|
Erste grosse Protestwelle
erreicht China
SF
Tagesschau, 07.08.07
China am Pranger
Bürgerrechtler
fordern Wahrung der Menschenrechte
Human
Rights Watch sowie die Organisation Reporter ohne Grenzen setzen
sich für die Pressefreiheit ein
Prominente chinesische Intellektuelle
und Bürgerrechtler haben ein Ende der Menschenrechtsverletzungen in
China verlangt. Die Organisation Human Rights Watch prangert zudem
die anhaltenden Beschränkungen für die Arbeit ausländischer Medien
in China an.
Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in
Peking forderten die rund 40 Unterzeichner einer entsprechenden
Erklärung eine Amnestie für politische Gefangene, die
Rückkehrerlaubnis für Exil-Chinesen, Pressefreiheit, gerechte
Entschädigungen für Zwangsumgesiedelte, freie Gewerkschaften sowie
ein unabhängiges Gremium zur Aufsicht über alle olympischen
Finanzausgaben.
Namhafte
Unterzeichner
Das
Schreiben an Staats- und Parteichef Hu Jintao, den Präsidenten des
Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, sowie
UNO-Menschenrechtskommissarin Louise Arbor verbreitete die
Organisation Chinese Human Rights Defenders (CHRD).
Unterzeichnet ist der Brief von Bao
Tong, dem Sekretär des 1989 gestürzten Parteichefs Zhao Ziyang, der
Journalistin Dai Qing, der pensionierten Professorin Ding Zilin, die
einem Netzwerk von Opfern des Massakers von 1989 vorsteht, dem Autor
Liu Xiaobo sowie Anwälten, Schriftstellern und Professoren.
Strenge
Zensur in der Kritik
Die Menschenrechtsgruppe Human Rights
Watch sowie das Komitee zum Schutz von Journalisten kritisierten
unmittelbar vor Beginn des Olympia-Countdowns Beschränkungen für die
Arbeit ausländischer Journalisten in China sowie die strenge Zensur
chinesischer Medien.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty
International (AI) sieht das Ansehen der Olympischen Spiele durch
Berichte über Folter und unfaire Gerichtsverfahren in China
beschädigt. Geringe Fortschritte bei der Verbesserung der
Menschenrechtslage seien überschattet von zunehmendem Repressionen
der Behörden gegen Aktivisten und Journalisten.
Die Pekinger Regierung erhofft sich von den
Olympischen Spielen eine Verbesserung ihres Ansehens weltweit. Bei
der Bewerbung 2001 hatte sie Verbesserungen bei der
Menschenrechtslage und der Pressefreiheit zugesagt. Die Spiele
beginnen am 8. August 2008. Olympia 2008
Der Stern, 07.08.07
China
gängelt ausländische Journalisten Schlechte Zeiten für Journalisten
in Peking: Ein Jahr vor Olympia behindert China massiv die
Berichterstattung
©
Adrian Bradshaw/DPA
China
geht ein Jahr vor den Olympischen Spielen hart gegen ausländische
Reporter vor. Laut der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch
würden sie regelmäßig festgehalten, eingeschüchtert und verhört -
und verletzt damit nicht nur Verträge mit dem IOC.
Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking hat die
Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch anhaltende Beschränkungen
für die Arbeit ausländischer Medien in China angeprangert. Die
Organisation warf Peking vor, ausländische Journalisten weiterhin
einzuschüchtern, zu belästigen und festzuhalten. Damit verletze
China seine Verpflichtungen gegenüber dem Internationalen
Olympischen Komitee (IOC), die Freiheit der Berichterstattung zu
gewährleisten, hieß es in einem Bericht der in New York ansässigen
Organisation. Der Bericht wurde einen Tag vor Beginn des Countdowns
für die Spiele in Peking vom 8. bis 24. August 2008 veröffentlicht.
