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Sieben Jahre in Tibet


FränkischerTag.de

Behutsame Schilderung einer Wandlung

kabel eins - 30.12.2006 20:15 Uhr

 (tsch) Brad Pitt in der HauBild TV-Tippsptrolle, da kann eigentlich nichts schief gehen? Irrtum. Diese Erfahrung musste der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose") 1997 machen: Pitt spielte in "Sieben Jahre in Tibet" die Bergsteiger-Legende Heinrich Harrer. Kurz vor dem US-Start wurde bekannt, dass der Österreicher Mitglied der NSDAP und der SS war. Das gab in Amerika Anlass zu heftigen Diskussionen, die aufwändige 70-Millionen-Dollar-Produktion geriet zum Flop. Ganz anders die Reaktion in Deutschland, wo sich die Zuschauer nicht von dem Skandal stören ließen.

Heinrich Harrer (Brad Pitt) hat sich  vorgenommen, den gefährlichen Nanga Parbat im Himalaja zu besteigen.

 

Bild TV-TippsAbgesehen davon, dass sich Annaud allein auf die Erlebnisse im Himalaja beschränkt und Heinrich Harrer zunächst als unsympathischen Egomanen darstellt, verschweigt der Regisseur keineswegs, dass der gefeierte Bezwinger der Eiger-Nordwand vom Hitler-Regime hofiert wurde und es durchaus verstand, seine Popularität für eigene Ziele auszunutzen. Eines davon war, den gefährlichen Nanga Parbat zu erklimmen. Dafür lässt Harrer im Herbst 1939 seine schwangere Frau zurück.

Die raue Schönheit der Landschaft im Himalaja verzaubert Heinrich nach und nach. Auf der Flucht vor den Engländern, die ihn als Österreicher nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs als Feind ansehen, gelangt er schließlich nach Tibet.

 

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Glücklicherweise erlag Jean-Jacques Annaud nicht der Verführung, diese Entwicklung Harrers schmalzig und dramatisch darzustellen. Vielmehr wird die innere Wandlung behutsam und diskret erzählt. Zudem scheute der Regisseur keine Kosten und Mühen, sein bildgewaltiges Epos zu realisieren. Da China, das in dem Film sehr kritisch dargestellt wird, versuchte, das Projekt zu verhindern, wurde Tibet für die Dreharbeiten kurzerhand nach Argentinien verlegt. Inmitten der grandiosen Naturkulisse der Anden wurde die Stadt Lhasa mit sämtlichen buddhistischen Interieurs nachgebaut, an die 100 tibetischen Mönche wurden von einem Kloster in Indien eingeflogen.

Die Begegnung mit dem erst 14-jährigen Dalai Lama (Jamyang J. Wangchuk, rechts) wird für Heinrich Harrer (Brad Pitt) zu einer tiefen menschlichen und religiösen Erfahrung.

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Brad Pitt bleibt der ganz große Star, vor wenigen Tagen startete Alejandro González Iñárritus Ensemblefilm "Babel" in den Kinos. Nach den anstrengenden Dreharbeiten zur Verfilmung des Romans "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" (Start im Herbst 2007) und einem angeblichen Schwächeanfall bei "Ocean' s Thirteen" lässt es der Familienpapa etwas ruhiger angehen: Bei "A Mighty Heart: The Brave Life and Death of My Husband Danny Pearl" wirkt er lediglich als Co-Produzent mit und kann sich so um die Kinder von ihm und seiner Lebensgefährtin Angelina Jolie kümmern, die die Hauptrolle in der Memoirenverfilmung übernommen hat.

Nach mehreren Ausbruchsversu-chen gelingt Harrer (Brad Pitt, links) und Aufschnaiter (David Thewlis) die Flucht aus dem britischen Gefangenenlager in Nordindien.

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