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 Tibet Propaganda in Chinas Medien


NEWS TICKER "Beijing Rundschau"

Tibetisch-Kurs für Staatsanwälte

Vor kurzem wurde der erste Tibetisch-Kurs für Staatsanwälte im Autonomen Gebiet Tibet abgehalten. 30 ausgezeichnete Staatsanwälte der Han-Nationalität aus 73 Staatsanwaltschaften auf Kreisebene erhalten hier eine Ausbildung der tibetischen Sprache und Schrift.

Weil es den Staatsanwaltschaften in Tibet an Mitarbeitern, die in der Lage sind, sowohl die chinesische als auch die tibetische Sprache und Schrift zu gebrauchen, mangelt, wird die staatsanwaltschaftliche Arbeit in großem Maße behindert. Um dieses Problem zu lösen, veranstaltete die Staatsanwaltschaft des Autonomen Gebiets Tibet in Zusammenarbeit mit der Tibet-Universität den besagten Ausbildungskurs.


Einzelhandelsvolumen in Lhasa betrug 2,9 Mrd. Yuan

Von Januar bis September belief sich das Einzelhandelsvolumen der Stadt Lhasa auf 2,896 Mrd. Yuan, was eine Zunahme um 14,11% im Vergleich zum gleichen Zeitraum von 2005 bedeutet. Inzwischen empfingen alle Reiseunternehmen in Lhasa insgesamt 1,22 Mio. in- und ausländische Touristen, ein Anstieg von 40% gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2005. Die Zahl der überseeischen Touristen betrug 91 700 Menschen, eine Zunahme um 14%. Die Geschäftseinnahmen durch den Tourismus betrugen 1,2 Mrd. Yuan, die Deviseneinnahmen 13,95 Mio. US$. 


Modernes Zirkulationssystem für Ölprodukte in Tibet

Dem Handelsamt des Autonomen Gebiets Tibet zufolge wird Tibet im Jahr 2010 ein modernes Zirkulationssystem für Ölprodukte im Großen und Ganzen etablieren. Bis dahin wird der Ölproduktverbrauch jährlich mehr als 500 000 t erreichen; die Gesamtzahl der Tankstellen wird bei 350 gehalten werden, ihr Absatzvolumen soll täglich über vier t betragen.

Nach dem 11. Fünfjahresplan für die Entwicklung des Zirkulationssektors soll Tibet etwa 190 Tankstellen, davon 25 in der Stadt Lhasa, 21 im Bezirk Shannan, 20 im Bezirk Nyingchi, 24 im Bezirk Nagqu, 43 im Bezirk Xigaze, 35 im Bezirk Qamdo und 22 im Bezirk Ngari, bauen bzw. aus- oder umbauen. 


Supermärkte in Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten

In den spärlich bevölkerten Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten Tibets ist schwierig, Waren einzukaufen. Um dieses Problem zu lösen, hat Tibet in diesem Jahr begonnen, ein Marktprojekt in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten durchzuführen.

Jigsang Toinzhub, dem stellvertretenden Direktor des Handelsamts des Autonomen Gebiets Tibet, zufolge plant Tibet, in diesem Jahr in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten 200 Geschäfte, die den Bauern und Hirten Qualitätswaren, -lebensmittel und -produktionsmittel anbieten, zu errichten.

Das Marktprojekt unterscheidet sich von dem Modell, unregelmäßig Waren frei Haus zu liefern. Es ermutigt große und mittelgroße Handelsunternehmen, Ladenketten in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten zu entwickeln, und die bestehenden privaten Läden, sich den Ladenketten anzuschließen.

Zur Zeit haben viele große und mittelgroße Supermärkte ihre Ladenketten in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten Tibets eingerichtet


Vier Reisegebiete auf Staatsebene in Südwestchina

Wang Zhifa, Vizedirektor des Staatlichen Touristikamtes, zufolge befinden sich von den zwölf Reisegebieten, die in der Periode des 11. Fünfjahresplans schwerpunktmäßig aufgebaut werden werden, vier in Südwestchina. Sie sind: das Öko-Reisegebiet in Shangri-La, das internationale Reisegebiet an den Flüssen Lancang und Mekong, das Reisegebiet Sichuan-Guizhou-Chongqing und das Reisegebiet entlang der Qinghai-Tibet-Eisenbahnstrecke.

Südwestchina hat reiche touristische Ressourcen wie den Huangguoshu-Wasserfall, den Kreis Lijiang, die Jiuzhaigou-Schlucht, die Drei-Jangtse-Schluchten und den Emei-Berg. In diesem ausgedehnten Gebiet leben verschiedene nationale Minderheiten. Daher hat es ein großes Potential für die Entwicklung des Tourismus.

Südwestchina umfasst die Provinzen Sichuan, Yunnan und Guizhou, die autonomen Gebiete Tibet und Guangxi und die regierungsunmittelbare Stadt Chongqing. Im letzten Jahr haben insgesamt 4,96 Mio. ausländische Touristen dieses Gebiet bereist.


Koordinationsinstitutionen für die Sicherheit der Nahrungsmittel in 88 Gemeinden Tibets eingerichtet

Das Parteikomitee und die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet schenken der Sicherheit der Nahrungsmittel große Aufmerksamkeit. Bisher haben sieben Bezirke und Städte und 88 Gemeinden in 61 Kreisen Tibets Koordinationsinstitutionen für die Sicherheit der Nahrungsmittel eingerichtet.