Erst
kürzlich waren bei einer Aktion von Reporter ohne Grenzen vor dem
Olympia-Hauptquartier in Peking rund ein Dutzend Mitarbeiter
ausländischer Medien festgehalten und befragt worden, die über den
Protest berichten wollten. Der 40-seitige Bericht von Human Rights
Watch dokumentiert, wie chinesische Behörden trotz neuer Freiheiten
für Journalisten, Interviews zu führen oder im Land zu reisen, die
Arbeit ausländischer Medien unverändert behindern. "Das olympische
Versprechen über die Medienfreiheit scheint mehr ein Werbetrick zu
sein als eine aufrichtige politische Initiative", sagte
Asiendirektor Brad Adams.
Mehr
zum Thema
Internet-Zensur:
Chinesische Mauer mit Löchern
China: Die SMS als
Demokratie-Helfer
Recherchen routinemäßig behindert
Obwohl die
neuen Vorschriften den Zugang zu bestimmten Dissidenten und
normalerweise pressescheuen Funktionären erleichtert hätten, hätten
Korrespondenten berichtet, dass ihre Recherchen routinemäßig von
Behördenvertretern, Polizei und Zivilbeamten behindert würden, die
die neuen Bestimmungen "ignorieren oder absichtlich verspotten",
heißt es in dem Bericht der Organisation. Die größten Probleme gebe
es mit heiklen Themen wie Bürgerrechtlern, die chinesische
Herrschaft in Tibet, die Aids-Epidemie und Fragen der sozialen
Sicherheit wie Aufstände, Demonstrationen und deren Folgen.
(sda/sidd)
20minuten.ch, 07.08.07
«Chinas
Versprechen ist ein Werbetrick»
Ein Jahr vor den Olympischen
Spielen in Peking hat die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch
anhaltende Beschränkungen für die Arbeit ausländischer Medien in
China angeprangert.

Tibet-Supporter
wurden von der chinesischen Polizei abgeführt. (Bild: Keystone/AP)
Die Organisation warf Peking vor,
ausländische Journalisten weiterhin einzuschüchtern, zu belästigen
und festzuhalten. Damit verletze China seine Verpflichtungen
gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), die
Freiheit der Berichterstattung zu gewährleisten, klagt die
Organisation.
Der Bericht wurde am Dienstag veröffentlicht, einen Tag vor Beginn
des Countdowns für die Spiele in Peking vom 8. bis 24. August 2008.
Erst am Montag waren bei einer Aktion von Reporter ohne Grenzen vor
dem Olympia-Hauptquartier in Peking rund ein Dutzend Mitarbeiter
ausländischer Medien festgehalten und befragt worden, die über den
Protest berichten wollten.
Der 40-seitige Bericht von Human Rights Watch dokumentiert, wie
chinesische Behörden trotz neuer Freiheiten für Journalisten,
Interviews zu führen oder im Land zu reisen, die Arbeit
ausländischer Medien unverändert behindern. «Das olympische
Versprechen über die Medienfreiheit scheint mehr ein Werbetrick zu
sein als eine aufrichtige politische Initiative», sagte
Asiendirektor Brad Adams.
Obwohl die neuen Vorschriften den Zugang zu bestimmten Dissidenten
und normalerweise pressescheuen Funktionären erleichtert hätten,
hätten Korrespondenten berichtet, dass ihre Recherchen routinemässig
von Behördenvertretern, Polizei und Zivilbeamten behindert würden,
die die neuen Bestimmungen «ignorieren oder absichtlich verspotten»,
heisst es in dem Bericht der Organisation.
Die grössten Probleme gebe es mit heiklen Themen wie
Bürgerrechtlern, die chinesische Herrschaft in Tibet, die Aids-
Epidemie und Fragen der sozialen Sicherheit wie Aufstände,
Demonstrationen und deren Folgen.
Tibetische Aktivisten festgenommen
Bei einer Protestaktion an der Grossen Mauer in der Nähe von Peking
wurden am Dienstag sechs tibetische Unabhängigkeitsaktivisten
festgenommen.
