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Olympia 2008: Olympia-Feuer, Hagelvertreiber, Regenmacher

"Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.20070

Die Vorbereitungen für die Spiele 2008 treten in Peking in die heiße Phase.

Von unserer Korrespondentin JUTTA LIETSCH 

PEKING. Tibet und Taiwan, zwei der politisch heikelsten Themen in China, bereiten den Gastgebern der Olympischen Spiele 2008 zusehends Kopfzerbrechen. Ein Vorfall belegt es: Bei einer Protestaktion am Basislager des Mount Everest in Tibet entrollten vier US-Bergsteiger ein Transparent, indem sie Pekings Olympia-Slogan „Eine Welt, ein Traum“ mit der Forderung „Freies Tibet“ verbanden. Für 2008 sind bereits weitere Proteste von Exil-Tibetern angekündigt, Peking ist davon freilich nicht begeistert.

Am Mount Everest trainieren derzeit übrigens chinesische Bergsteiger den Aufstieg mit einer Fackel hinauf zum Dach der Welt. Es ist Teil der 137.000 Kilometer langen Route, über die das Olympische Feuer bis zum Sommer 2008 ins Nationalstadion der Hauptstadt gelangen soll. Dabei sollen Fackelläufer auch die Insel Taiwan durchqueren, wenn es nach dem Wunsch Pekings geht. Ob es klappt, ist noch immer nicht sicher, denn der Vorsitzende des Olympia-Komitees Taiwans, Tsai Chen-wei, sagte, die geplante Route sei ein Versuch Pekings, die Staatshoheit Taiwans herabzusetzen. Ein Fackellauf von Taipeh nach Hongkong könnte den Eindruck erwecken, dass Taiwan wie Hongkong zu China gehöre. Diesen Eindruck will die Inselrepublik aber vermeiden. Es wurde zugesagt, abgesagt und jetzt wieder weiter verhandelt. Und das IOC versucht, zu vermitteln.

Insel-Politiker pochen darauf, dass Taiwan auch bei Olympia als „gleichberechtigt, würdig und souverän“ behandelt wird. Deshalb dürfe die Flamme nicht vom Festland aus, sondern nur von einem anderen asiatischen Land nach Taiwan getragen werden.

Ein chemischer Regenschirm

Damit Sportler und Zuschauer in den 16 Olympia-Tagen des August 2008 jedenfalls nicht im Regen stehen gelassen werden, üben Chinas Wetterfrösche für den Ernstfall. Wie Zhang Qiang vom „Büro für künstliches Wetter“ mitteilte, stellen seine Mitarbeiter an über 16 Plätzen im Norden und Westen der Hauptstadt Raketen und Kanonen auf. Denn mit Explosionen sollen heranziehende Wolken vertrieben werden. „Wenn es an den Tagen der Eröffnungs- oder Schlusszeremonie der Olympischen Spiele nieselt“, kündigte Zhang an, „werden wir unseren Plan, vorher künstlich die Wolken zu beseitigen und den Regen zu stoppen ausführen, um die Folgen des Regens auf ein Minimum zu beschränken.“ Die Wetterraketen würden in drei Verteidigungslinien aufgestellt, die 20 bis 120 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegen. Das ist der große Unterschied zu Athen 2004 – dort standen Fliegerabwehrraketen im Blickpunkt.

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