|
Eine Million Chinesen trotzen Kritik
SF Tagesschau, 08.08.07
365 Tage bis zu
Olympischen Spielen
Über
eine Million Menschen haben in Peking den Countdown für die
Olympischen Spiele in einem Jahr eingeläutet. Die Vorbereitungen
werden begleitet von Kritik an der Pressefreiheit, den
Menschenrechten und der Tibet-Politik Chinas. US-Politiker fordern
gar ein Boykott der Olympischen Spiele
In der Morgensonne
exerzierten die über eine Million Menschen in Parks im ganzen
Stadtgebiet gemeinsame Übungen. Das Hauptereignis des Tages sollte
eine Gala auf dem Platz des Himmlischen Friedens sein – dort, wo
Truppen vor 18 Jahren den pro-demokratischen Aufstand blutig
niederschlugen.
Mangelnde
Pressefreiheit, schlechte Lebensmittel
Bereits im Vorfeld
hatte es Kritik an der chinesischen Regierung gegeben.
Journalistenverbände wiesen auf mangelnde Pressefreiheit hin,
Menschenrechtsorganisationen auf die unzureichende Rechtslage und
die unverminderte Anwendung der Todesstrafe. Auch die Themen
Lebensmittelsicherheit und der Umgang mit Tibet kamen vermehrt in
die Schlagzeilen.
US-Parlamentarier
fordern Boykott
Eine Gruppe von
konservativen US-Abgeordneten rief zu einem Boykott der Olympischen
Spiele auf. In einer ins Repräsentantenhaus eingebrachten Resolution
forderten acht Republikaner einen Boykott, sollte Peking die
schweren Menschenrechtsverletzungen nicht einstellen.
China verweigere das
Recht auf Freiheit des Gewissens, der Meinung, der Religion und der
Versammlung und halte tausende Gefangene ohne Prozess fest, heisst
es in der Entschliessung.
Diese soll nach
Angaben eines Sprechers nach dem Ende der parlamentarischen
Sommerpause Anfang September im Aussenausschuss des
Repräsentantenhauses debattiert werden.
|