Um die Kontrollbedingungen für die Nahrungsmittel zu verbessern, hat das Autonome Gebiet im Mai dieses Jahres alle Bezirke mit Testanlagen für Nahrungsmittel im Wert von 14 Mio. Yuan ausgestattet, damit sie im Juli die Kontrolle der Nahrungsmittel beginnen können. Darüber hinaus hat das Verwaltungsbüro für Nahrungs- und Arzneimittel des Autonomen Gebiets den untergeordneten Behörden Kontrollwagen für die Gesetzesdurchführung zur Verfügung gestellt und Geldmittel für die Personalausbildung und Aufklärung in diesem Bereich bereitgestellt. 


Ein umfassendes Verkehrssystem in Tibet

Qamba Pünzog, Vorsitzender des Autonomen Gebiets Tibet, sagte am 14. November auf einer Konferenz für die wirtschaftliche Koordination von sechs südwestchinesischen Provinzen und autonomen Gebieten, einschließlich einer regierungsunmittelbaren Stadt, dass ein vollständiges Verkehrssystem, das den Eisenbahn-, den Luft-, den Straßen- und den Pipelinetransport umfasst, in Tibet anfänglich Gestalt angenommen habe.

Was den Eisenbahntransport anbelangt, wurde die Eisenbahnstrecke Golmud-Lhasa am 1. Juli 2006 dem Verkehr übergeben. Sie wird die Öffnung und die Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft Tibets energisch fördern. Der Bau der Strecke Lhasa-Xigaze, eine Verlängerung der Qinghai-Tibet-Eisenbahn, wird schätzungsweise im Juli 2007 beginnen, und der Bau der Strecke Lhasa-Nyingchi befindet sich in Vorbereitung und wird innerhalb von fünf Jahren in Angriff genommen werden.

Die Entwicklung des Lufttransports in Tibet wird weiter beschleunigt. Am 1. September 2006 wurde der Nyingchi-Flughafen offiziell in Betrieb genommen, der Bau des Ngari-Flughafens wird voraussichtlich im nächsten Jahr beginnen. Im vergangenen Jahr hat die Fluggesellschaft AIR CHINA ihre Tibet-Filiale gegründet, und viele andere chinesische Fluggesellschaften, darunter SIASC, SHANGHAI AIRLINES, CHINA EASTERN und CHINA SOUTHERN, haben Fluglinien von Lhasa nach Beijing, Shanghai, Guangzhou, Chengdu, Chongqing, Kunming, Xi’an und Xining sowie internationale Fluglinien von Lhasa nach Kathmandu eröffnet und Charterflugzeuge für die Reise nach Hongkong angeboten.

Die Landstraßen in Tibet haben eine Gesamtlänge von 43 700 km, 3288 km davon sind Asphaltstraßen. 


Ausstellung für Tibets Zugehörigkeit und Menschenrechtslage

Die Ausstellungshalle für Tibets Zugehörigkeit und Menschenrechtslage in der Tibetischen Hochschule für Nationalitäten wurde vor kurzem eröffnet.

Da die meisten Studenten der Tibetischen Hochschule für Nationalitäten aus Tibet kommen, ist es für diese Hochschule eine dringende Aufgabe, ihre Studenten im Sinne der Bekämpfung der Spaltung des Vaterlandes zu erziehen. Deshalb hat sie im Jahr 1990 begonnen, Vorbereitungen für die Einrichtung einer Ausstellung für Tibets Zugehörigkeit und Menschenrechtslage zu treffen. 1992 wurde die Ausstellung offiziell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Mai 2006 wurde der Ausstellungsraum zu einer Ausstellungshalle ausgebaut. Jetzt hat die 400 qm große Ausstellungshalle 541 Bilder. In den vergangenen 14 Jahren haben sie insgesamt 20 000 Besucher besucht. Sie hat bei den verschiedenen Gesellschaftsschichten und der übergeordneten zuständigen Abteilung Anerkennung gefunden.

Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen: „Tibets Zugehörigkeit“ und „Menschenrechtslage in Tibet“. Der erste Teil veranschaulicht anhand zahlreicher Bilder und historischer Aufzeichnungen die Ausübung der Souveränität über Tibet durch die Zentralregierungen der Sui-, der Tang-, der Song-, der Yuan-, der Ming- und der Qing-Dynastie sowie der Republik China und der Volksrepublik China und beweist, dass Tibet seit jeher ein untrennbarer Teil des chinesischen Territoriums ist. Dadurch widerlegt sie die absurden Behauptungen der Dalai-Clique für die Spaltung des Vaterlandes.  


Kampf gegen Verbrecher in Lhasa

Einem Bericht der "Tibetischen Handelszeitung" zufolge berief das Amt für Öffentliche Sicherheit der Stadt Lhasa am 10. November eine Konferenz über den Kampf gegen Verbrecher und über die umfassende Regelung des Verkehrs ein. Yexe Doje, Direktor des Amts für Öffentliche Sicherheit, erklärte auf der Konferenz die Schwerpunkte, Ziele und Aufgaben des Kampfes. Diese Kampagne wird vom 10. November 2006 bis zum 10. Januar 2007 dauern.  


Koordinationsinstitutionen für die Sicherheit der Nahrungsmittel in 88 Gemeinden Tibets eingerichtet

Das Parteikomitee und die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet schenken der Sicherheit der Nahrungsmittel große Aufmerksamkeit. Bisher haben sieben Bezirke und Städte und 88 Gemeinden in 61 Kreisen Tibets Koordinationsinstitutionen für die Sicherheit der Nahrungsmittel eingerichtet.

