Oberösterreichische Nachrichten, 12.03.07
Wien (APA) - Zum Gedenken an den 48. Jahrestag des von China
blutig niedergeschlagenen Aufstandes in Tibet weht die tibetische
Fahne am heutigen Samstag in mehr als 160 österreichischen
Gemeinden. Am Nachmittag findet in Wien eine Demonstration von der
chinesischen Botschaft zum Parlament und anschließend zu Ballhaus-
und Stephansplatz statt, um auf den Widerstand Tibets aufmerksam
zu machen.
An die österreichische
Bundesregierung wird appelliert, ihr Vorgehen bezüglich der
militärischen Unterstützung Chinas zu überdenken. Obwohl in der EU
ein Waffenembargo gegen die Volksrepublik bestehe, bildet das
Bundesheer in Saalfelden chinesische Offiziere für den
Hochgebirgseinsatz aus. "Zusätzlich zur bisher fehlenden
Thematisierung der Lage in Tibet leistet Österreich nun einen
aktiven Unterstützungsbeitrag zur Unterdrückung Tibets",
kritisiert "Save Tibet". Mehrere Nationalratsabgeordnete haben
dieser Tage eine Anfrage an Außenministerin Plassnik gerichtet, um
Auskunft über Aktivitäten der Bundesregierung zur Unterstützung
der Dialogbemühungen zu erhalten. Die Anfrage bezieht sich auf die
Resolution des Europäischen Parlaments zu den Dialogbemühungen,
die ohne Gegenstimme am 15. Februar verabschiedet worden war.
Österreichische Parlamentarier aller Fraktionen hatten an die
Führung in Peking mehrfach den dringenden Appell gerichtet, die
nationalen und religiösen Rechte des tibetischen Volkes zu
respektieren. 1993 führten Versuche Pekings, die Teilnahme des
Dalai Lama an der UNO-Menschenrechtskonferenz in Wien zu
verhindern, zu einem Zerwürfnis zwischen Österreich und China.
Nach Interventionen der chinesischen Botschaft konnte eine
Sonderbriefmarke zum 70. Geburtstag des Dalai Lama nicht
herausgegeben werden.
APA 12:28 10.03.2007