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Pressemitteilung von:
IGFM München
26.03.07
(openPR) - Wie Radio Free Asia aus Kathmandu
am 21. März 2007 berichtet, wurde mindestens eine Person von der
chinesischen Polizei festgenommen, als sich in Lhasa Hunderte von
Tibetern in einer seltenen Manifestation ihrer Opposition gegen die
chinesische Herrschaft zu einer verbotenen Räucherwerk-Zeremonie
versammelten.
"Etwa 500 Tibeter planten im Zusammenhang mit den im Exil
abgehaltenen Zeremonien für das lange Leben Seiner Heiligkeit des
Dalai Lama ein riesiges Räucherwerk-Ritual bei der Kuru Brücke in
Lhasa zu veranstalten", wurde dem tibetischen Dienst von RFA aus
einer dortigen Quelle mitgeteilt.
"Jeden Mittwoch gehen wir dort hin, um das Sangsol auszuführen [ein
Ritual zur Anrufung der Schutzgottheiten]. An jenem Morgen, dem 14.
März, war alles ganz anders als sonst. An der Andachtsstätte hatte
sich eine Menge Leute versammelt, die überall lange Reihen
bildeten", verlautet aus genannter Quelle.
"Normalerweise ist den Tibetern verboten, sich in großer Anzahl zu
Gebeten oder Räucherwerk-Zeremonien zu versammeln".
"Am 14. März führten die Exilregierung und die Tibeter der
Exilgemeinschaft ein Ritual in großem Stil für das lange Leben
Seiner Heiligkeit des Dalai Lama durch. Die Exilregierung hatte alle
Tibeter, jung und alt, aufgerufen, an diesem Tag verdienstvolle
Handlungen zu begehen."
Eine Frau festgenommen
"Da schritten die chinesischen Sicherheitskräfte ein und untersagten
den Tibetern die Abhaltung der Zeremonie. Eine etwa 42jährige Frau
aus Kham Jomda (chin. Jiangda), Präfektur Chamdo, wurde festgenommen
und eine andere etwa 60jährige wurde angegriffen", hieß es aus einer
anderen Quelle. Über beide Frauen gibt es keine weiteren
Nachrichten.
Die Kuru Brücke führt zu dem Bumpa Ri [Vasenhügel] im Südosten der
Stadt. Auf diesen Hügel, eine der höchsten Erhebungen in der
Umgegend, pflegen die Leute hinaufzusteigen, um zu beten und
Weihrauch zu verbrennen.
Der Mittwoch gilt als ein glückverheißender Tag für den Dalai Lama,
und Buddhisten in Tibet und im Exil bringen ihre Gaben mit Vorliebe
mittwochs dar und verbrennen dabei Räucherwerk. Wie Zeugen
berichten, hätten sich an diesem speziellen Mittwoch, dem 14. März,
viel mehr Leute als sonst schon früh morgens auf den Bumpa Ri
begeben; der aufsteigende Rauch sei von Lhasa aus sichtbar gewesen,
bis die Behörden am Nachmittag ihrer Andacht ein Ende setzten.
"Im Kloster Tengyeling in der Innenstadt von Lhasa war der Ansturm
der Leute so groß, das wir kaum die Statuen sehen konnten. Wo immer
ich hinging, waren Hunderte von Tibetern, die den Dakinis [den von
den tibetischen Buddhisten verehrten himmlischen Beschützerinnen]
Opfergaben darbrachten. Sie zündeten Butterlampen an und verbrannten
Räucherwerk", fuhr ein Zeuge fort.
"Ein Päckchen Räucherstäbchen kostet gewöhnlich ein Yuan (etwa 25 US
c.), aber heute verlangten sie drei Yuan dafür. Es war erstaunlich,
wie viele Leute im Jokhang, dem Haupttempel der Stadt,
zusammengekommen waren".
Hunderte von Polizisten
"Gewöhnlich verbrennen die Tibeter Räucherwerk und bringen andere
Rauchopfer vor dem Jokhang-Tempel oder vor dem Schrein der Palden
Lhamo dar und außerdem in Nangtse Shar in der Innenstadt von Lhasa".
Die tibetischen Läden in der Gegend seien geschlossen gewesen. "Die
einzigen Läden, die geöffnet hatten, waren die der chinesischen
Moslem-Händler (Hui). Alle anderen waren geschlossen. Ich hörte, daß
staatlichen Bediensteten und Schülern die Teilnahmen an derartigen
Gebeten und Räucherwerk-Ritualen verboten worden sei. Den
gewöhnlichen Leuten wie uns wurde hingegen nichts gesagt. Ich selbst
ging sehr früh hin", verlautete aus einer anderen Quelle.
Später am Tag "gab es einen Aufmarsch mehrerer Hundert Polizisten in
verschiedenen Teilen der Stadt. Es war sehr schwierig, sich bei
dieser riesigen Menge chinesischer Sicherheitskräfte frei zu
bewegen".
Während der Bürostunden bei dem Polizeihauptquartier von Lhasa von
uns getätigte telefonische Anfragen blieben unbeantwortet.
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