Um die Kontrollbedingungen für die Nahrungsmittel zu verbessern, hat das Autonome Gebiet im Mai dieses Jahres alle Bezirke mit Testanlagen für Nahrungsmittel im Wert von 14 Mio. Yuan ausgestattet, damit sie im Juli die Kontrolle der Nahrungsmittel beginnen können. Darüber hinaus hat das Verwaltungsbüro für Nahrungs- und Arzneimittel des Autonomen Gebiets den untergeordneten Behörden Kontrollwagen für die Gesetzesdurchführung zur Verfügung gestellt und Geldmittel für die Personalausbildung und Aufklärung in diesem Bereich bereitgestellt. 


14 tibetische Künstler zu „Volkskünstlern von Qamdo“ erklärt

Vor kurzem haben das Parteikomitee und die Regierung des Bezirks Qamdo eine Namenliste von Volkskünstlern veröffentlicht. 14 Künstlern aus dem Kreis Denqen wurden die Titel „Künstler für nationales Kunsthandwerk des Bezirks Qamdo“, „Volksmaler des Bezirks Qamdo“ buw. „Fortführer des nationalen Volkstanzes des Bezirks Qamdo“ verliehen. 


 

 

 

 

 


 

 

Bildnachrichten


Kapital in Höhe von 3,6 Mrd. Yuan in Lhasa investiert

In den ersten neun Monaten von 2006 führte Lhasa, die Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet, 114 Projekte mit einer Gesamtinvestition in Höhe von 3,6 Mrd. Yuan durch, 5,3% mehr als im gleichen Zeitraum von 2005.

Während des Shoton-Festes, eines der wichtigsten traditionellen Feste in Tibet, wurde in Lhasa eine Wirtschafts- und Handelsmesse veranstatet, auf der 140 Investitionsprojekte vorgestellt wurden. 260 Geschäftsleute aus 12 Provinzen bzw. regierungsunmittelbaren Städten, darunter Beijing, Sichuan, Chongqing, Guangxi und Yunnan, sowie 400 Unternehmen aus dem Landesinnern nahmen an dieser Messe teil. Verträge über 56 Projekte mit einer Gesamtinvestition in Höhe von 3,17 Mrd. Yuan in den Bereichen Verarbeitung von Agrar- und Viehzuchtprodukten, Erschließung von Mineralien, Maschinenbau, Immobilienwesen, Wissenschaft und Technologie, Tourismus, Kunsthandwerk, Warenhandel und Dienstleistung wurden unterzeichnet. 


Supermärkte in Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten

In den spärlich bevölkerten Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten Tibets ist schwierig, Waren einzukaufen. Um dieses Problem zu lösen, hat Tibet in diesem Jahr begonnen, ein Marktprojekt in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten durchzuführen.

Jigsang Toinzhub, dem stellvertretenden Direktor des Handelsamts des Autonomen Gebiets Tibet, zufolge plant Tibet, in diesem Jahr in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten 200 Geschäfte, die den Bauern und Hirten Qualitätswaren, -lebensmittel und -produktionsmittel anbieten, zu errichten.

Das Marktprojekt unterscheidet sich von dem Modell, unregelmäßig Waren frei Haus zu liefern. Es ermutigt große und mittelgroße Handelsunternehmen, Ladenketten in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten zu entwickeln, und die bestehenden privaten Läden, sich den Ladenketten anzuschließen.

Zur Zeit haben viele große und mittelgroße Supermärkte ihre Ladenketten in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten Tibets eingerichtet. 


Ein neues wissenschaftliches Forschungsprojekt in Tibet

Vor kurzem wurde das Forschungsthema über das Fernabtasten der Vegetation der Landwirtschafts- und Viehzuchtgebiete Tibets und deren Reaktion auf die Klimaveränderung, das vom Forschungsinstitut für die atmosphärische Umwelt auf dem Qinghai-Tibet-Plateau beantragt wurde, von Experten des Staatlichen Komitees für Naturfonds nach Überprüfung genehmigt. Die gesamten Ausgaben für dieses Forschungs-projekt betragen 280 000 Yuan. Die Durchführung dieses Projekts dauert von Januar 2007 bis Dezember 2009. Dieses Forschungsprojekt ist das vierte Forschungsprojekt des besagten Forschungsinstituts, das vom Staatlichen Komitee für Naturfonds genehmigt wird. Nagqu und Xigaze, die wichtigsten Land-wirtschafts- und Viehzuchtgebiete Tibets, sind zu den Gebieten, wo das Projekt durchgeführt wird, gewählt worden.


Tibetisch-Kurs für Staatsanwälte

Vor kurzem wurde der erste Tibetisch-Kurs für Staatsanwälte im Autonomen Gebiet Tibet abgehalten. 30 ausgezeichnete Staatsanwälte der Han-Nationalität aus 73 Staatsanwaltschaften auf Kreisebene erhalten hier eine Ausbildung der tibetischen Sprache und Schrift.

Weil es den Staatsanwaltschaften in Tibet an Mitarbeitern, die in der Lage sind, sowohl die chinesische als auch die tibetische Sprache und Schrift zu gebrauchen, mangelt, wird die staatsanwaltschaftliche Arbeit in großem Maße behindert. Um dieses Problem zu lösen, veranstaltete die Staatsanwaltschaft des Autonomen Gebiets Tibet in Zusammenarbeit mit der Tibet-Universität den besagten Ausbildungskurs.

