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Olympischer Fackellauf soll auf Mount Everest starten


 

Mitteldeutsche Zeitung,

Bau einer über 100 Kilometer langen befestigten Straße zum höchsten Berg beginnt

 
Himalaya-Massiv am Mount Everest
 
Der Fackellauf der Olympischen Spiele 2008 soll über den Mount Everest führen. (Foto: dpa)
Peking/dpa. China will die olympische Fackel auf dem höchsten Berg der Welt entzünden und dann zur Eröffnung der nächsten Spiele nach Peking tragen lassen. Damit der Fackellauf im nächsten Jahr zügig vonstatten geht, ist in dieser Woche mit dem Bau einer über 100 Kilometer langen befestigten Straße zum Mount Everest begonnen worden. Die Kosten für den Ausbau des bisherigen Schotterweges zum 5200 Meter hoch gelegenen Basislager sollen mit 150 Millionen Yuan (etwa 15 Millionen Euro) relativ bescheiden ausfallen. Die neue, von der Ortschaft Tingri ausgehende Straße soll aber nicht nur dem Fackellauf, sondern auch dem Touristenverkehr zum Mount Everest dienen, wie amtlichen chinesischen Medien zu entnehmen ist.

«In den letzten Jahren sind immer mehr Touristen in das Everest-Basis-Lager gekommen», sagte der Chef der tibetischen Regionalregierung, Qiangba Puncog, am Mittwoch Journalisten. Touristen hätten immer wieder geklagt, der bisherige Weg zum Qomolangma (Everest) sei «in schlechtem Zustand und unsicher».

Tatsächlich erfordert der Weg von Tingri zum Everest von der Handvoll Jeepfahrer, die im Sommer täglich Touristen und Bergsteiger transportieren, größte Umsicht und hohes Können: Steinschlag, Erdrutsche und Sturzbäche sind an der Tagesordnung. Manchmal wird der Weg nach oben auch von Erdbeben erschüttert.

Die Zentralregierung in Peking verspricht sich von Strukturmaßnahmen dieser Art eine Verbesserung der Lebensbedingungen der rund 2,8 Millionen Einwohner der Region Tibet, die 1951 von chinesischen Truppen besetzt wurde. Verwaltungschef Puncog beziffert die Zahl der Tibeter in der Region auf 92 Prozent. Nicht dazu gerechnet werden aber offensichtlich die in Tibet stationierten chinesischen Soldaten und Hunderttausende chinesischer Wanderarbeiter.

Viele Exil-Tibeter sind dagegen, dass das Olympische Feuer vom Mount Everest durch Tibet nach Peking getragen wird. Sie argwöhnen, China wolle den Fackellauf politisch ausbeuten. Das geistige Oberhaupt der Tibeter, der im indischen Exil lebende Dalai Lama, hat sich bisher zum chinesischen Everest-Projekt nicht geäußert. Die Eröffnung der ersten chinesischen Eisenbahnverbindung in die Region zum Jahresbeginn hatte er allerdings als Sprungbrett für den Beginn einer «zweiten Invasion» Tibets bezeichnet.

Unabhängig von politisch motivierten Bedenken haben sich indische Umweltexperten gegen die neue Straße zum Mount Everest ausgesprochen. «Derartige Eingriffe von Menschenhand sind gefährlich für den Himalaja, besonders im Hinblick auf die drohende Erderwärmung», sagte der Gletscherexperte Syed Iqbal Hasnain der «Times of India».

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