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Kloster Pangsa
durch chinesische Behörden geschlossen
DailyNet.com,
05.11.07
Einer zuverlässigen Information
zufolge, die dem Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und
Demokratie (TCHRD) zuging, haben die Kreisbehörden von Meldrogongkar
(ca. 20 km nordöstlich von Lhasa) das im selben Landkreis gelegene
Kloster Pangsa vorübergehend geschlossen.
Das Kloster Pangsa gehört der
Sakya-Schulrichtung des tibetischen Buddhismus an. Es ist berühmt
wegen einer besonderen Reliquie, dem mumifizierten Körper des Yogi
Jampal Gyatso, welcher einen hohen Grad der Verwirklichung erreicht
hatte. Je Tsongkhapa Chenpo (1357-1419), der große Meister und
Gründer der Gelugpa Schule des tibetischen Buddhismus, brachte diese
Reliquie aus seinem Geburtsort Tsongkha in der Provinz Amdo mit, als
er im 14. Jahrhundert nach Lhasa kam. Seit jener Zeit wird die
Statue des Yogi im Kloster Pangsa als dessen Hauptreliquie verehrt.
Bei seinen religiösen Belehrungen in
Indien soll der Dalai Lama des Öfteren vor tibetischen und
westlichen Buddhisten von der Bedeutung dieser Reliquienstatue und
dem Segen, den sie den Gläubigen bringe, gesprochen haben.
Seit der Dalai Lama die Bedeutung
der Reliquienstatue hervorgehoben hat, strömten Tausende von Pilgern
aus allen Teilen Tibets zum Kloster Pangsa, um den Segen von dieser
Reliquie zu empfangen. Zwischen August und September 2007 sollen
täglich um die 40 LKWs Gläubige und Pilger zur Reliquienstatue
gebracht haben. In den letzten Monaten ist die Zahl der Gläubigen,
die das Kloster Pangsa wegen der Reliquienstatue aufsuchten,
beträchtlich angestiegen.
Der nicht abreißende Strom
tibetischer Pilger zu dem Kloster weckte die Aufmerksamkeit und das
Mißfallen der chinesischen Behörden. Als Standardmaßnahme pflegt die
chinesische Regierung die Ansammlung einer größeren Zahl tibetischer
Buddhisten zu unterbinden, um das tibetische Volk und dessen
Religionsausübung unter strenger Kontrolle behalten.
Vor allem in jüngster Zeit, im
Vorfeld zu den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, hat die
chinesische Regierung den Tibetern, besonders denen in der "TAR",
Restriktionen auferlegt, wie man sie noch nie erlebt hat. Der
Umstand, daß tibetische Gläubige zu Tausenden zu dem Kloster
strömten, veranlaßte China, das größere Ansammlungen von Tibetern an
einem Ort notorisch fürchtet, in der zweiten Oktoberwoche 2007 das
Kloster Pangsa zu schließen.
Das TCHRD bringt seine tiefe
Besorgnis über diese ungeheuerliche Verletzung des Rechtes der
tibetischen gläubigen Buddhisten auf ihre Religions- und
Glaubensfreiheit zum Ausdruck. Die buddhistische Kultur ist ein
integraler Bestandteil der Kultur und Lebensweise des tibetischen
Volkes, und die Verhängung derartiger Restriktionen widerspricht dem
Geist der chinesischen Verfassung, in der allen Bürgern das Recht
auf Religionsausübung und Glauben garantiert wird.
Das TCHRD appelliert an die
chinesischen Behörden, die Anordnung zur Schließung des Pangsa
Klosters sofort aufzuheben und den tibetischen Gläubigen die
Ausübung ihrer Religion zu gestatten. |