China intensiviert die Forschung sanskritischer klassischer Werke

Vom 18. bis zum 29. Oktober fand die „Tibet-Kulturwoche Chinas 2006“ in Österreich statt. Bei der Diskussion mit österreichischen Tibetologen am 19. Oktober sagte Basang Wangdui, Direktor des Forschungsinstituts für Völkerkunde an der Akademie der Sozialwissenschaften des Autonomen Gebiets Tibet, dass Tibet momentan große Anstrengungen unternehme, um sanskritische Pattra-Blätter-Sutras aus Tempeln und Museen sowie in der Bevölkerung zu sammeln und zu sichten. Die Arbeit der Sammlung und Klassifizierung in der ersten Phase werde schätzungsweise vor Juni 2007 vollendet werden.

Mit Unterstützung des Chinesischen Tibetologischen Forschungszentrums hat das Institut für Asiatische Studien an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bereits 15 tibetologische Werke herausgegeben. Es versucht momentan, die handgeschriebenen sanskritischen Werke schrittweise in Datenbank zu speichern.


Österreichs Ex-Diplomat begrüßt schnelle Entwicklung in Tibet

Tibet entwickelt sich schneller als andere Regionen Chinas. Die im Rahmen der Tibet-Kulturwoche in Wien ausgestellten tibetischen Bilder und Tangkas zeigen diese rasante Entwicklung deutlich. Dies erklärte der Vorsitzende der österreichisch-chinesischen Freundschaftsgesellschaft, Bukowski, der ehemalig als Botschafter in China tätig war, am 23. Oktober gegenüber der Presse. Seit 23. Oktober findet, als Teil der chinesischen Tibet-Kulturwoche, eine separate Bilder- und Tangkaaustellung im Wiener Stadtmuseum statt. Mehr als 200

Bilder namhafter Fotographen aus 19 Ländern wurden gezeigt. Außerdem können Besucher 15 Tangkas, die typische tibetische Malerei, bewundern. Die Kunstwerke geben Aufschluss über die tibetische Religion, die tibetische Medizin und die Geschichte der tibetischen Nationalität.

Ferner meinte Bukowski, man solle die Chance nutzen, sich im Rahmen der Kulturwoche objektiv über Tibet zu informieren. Weltweit gebe es noch viel Unkenntnis über Tibet. Der kulturelle Austausch sei ein wichtiger und effektiver Weg, Missverständnisse auszuräumen.

(CRI, 24. Oktober 06)


Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng

Von über 1300 Jahren verließ Wen Cheng, Prinzessin der Tang-Dynastie (618-907), die blühende Hauptstadt Chang’an (in Nordwesten der heutigen Stadt Xi’an, Provinz Shaanxi) und begab sich auf den 3000 km langen Schreckensmarsch nach Westen, voller Schwierigkeiten und Gefahren. Schließlich erreichte sie das schneebedeckte Plateau und heiratete dort den König Songzain Gambo. So begann eine neue Epoche der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Tang-Dynastie und dem Königreich Tubo. Die Geschichte von Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng kennt auch heute noch jeder.

Nach den langen Kriegswirren in den zentralen Geschichten Chinas gründeten Li Yuan (Gaozong) und Li Shimin (Taizong), Vater und Sohn, 619 das Tang-Reich, ein Reich, so mächtig wie noch nie zuvor in der chinesischen Geschichte. Seine Hauptstadt wurde in Chang’an aufgebaut. Das Tang-Reich war wegen seiner Landesstärke zum Zentrum der Zivilisation in Ostasien geworden. Es übte großen Einfluss auf die benachbarten Stämme und andere Nationalitäten aus. Viele Stämme bemühten sich um freundschaftliche Beziehungen mit dem Tang-Kaiserhof, wobei sie seine Oberherrschaft anerkennen wollten, ihm Tribut entrichteten und ihn baten, ihnen Ehrentitel zu verleihen. Dadurch wurde der Austausch zwischen der Han-Chinesen und den anderen Nationalitäten gefördert.

Statue des Königs Songzain Gambo in der Höhle für den Prinzen von Dharma im Potala-Palast

Während dieser Zeit vereinigte König Songzain Gambo in Tibet einige Stämme und gründete das Königreich Tubo, dessen Hauptstadt Luoso (Lhasa, Hauptstadt des heutigen Autonomen Gebiets Tibet) war. Das Königreich bemühte sich um die Herstellung enger Beziehungen mit der Tang-Dynastie. Nach 634 schickte Songzain Gambo zweimal den redegewandten und klugen Minister Gar Tongtsan nach Chang’an, um für ihn beim Tang-Kaiser um die Hand einer der kaiserlichen Töchter anzuhalten. 641 gewährte der Tang-Kaiser Taizong schließlich das Gesuch von Songzain Gambo und gab dem Tubo-König seine Prinzessin Wen Cheng zur Frau. In Begleitung der Boten des Tang-Kaiserhofes und von Tubo sowie vieler Bediensteter begab sich Prinzessin Wen Cheng nach Tibet. Diese Geschichte ist noch heute ein wichtiger Stoff der tibetischen Literatur.

Statue der Prinzessin Wen Cheng in der Höhle für den Prinzen von Dharma im Potala-Palas

Der langjährige Wunsch von Songzain Gambo ging schließlich in Erfüllung. Er freute sich sehr darüber und machte sich mit seiner Armee auf eine lange Reise nach Baihai (am heutigen Kreis Madu, Provinz Qinghai), um Prinzessin Wen Cheng zu begrüßen. Am Zhaling- und E’ling-See, unweit der Quelle des Gelben Flusses, ließ er die Baihai-Residenz erbauen, wo das Brautpaar aus den beiden Nationalitäten in diesem schönen Gebiet seine Hochzeit feierte und seine erste gemeinsame Nacht verbrachte.

Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng reisten nach Yushu (in der heutigen Provinz Qinghai). Infolge der langen mühsamen Reise verbrachte das Ehepaar seine Flitterwochen für einen Monat in einem Tal bei Yushu, in malerisch schöner Landschaft und angenehmem Klima. Prinzessin Wen Cheng schenkte den Einwohnern in Yushu die von ihrem Vater gegebenen Getreide- und Gemüse-Saatsorten. Zusammen mit den Bauern und Handwerken erklärte sie den Leuten in Yushu die Anbaumethoden und klärte sie über die Mühlen- und Brauereitechnik auf. Die Einwohner in Yushu waren der Prinzessin dankbar. Als Prinzessin Wen Cheng Yushu verließ, wollten sie sie ungern ziehen lassen. Die Einwohner dort bewahren bis heute die Stätte, wo die Prinzessin Wen Cheng ein Zelt aufschlagen ließ. In einen Stein meißelten sie die Gesichtszüge der Prinzessin, zu diesem Stein wurde gebetet. Im Jahr 710, während der Zeit des Kaisers Zhongzong, wurde eine andere Prinzessin der Tang-Dynastie, Prinzessin Jin Cheng, mit einem tibetischen König vermählt. Als sie Yushu passierte, ließ sie einen Tempel zur Erinnerung an Prinzessin Wen Cheng erbauen und taufte den Tempel „Wen Cheng-Tempel“.

Als Prinzessin Wen Cheng in Lhasa ankam, sangen, tanzten und jubelten die Tibeter, um sie zu begrüßen.

Dank den Bemühungen zur Verbreitung des Buddhismus durch die Prinzessin Wen Cheng in Tibet wird der Buddhismus auch heute auf dem schneebedeckten Hochplateau als größte Religion anerkannt.

Während der Zeit der Tang-Dynastie war der uddhismus in China sehr verbreitet. Nach Tibet jedoch war der Buddhismus noch nicht vorgedrungen. Die Prinzessin war eine fromme Buddhistin. Sie brachte buddhistische Schriften und Buddhastatuen nach Tibet mit. Sie hatte beschlossen, In Tibet Klöster zu bauen und den Buddhismus zu verbreiten. Sie ließ einen Teich mit Erde auffüllen, wo dar Jokhang-Tempel gebaut wurde. Prinzessin Wen Cheng und Songzain Gambo pflanzten vor dem Tempel mit eigenen Händen einen Weidebaum, die bekannte „Tang-Weide“. Die berühmte Gedenkstele für die Allianz zwischen Neffen und Onkel, auch die Stele für die Changqing-Allianz genannt, steht an diesem Weidebaum. Eine von der Prinzessin aus Chang’an mitgebrachte Sakyamuni-Statue steht heute in der Mitte der großen Halle des Jokhang-Tempels. Auf beiden Seiten der großen Halle stehen Statuen von Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng. Die Goldfolienschichten der Statuen haben wegen zu vieler Berührung von Pilgern und Touristen bereits Risse.

Später ließ Prinzessin Wen Cheng das Ramoge-Kloster erbauen. Seitdem wurde der Buddhismus in Tibet langsam verbreitet. Prinzessin Wen Cheng benannte die Berge um Lhasa nach den Schätzen wie Miaolian, Baosan, Youshihailuo, Jingang, Shenglizhuang, Baoping und Jinyu, die bis heute behalten werden.

Während Prinzessin Wen Cheng den Buddhismus in Tibet verbreitete und Gebete zum Glück und zur Vertreibung von Katastrophen verrichtete, schenkte sie den Tibetern Getreide- und Gemüsesaatgut und lehrte sie Anbaumethoden. Mais, Kartoffeln, Puffbohnen und Raps wuchsen dort üppig. Die Prinzessin brachte auch Wagen, Pferde, Maultiere, Kamele sowie Produktionstechnologien und medizinische Schriften nach Tibet mit, was den gesellschaftlichen Fortschritt in Tibet förderte.

Der von Prinzessin Wen Cheng und Songzain Gambo eigen-händig gepflanzte Tang-Weidebaum vor dem Jokhang-Tempel

Songzain Gambo liebte die anmutige und vornehme Prinzessin Wen Cheng leidenschaftlich. Er ließ einen Palast für sie dort erbauen, wo heute der Potala-Palast steht. Der prächtige Potala-Palast verfügte über 1000 Zimmer. Später wurde er von Gewittern und Kriegswirren zerstört. Nach dem Wiederaufbau im 17. Jahrhundert erhielt der Potala-Palast seine heutige Gestalt. Sein 13stöckiges Hauptgebäude ist 117 m hoch. Der Potala mit seiner imposanten Majestät bedeckt eine Fläche von insgesamt über 360 0000 qm. Im Potala gibt es viele wichtige Wandgemälde. Darunter verdeutlicht ein Wandgemälde, wie der Gesandte Gar Tongtsan die fünf schwierigen Fragen des Tang-Kaisers beantwortete, als er in Chang’an die Prinzessin begrüßte. Ein anderes Wandgemälde stellt die Szene der Ankunft der Prinzessin Wen Cheng in Lhasa dar, wo sie von den Tibetern herzlich begrüßt wurde. Die Kompositionen der Wandgemälde sind fein und die bunten Figuren lebensgetreu. Hinter dem Potala befinden sich noch Überreste des Meditationszimmers von Songzain Gambo. An den Wänden befinden sich bunte Statuen von Songzain Gambo, Prinzessin Wen Cheng und Gar Tongtsan.

