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„Tibet – Mit den Augen der
Liebe“
Echo-online, 23.02.07
Eine Reise ins Herz des Buddhismus
von Mathieu Ricard
 REITERNOMADEN
aus dem Dzongsar-Tal feiern ihre Feste: Die Aufnahme von Mathieu
Ricard entstammt dem Band „Tibet – Mit den Augen der Liebe“,
erschienen im Verlag Frederking und Thaler
Tibet, das Dach der Welt, ist auch
heute noch nicht jedem zugänglich. Es ist ein weitgehend unbekanntes
Land mit einer majestätischen Landschaft der Berge, der
Hochplateaus, der endlosen Weiten. Und es ist ein Land der Mönche.
Mathieu Ricard, Fotograf, Autor,
tibetanischer Mönch und offizieller Übersetzer des 14. Dalai Lama,
nimmt uns in seinem Bildband mit auf eine faszinierende Reise, zeigt
uns Tibet aus nächster Nähe. Seine Kenntnis als Insider, sein Leben
als buddhistischer Mönch öffnen ihm zahlreiche Türen, die sonst dem
Fremden verborgen bleiben, und er öffnet dem Leser mit seinen
bestechenden Farbfotos die Augen für dieses fremde Land im
Himalaja-Gebirge.
Bilder und erklärende Aufsätze
führen uns auf das Dach der Welt. Es ist, wie es der Autor selbst
nennt, eine Reise in das Herz des buddhistischen Glaubens, in die
fantastische Bergwelt des Himalajas und in den Alltag des
tibetanischen Volkes.
Jahrtausende wurde es beherrscht von
feudalen Strukturen und sozialen Ungerechtigkeiten, heute droht es,
das Wesen seiner religiösen Kultur zu verlieren und von den
machtpolitischen Interessen Chinas überrollt zu werden.
„Wenn aber“, so Mathieu Ricard in
seinem Vorwort, ein ganzes Volk Opfer von Verbrechen gegen die
Menschlichkeit wird und vor der kulturellen Auslöschung steht, nimmt
jede menschliche, künstlerische Manifestation, die von ihm ausgeht,
Symbolcharakter an.“ Davon will dieses Buch ein Zeugnis geben.
Die Bilder Mathieu Ricards und seine
Artikel dazu sind informativ, leicht aufzunehmen und zeugen von
einem tiefen Verständnis für das Wesen dieses Landes. Sie zeigen
Tibet, wie man es vorher kaum gesehen hat.
Einsiedlermönche lachen nach Jahren
der Abgeschiedenheit in die Kamera, Gläubige warten andächtig auf
die Worte ihres Meisters, friedlich und ausgelassen feiern tausende
Nomaden ihre Feste, und immer wieder zeigt Mathieu Ricard Aufnahmen
der grandiosen Bergwelt – ein prachtvoller Band zum Betrachten,
Schmökern, Staunen.
Alle Erlöse, die Mathieu Ricard als
Urheber von Bildern und Texten zufließen, kommen humanitären
Projekten wie Schulen, Kranken- oder Waisenhäusern in Tibet, Nepal
oder Indien zugute |