Sie hätten ein 42 Quadratmeter grosses Spruchband entrollt, wie die
exiltibetische Organisation Free Tibet Campaign berichtete. Darauf
stand: «Eine Welt, ein Traum - befreit Tibet 2008». Die Aufschrift
in Chinesisch und Englisch spielt auf das offizielle Motto der
Olympischen Spiele an.
Das Schicksal der Aktivisten, die nach zwei Stunden von der Polizei
abgeführt wurden, war zunächst ungeklärt. Der Protest richtete sich
gegen die chinesische Herrschaft über Tibet, das sich die
kommunistische Volksrepublik nach dem Einmarsch der
Volksbefreiungsarmee 1951 als autonome Region einverleibt hatte.
Quelle: SDA/ATS
KULTURNACHRICHTEN
Dienstag, 07. August 2007
Human Rights Watch
kritisiert Einschränkung von ausländischen Medien in China vor
Olympischen Spielen
Die meisten Probleme haben ausländische Journalisten in China bei
den Themen Bürgerrechte, Tibet und Aids. Zu diesem Ergebnis kommt
ein Bericht der Menschenrechtsgruppe 'Human Rights Watch'. Sie wirft
den Veranstaltern der Olympischen Spiele in Peking vor, ausländische
Journalisten weiterhin einzuschüchtern, zu belästigen und
festzuhalten. Damit verletze das Land seine Verpflichtung gegenüber
dem Internationalen Olympischen Kommitee, die Freiheit der
Berichterstattung zu gewährleisten. Erst gestern waren in Peking
mehrere Mitglieder von "Reporter ohne Grenzen" vorübergehend in
Gewahrsam genommen worden, weil sie mehr Pressefreiheit gefordert
hatten.
n-tv, 07.08.07
Handschellen statt Ringe
China-Kritik wird lauter

Vor dem
Gebäude des BOCOG demonstrieren "Reporter ohne Grenzen".
Missachtete
Menschenrechte
China in der Kritik
China erlebt genau ein
Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking eine gewaltige
Protestwelle gegen die Politik der Kommunistischen Partei. Am
Dienstag forderte eine Gruppe von 37 chinesischen Regimekritikern
die Regierung in einem offenen Brief zur Achtung der Menschenrechte
auf. Anwälte, Autoren und Akademiker hatten das Schreiben
unterzeichnet und im Internet sowie über die Nachrichtenagentur AFP
veröffentlicht.
An der Großen Mauer vor den Toren Pekings starteten zudem
ausländische Aktivisten eine Aktion, als sie ein Banner mit der
Aufschrift "Free Tibet"
entfalteten.
Erst einen Tag zuvor hatte die Organisation "Reporter ohne Grenzen"
mit einer Aktion vor dem Hauptquartier des Organisationskomitees
BOCOG für Aufsehen gesorgt, während die
Menschenrechts-Organisationen Human Rights Watch und Amnesty
International in aktuellen Stellungnahmen die Lage in China stark
kritisierten.
Verweigerte Menschenrechte
In der Petition der Dissidenten hieß es unter anderem, die
chinesische Regierung solle umgehend "ihre strategische Verweigerung
der Menschenrechte" beenden. Die Gruppe forderte die Kommunistische
Partei auf, politische Gefangene freizulassen, chinesischen
Dissidenten aus dem Ausland die Rückkehr in ihre Heimat zu
ermöglichen und die Medien des Landes aus dem Würgegriff zu
entlassen. Sollte das nicht geschehen, würde die Regierung das
Olympiamotto "One world, one Dream" als Farce entlarven.
"One world", heißt es in dem Schreiben, "könne immer noch eine Welt
bedeuten, in der Menschen diskriminiert, aus politischen und
religiösen Gründen verfolgt oder ihrer Freiheit beraubt werden". Zu
den Unterzeichnern des Schreibens gehört unter anderem Bao Tong, ein
enger Vertrauter des früheren chinesischen Premierministers Zhao
Ziyang, der als Sympathisant der Studentenproteste von 1989 galt und
bis zu seinem Tod 2005 im Arrest in Peking lebte.