Die Ehe zwischen dem König Tibets und der Prinzessin der Tang-Dynastie brachte die Tibeter und die Han-Chinesen enger zusammen. Für eine Zeit von ca. 200 Jahre nach der Eheschließung gab es kaum Kriege. Es herrschte reger Verkehr zwischen Boten und Geschäftsleuten der Tang-Dynastie und des Königreiches Tubo. Songzain Gambo war Bewunderer der Kultur in den zentralen Gebieten Chinas. Er entledigte sich seiner Pelzkleidung, kleidete sich nun in Seide und schickte Kinder von Adligen zum Lernen nach Chang’an. Der Tang-Kaiserhof schickte ab und zu Handwerker nach Tubo, um die Tibeter verschiedene Techniken zu lehren.

Als Li Shimin, Kaiser der Tang-Dynastie, 649 starb, entsandte Li Zhi, der neue Kaiser Gaozong, Gesandte nach Tubo, um die Todesnachricht zu überbringen. Der Kaiser Gaozong verlieh Songzain Gambo die Titel „Fumaduwei“ (Schwiegersohn des Kaisers und Kommandant) und „Prinz von Xihai“. Songzain Gambo schickte Gesandte nach Chang’an, um seine Kondolenz zu überbringen, und bot dem Mausoleum des Kaisers Taizong Perlen aus 15 Sortimenten dar. Er sandte eine Botschaft an Gaozong, um dem neuen Kaiser der Tang-Dynastie zu gratulieren und ihn zu unterstützen. Gaozong verlieh Songzain Gambo den Titel „Zong-Prinz“ (Schatzprinz). Er errichtete eine Steinstatue des tibetischen Königs vor dem Mausoleum des Kaisers Taizong, um Songzain Gambo auszuzeichnen.

Songzain Gambo war sehr talentiert und weitblickend. Er vereinigte Tibet, wobei er die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung in Tibet förderte und die engen Beziehungen zwischen der tibetischen und der Han-Nationalität vertiefte und dadurch große Beiträge zur Entwicklung des einheitlichen Staates mit vielen Nationalitäten, China, in der Geschichte leistete. Prinzessin Wen Cheng mit ihrem umfangreichen Wissen und Weitblick scheute weder Schwierigkeiten noch Gefahren und heiratete den tibetischen König in Tibet, um den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen der Tang-Dynastie und dem Königreich Tubo auszubauen, die engen freundschaftlichen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen der tibetischen und der Han-Nationalität zu vertiefen. Damit leistete Wen Cheng ebenfalls einen Beitrag von historischer Bedeutung.

All dies ist inzwischen nicht nur Teil der Annalen, sondern auch sich Han-Chinesen und Tibeter dies sehr zu Herzen genommen.

Chinas Tibet-Kulturwoche in Wien eröffnet

Beijing Rundschau

Die chinesische Tibet-Kulturwoche 2006 ist am 23. Oktober feierlich in der österreichischen Hauptstadt Wien eröffnet worden.

Der chinesische Botschafter in Österreich Lu Yonghua sagte bei der Eröffnung, Chinas Tibet-Kulturwoche sei ein wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten anlässlich des 35. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Österreich. In Österreich findet aus diesem Anlass das "China-Jahr" statt.

Ferner wies der stellvertretende Präsident der Chinesischen Gesellschaft für Internationalen Kulturaustausch Li Guangwen darauf hin, dass Chinas Tibet-Kultur-Woche ein Fenster für das österreichische Volk ist, tibetische Kultur und die Tibeter kennen zu lernen. Er zeigte sich dvon überzeugt, dass durch diese Veranstaltung die kulturelle Kooperation zwischen Tibet und Österreich gefördert werde.

Chinas Tibet-Woche 2006 findet vom 18. bis zum 29. Oktober in Wien, Linz und Salzburg statt. Tibetische Gesänge und Tänze sollen ergänzt durch Bilder aus Tibet der österreichischen Bevölkerung die reichhaltige nationale Kultur und typische Sitten und Gebräuche aus Tibet anschaulich machen.

 

Chinas Tibet-Kulturwoche im Focus der österreichischen Medien

Die chinesische Tibet-Kulturwoche 2006 wird von den österreichischen Medien viel beachtet. Die größte Zeitung in Österreich, die Kronenzeitung, hat ihren Lesern zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen der Tibet-Kulturwoche vorgestellt. Außerdem haben der Österreichische Rundfunk (ORF), die Österreichische Nachrichtenagentur und das lokale Wiener Fernsehen über die Tibet-Kulturwoche berichtet.

Der Generalsekretär des Organisationskomitees für die chinesische Tibet-Kulturwoche, Wang Pijun, erklärte, die diesjährige Kulturveranstaltung wird vom Gastgeberland Österreich mit allen Kräften unterstützt. Seit Anfang der Veranstaltung hat es in den österreichischen Medien die meisten positiven Berichte über Tibet seit Jahren gegeben. (CRI)

 

Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie bringt Tourismus in Tibet große Chance

Durch die Inbetriebnahme der Qinghai-Tibet-Eisenbahn ist der Tourismus in Tibet kaum noch wieder zu erkennen. Nach Schätzungen werden in diesem Jahr über 2,6 Millionen Touristen nach Tibet reisen. Die Einnahmen für Tibet aus dem Bereich Tourismus werden 2,8 Milliarden Yuan RMB betragen, was einem Zuwachs von über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

 

Die Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie wurde am 1. Juli 2006 für den Verkehr freigegeben. Sie ist mit einer Länge von beinahe 2.000 Kilometern die längste Hochlandeisenbahnstrecke der Welt .(CRI) 

Der Potala-Palast

Der Potala-Palast, ein burgartiger weltbekannter antiker Bau auf dem Roten Hügel in Lhasa, wurde bereits im 7. Jahrhundert errichtet und blickt auf eine Geschichte von 1300 Jahren zurück.

