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Unterdrückung der Religionsfreiheit in Tibet hält unvermindert an
openPR, 03. September 2007
"Die neuen Vorschriften der chinesischen Regierung verletzen
massiv die grundlegenden Prinzipien der Religionsfreiheit", erklärte
Jennifer Windsor, die Vorsitzende von Freedom House. "Die Ernennung
von religiösen Würdenträgern sollte ausnahmslos der religionseigenen
Hierarchie obliegen und außerhalb der Einflußsphäre des Staates
stehen."
Schon seit langem fordert die chinesische Regierung das letzte Wort
bei der Ernennung der höchsten Würdenträger im tibetischen
Buddhismus. 1995 benannten der Dalai Lama und die chinesischen
Behörden zwei verschiedene Knaben als Wiedergeburten des 1989
verstorbenen 10. Panchen Lama. In der tibetischen religiösen
Hierarchie ist der Panchen Lama der zweithöchste Würdenträger nach
dem Dalai Lama. Er ist es auch, der nach dem Tode des gegenwärtigen
Dalai Lama, der bereits 72 Jahre alt ist, dessen Nachfolger
identifizieren wird. Mit anderen Worten: Peking könnte die Auswahl
des 15. Dalai Lama bestimmen.
"China geht bei der Unterdrückung der Tibeter und ebenso bei der
seines eigenen Volkes ausgesprochen strategisch vor", sagte die
Direktorin der Rechtsabteilung von Freedom House, Paula Schriefer.
"Die chinesischen Behörden sind höchst interessiert, bei der Auswahl
der tibetischen spirituellen Würdenträger ein Wort mitzureden, da
diese bei den Gläubigen ein immens hohes Ansehen genießen."
Die Religionsfreiheit in Tibet wird von der chinesischen Regierung
massiv eingeschränkt. Manche religiösen Praktiken werden toleriert,
während andere, die man als Vehikel für politischen Dissens oder die
Forderung nach der Unabhängigkeit Tibets betrachtet, gewaltsam
unterdrückt werden. Der Besitz von Portraits des Dalai Lama kann mit
Gefängnis bestraft werden. Das Büro für religiöse Angelegenheiten
kontrolliert und bestimmt nach wie vor, wer in Tibet Buddhismus
studieren darf. Nur Anwärter, die eine Erklärung unterzeichnen, in
der sie Unabhängigkeit für Tibet verwerfen, die chinesische
Regierung ihrer Loyalität versichern und den Dalai Lama denunzieren,
dürfen Mönche werden.
Freedom House setzt sich schon seit vielen Jahren für die Freiheit
der Tibeter ein. Als die US-Regierung im Jahr 1979 die Aufnahme
formaler Beziehungen mit dem Dalai Lama ablehnte, weil sie
fürchtete, China zu verärgern, war es Freedom House, das den ersten
Besuch Seiner Heiligkeit in den USA arrangierte. Im Verlauf einer
späteren USA-Reise im Jahr 1991 wurde der Dalai Lama mit dem
Freiheitspreis von Freedom House ausgezeichnet.
Im Jahresbericht 2007 von Freedom House mit dem Titel: "Freedom in
the World" wird Tibet bei den politischen Rechten und den
bürgerlichen Freiheiten in der Rubrik "nicht frei" aufgeführt. In
beiden Sparten wurde Tibet auf einer Skala von 1 bis 7 mit der
niedrigsten Einstufung "7" bewertet.
Freedom House, eine unabhängige nichtstaatliche Organisation, die
sich für die Förderung von Freiheit in der Welt einsetzt, beobachtet
seit 1972 die Entwicklung von politischen Rechten und bürgerlichen
Freiheiten in der ganzen Welt.
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