Eingeschränkte Pressefreiheit
Am Montag hatte eine Aktion der "Reporter ohne Grenzen" die
Stellungnahmen von Human Rights Watch und Amnesty International
flankiert. Ein Quartett der Organisation hatte mit Plakaten, auf
denen die olympischen Ringe als Handschellen dargestellt wurden,
ihre Forderung nach der Freilassung von in Haft sitzenden
Regimekritikern unterstrichen. Ein Dutzend internationaler
Journalisten war von der Organisation eingeladen worden, um über die
Aktion zu berichten. Die Polizei hielt die Reporter daraufhin mehr
als eine Stunde lang fest und befragte sie.
Fortgesetzte Proteste
BOCOG-Vizepräsident Jiang Xiaoyü nahm bei einer Pressekonferenz zu
den Kritiken von Menschenrechtlern Stellung. "Wir hören die Stimmen
aus verschiedenen Lagern und sind darauf vorbereitet, dass sie noch
lauter werden", sagte Jiang. Das BOCOG wolle aber nicht, dass die
Olympischen Spiele politisiert würden.
Dem Wunsch des BOCOG zum Trotz planen Organisationen weltweit
Aktionen bis zu und auch während der Olympischen Spiele. Für
Mittwoch, exakt ein Jahr vor Beginn der Spiele am 8. August 2008,
haben Aktivisten Proteste vor chinesischen Botschaften in der ganzen
Welt angekündigt. Sie wollen für die Unabhängigkeit Tibets
demonstrieren.
Wiener Zeitung, 07.08.07
Scharfe Kritik an China
Ein Jahr vor den
Olympischen Spielen in Peking herrscht Disput
Proteste
internationaler Medienorganisationen.
Möhring:
"Von chinesischen Behörden hereingelegt".
Peking. (red) Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking
haben Menschenrechtsorganisationen die mangelnde Pressefreiheit in
China angeprangert.
Zwar sei es für
ausländische Medien in einigen Fällen einfacher geworden, in vormals
verbotenen Landesteilen zu recherchieren. Doch würden Journalisten
weiterhin eingeschüchtert und festgenommen, wenn sie über sensible
Themen wie Aids, die Tibet-Frage oder Proteste schrieben, erklärte
"Human Rights Watch" (HRW) am Dienstag. "Das zeigt, dass die
chinesische Regierung den olympischen Gedanken des Fairplay
missachtet." Das Versprechen der Regierung, die Pressefreiheit zu
garantieren, sei offenbar ein reiner Werbetrick. Laut der
US-Organisation "Committee to Protect Journalists" befinden sich
derzeit mindestens chinesische 29 Reporter und Redakteure wegen
ihrer Arbeit in Haft. "Wenn sich die Dinge nicht ändern, sollten
sich die Reporter außerhalb des Olympischen Dorfes auf die
Einmischung der Behörden und Festnahmen einstellen und darauf, dass
ihre Quellen in Gefahr sind", erklärte die in New York ansässige
Organisation.
Internet-Cafés müssen Polizei informieren
Einen Anstieg
der Festnahmen von Cyber-Dissidenten in China hatte amnesty
international (ai) verzeichnet. Alle Internet-Cafés seien
verpflichtet, die Polizei über ihre Kunden zu informieren. Jeder,
der im Internet surft, sei der potenziellen Gefahr der Zwangsarbeit
und Haft ausgesetzt, erklärte die Organisation.
Das
Internet-Unternehmen Google hatte eine chinesische Website
gestartet, die sich an die Zensurbestimmungen des Pekinger Regimes
hält.