Der Weiße Palast, ein Bestandteil des Potala-Palastes

Der Potala-Palast liegt 3700 m über dem Meeresspiegel und nimmt ein Terrain von 360 000 qm ein. Er hat eine Ost-West-Ausdehnung von 360 m und von Süden nach Norden eine Ausdehnung von 270 m. Der Hauptteil des Palastes ist 117 m hoch und hat 13 Stockwerke, er ist damit der höchst gelegene Bau der Erde und eine Kulmination von Palast-, Burg- und Klosterbau. Der Potala-Palast ist aus Stein und Holz in tibetischem Stil gebaut. Gleichzeitig ist er vom traditionellen han-chinesischen Stil geprägt: Balken, goldenes Dach und Kassettendecke. Er hat mehrere Höfe, die durch Wandelgänge miteinander verbunden sind. Der Hauptteil des Palastes unterscheidet sich klar vom Rest des Palastes, der Hauptteil wird hervorgehoben, während die anderen Bauten auch ihn in koordinierter Weise einfassen. Der großartige Potala-Palast - ein Wunder in der Baugeschichte der Welt - bietet mit seinen vielen verschiedenen Stockwerken einen schönen harmonischen Rhythmus und einen herrlichen Anblick.

Den Überlieferungen zufolge bekannte sich der Tubo-König Songzain Gambo zum Buddhismus. Nachdem er die Hauptstadt nach Lhasa verlegt hatte, las er häufig auf dem Berg in der Nähe von Lhasa Sutras und verrichtete hier Gebete, so benannte er diesen Berg „Potala“. „Potala“ ist die phonetische Transkription vom Sanskrit „Buddhas Berg“ und bezieht sich auf Tibetisch auf den Wohnort von Guanyin-Bodhisattwa. Im Jahr 641 heiratete Songzain Gambo die Tang-Prinzissin Wen Cheng. Aus Freude ließ er an der Stelle des heutigen Potala-Palastes einen Palast für die Prinzessin erbauen. Damals war dieser Palast ein neunstöckiges Bauwerk mit 999 Räumen und einem Meditationsraum, es sah herrlich und grandios aus. Aber mit der Zeit wurde der Palast mehrmals von Donnern, Blitzen und Kriegsfeuern beschädigt. Er verfiel und war unbewohnbar. Nur die Höhle für den Prinzen von Dharma und der Hauptpalast Pagbalhakang blieben erhalten. Der heutige Potala wurde im 17. Jahrhundert gebaut.

Der Rote Palast

Der Potala-Palast besteht aus zwei wichtigen Teilen: Im einen lebte der Dalai Lama und widmete sich dem politischen Leben; der andere war der Religion vorbehalten - mit Stupas und Hallen für verschiedene Buddhastatuen.

Die Dalai Lamas lebten und regierten im Weißen Palast. Der Weiße Palast wurde 1645 bis 1653 gebaut, die Bauarbeiten nahmen insgesamt acht Jahre in Anspruch. Die Halle für Guanyin-Bodhisattwa, die in der Zeit von Songzain Gambo gebaut wurde, bildet das Zentrum, und um diese Halle wurde eine Gruppe von Tempeln und Klöstern errichtet. Die Wände dieser Bauwerke wurden mit augenfälliger weißer Farbe gestrichen, so dass man diese den „Weißen Palast“ nannte. Der Weiße Palast hat sieben Stockwerke. Die Östliche Große Halle im 4. Stock wird von 48 großen Säulen gestützt und ist mit einer Fläche von 717 qm die größte Halle im Weißen Palast. Große religiöse und politische Aktivitäten der Dalai Lamas wie die Einsetzungszeremonie und Regierungsübernahme fanden in dieser Halle statt. Im 5. bzw. 6. Stock lebten die Dalai Lamas bzw. gingen ihren politischen Verpflichtungen nach. Der 7. Stock stellte den Winterpalast der Dalai Lamas dar. Dieses Stockwerk hat eine große Fensterfront, den ganzen Tag über scheint die Sonne in die Fenster, so dass man dieses Stockwerk als „Halle des Sonnenscheins“ bezeichnet. Die Innendekoration des Palastes ist luxuriös. Juwelen wie Goldbecken und Jadeschüssel demonstrieren die hohe Stellung des Palastinhabers. Der Palast hat noch einen großen Balkon, von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt Lhasa. In der Ferne schlängeln sich die Bergketten und der schöne Lhasa-Fluss durchkreuzt sie wie ein Satinband. In der Umgebung sieht man Ackerfelder, Raine, Bäume und Bauernhöfe, das goldene Dach des alten Jokhang-Klosters an der Seite des Potala ist auch zu sehen.

