemalige Top-Sportler.
Kritik von Amnesty
In
China könne man im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking von
einer Verschärfung der Menschenrechtspolitik sprechen, hatte die
Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation amnesty
international (ai) erklärt. „China hat 2001 bei der
Olympia-Kandidatur Verbesserungen beim Menschenrechtsschutz und
weniger Zensur versprochen, davon bisher aber wenig gehalten“,
erklärten ai-Sprecher. Auch das IOC müsse sich im Sinne der
Menschenrechte deutlicher positionieren.
Chinas brutale Herrschaft
Nach
einem von chinesischen kommunistischen Truppen blutig
niedergeschlagenen Volksaufstand war Tibets Oberhaupt, der Dalai
Lama, 1959 mit hunderttausend Landsleuten nach Indien geflüchtet.
Peking regiert die Region, in welcher ein massiver
Bevölkerungstransfer vor sich geht, mit harter Hand und unterdrückt
jedes Aufbegehren der Tibeter gegen die chinesische Fremdherrschaft.
Jahrzehnte der brutalen Zerstörung des religiösen Lebens, der
Klöster und Traditionen durch die Kommunisten fanden erst mit der
Reform- und Öffnungspolitik seit den 80er Jahren langsam ein Ende. |