Die
Vizepräsidentin der internationalen Journalistenorganisation
"Reporter ohne Grenzen" (RSF bzw. ROG), Rubina Möhring, sieht sich
von den "chinesischen Behörden hereingelegt". Nach der Durchsuchung
der Hotelzimmer der Mitglieder der RSF-Delegation in Peking durch
Zivilpolizisten und Lahmlegung der Telefonleitungen erklärte die
Präsidentin der Österreich-Sektion der Organisation laut einer
Aussendung vom Dienstag unter Bezugnahme auf einen RSF-Besuch vom
Jänner: "Sie haben Versprechungen gemacht, die nie eingehalten
wurden". RSF-Präsident Fernando Castelló und Möhring riefen den
Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge,
zum Handeln auf. "Der IOC-Präsident hat jetzt ein Jahr, um das zu
erreichen, wonach er nicht einmal gefragt hat: die Freilassung der
verhafteten Journalisten und Cyber-Dissidenten, das Ende der
Internetzensur und die Gewährleistung von Bewegungsfreiheit für die
Auslandskorrespondenten in China", so Castelló.
07.08.2007 -- Tages-Anzeiger Online
Erste grosse Protestwelle erreicht China
Genau ein Jahr
vor dem Beginn der Olympischen Spielen in Peking schwappt China eine
gewaltige Welle des Protests gegen die Politik der Kommunistischen
Partei entgegen.
Heute
forderte eine Gruppe von 37 chinesischen Regimekritikern die
Regierung in einem offenen Brief zur Achtung der Menschenrechte auf.
Anwälte, Autoren und Akademiker hatten das Schreiben unterzeichnet
und im Internet sowie über die Nachrichtenagentur AFP
veröffentlicht.
An der Grossen
Mauer vor den Toren Pekings starteten zudem ausländische Aktivisten
eine Aktion, indem sie ein Banner mit der Aufschrift «Free Tibet»
entfalteten. Am Tag zuvor hatte die Organisation «Reporter ohne
Grenzen» mit einer Aktion vor dem Hauptquartier des
Organisationskomitees BOCOG für Aufsehen gesorgt. Auch die
Menschenrechts-Organisationen «Human Rights Watch» und «Amnesty
International» kritisierten die Lage in aktuellen Stellungnahmen
stark.
In einer
Petition hiess es unter anderem, die chinesische Regierung solle
«ihre strategische Verweigerung der Menschenrechte» umgehend
beenden. Die Gruppe forderte die KP auf, politische Gefangene
freizulassen, chinesischen Dissidenten im Ausland die Rückkehr in
die Heimat zu ermöglichen und die Medien des Landes aus dem
Würgegriff zu entlassen. Andernfalls würde die Regierung das
Olympiamotto «One world, one Dream» als Farce entlarven. Zu den
Unterzeichnern gehört Bao Tong, ein enger Vertrauter des früheren
chinesischen Premierministers Zhao Ziyang, der als Sympathisant der
Studentenproteste von 1989 galt und bis zu seinem Tod 2005 im Arrest
in Peking lebte.
Reporter
festgehalten und ausgefragt
Am Montag hatte
eine Aktion der Reporter ohne Grenzen die Stellungnahmen von Human
Rights Watch und Amnesty International flankiert. Ein Quartett der
Organisation hatte mit Plakaten, auf denen die olympischen Ringe als
Handschellen dargestellt wurden, ihre Forderung nach der Freilassung
von in Haft sitzenden Regimekritikern unterstrichen. Ein Dutzend
internationaler Journalisten war von der Organisation eingeladen
worden, um über die Aktion zu berichten. Die Polizei hielt die
Reporter daraufhin mehr als eine Stunde lang fest und befragte sie.
BOCOG-Vizepräsident Jiang Xiaoyü nahm inzwischen Stellung zu den
Kritiken von Menschenrechtlern. «Wir hören die Stimmen aus
verschiedenen Lagern und sind darauf vorbereitet, dass sie noch
lauter werden», sagte Jiang. Das BOCOG wolle aber nicht, dass die
Olympischen Spiele politisiert werden.
Dem Wunsch des
BOCOG zum Trotz planen diverse Organisationen weltweite Aktionen bis
zum Beginn und auch während der Olympischen Spiele. Für morgen,
exakt ein Jahr vor Beginn der Spiele am 8. August 2008, haben
Aktivisten Proteste vor chinesischen Botschaften in der ganzen Welt
angekündigt. Sie wollen für die Unabhängigkeit Tibets demonstrieren.
(rom/si) |