Der andere Bestandteil des Potala-Palastes ist der Rote Palast, der 1690 gebaut wurde. Damals entsandte der Qing-Kaiser Kangxi über 100 Handwerker der Han-, mandschurischen und mongolischen Nationalität nach Tibet, um beim Bau dieses großartigen Projekts zu helfen. Die wichtigsten Bauten im Roten Palast sind Hallen für verschiedene Buddhastatuen und Stupas der verstorbenen Dalai Lamas. Innerhalb des Palastes sind acht Stupas der Dalai Lamas zu sehen, davon ist der des 5. Dalai Lama besonders groß und prachtvoll. Dieser Stupa ist mit Gold überzogen und mit Perlen und Edelsteinen verziert. Man sagt, dass insgesamt über 110 000 Tael Gold sowie 18 677 Perlen, Edelsteine, Korallen, Bern- und Achatsteine für die Dekoration dieses Stupas verwendet wurden. Die Westliche Große Halle, die größte innerhalb des Roten Palastes, hat eine Fläche von 725 qm. An der Vorderseite, ganz in der Mitte oben, hängt eine vom Qing-Kaiser Qianlong geschenkte Holztafel, und der Thron des 6. Dalai Lama steht darunter. Im Palast wird eine Brokat-Gardine, ein Geschenk des Qing-Kaisers Kangxi, aufbewahrt - sie gehört zu den wertvollen Schätzen im Potala-Palast. Die Drei-Welten-Halle ist die höchste Halle im Roten Palast. Auf dem Bücherregal steht noch die Beijing-Ausgabe von „Dangyur“, die der Qing-Kaiser Yongzheng dem 7. Dalai Lama überließ. Am westlichen Ende des Roten Palastes befindet sich die 14 m hohe Stupahalle des 13. Dalai Lama. Man sagt, dass das Mandala in dieser Halle aus über 200 000 Perlen angefertigt wurde. Die luxuriöse Innendekoration des Potala-Palastes ist einerseits die Schatzkammer der tibetischen Kunst, offenbart andererseits jedoch die große Kluft zwischen den Adligen und den Leibeigenen, die über 95 Prozent der tibetischen Bevölkerung im alten Tibet ausmachten. Der Rote Palast bot und bietet einen Ort für religiöse Tätigkeiten. Die beiden Farben Weiß und Rot verschmelzen zu einer unteilbaren Einheit, was den Charakter der Gesellschaft im alten Tibet, nämlich den Zusammenschluss von Politik und Religion, verkörpert. Nach der Fertigstellung des Weißen Palastes siedelte der 5. Dalai Lama vom Zhaibung-Kloster in den Palast um und lebte hier bis zu seinem Tod. Die kommenden Dalai Lamas lebten alle im Potala-Palast und übten hier auch religiöse Tätigkeiten aus, so dass der Potala zu einem heiligen Ort für Lamas und Gläubige wurde.

Teil des geschnitzten Balkens und ein prächtig verzierter Pfeiler des Potala- Palastes

Seit mehr als 300 Jahren funktioniert der Potala-Palast als das politische und religiöse Machtzentrum in Tibet. In diesem Palast sind so reichhaltige historische Kulturgegenstände und kunsthandwerkliche Arbeiten aufbewahrt, dass der Potala als Geschichts-, Kultur- und Kunstmuseum Tibets bezeichnet wird. Die farbenprächtigen und realistischen Wandgemälde, die eine Fläche von über 50 000 qm bedecken, zeugen von Kunstfertigkeit und sauberer Arbeit. Die Wandgemälde umfassen vier Themen: Religion, Sitten und Gebräuche, Biographien sowie historische Ereignisse. Die Szene vom Ausbau des Potala-Palastes wurde lebendig auf die Wand gezeichnet; das Gemälde über die Einreise der Tang-Prinzessin Wen Cheng nach Tibet spiegelt wider, wie sich die Han- und tibetische Nationalität harmonisch miteinander verbanden; an einer Wandseite der Westlichen Großen Halle wird die Audienz des 5. Dalai Lama 1652 beim Qing-Kaiser Shunzhi gezeigt. In der Halle für den Stupa des 13. Dalai Lama ist dessen Audienz mit dem Qing-Kaiser Guangxu und der Kaiserinwitwe Cixi geschildert. Im Potala-Palast sind außerdem Tausende von Stupas, Buddhastatuen, eine große Menge von tibetischen „Tangkas“ sowie viele wertvolle Klassiker zu sehen. Goldernennungszertifikate, Gold- und Jadestempel sowie Edikate, die die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie den Dalai Lamas verliehen und gewährten und die Beziehungen zwischen der Zentralregierung und der tibetischen Lokalregierung in der Geschichte zeigten, werden auch im Palast aufbewahrt. Diese Kultur-gegenstände liefern unbestreitbare Beweise für die Entstehung des einheitlichen Nationalitäten-staates China. Darüber hinaus bieten Decken, Baldachine, Ritualinstrumente, Gardinen, Brokate, Gold- und Silbergeschirre, Porzellane und Steingeräte im Potala-Palast den Besuchern einen herrlichen Anblick.

Nach der friedlichen Befreiung Tibets 1951 schenkte die Zentralregierung dem Schutz des Potala-Palastes große Aufmerksamkeit. 1961 nahm der Staatsrat den Potala unter den schwerpunktmäßigen Denkmalschutz des Staates und bewilligte von da an jährlich eine Sondersumme für seine Renovierung. Aber an dem großartigen Palast wurden 300 Jahre lang keine großangelegten Restaurierungsarbeiten vorgenommen, so dass er durch Wind- und Wetterein-wirkungen fast baufällig war. 1985 entschied der Staatsrat, eine enorme Geldsumme für die umfangreiche Restaurierung des Palastes bereitzustellen. Somit ist dies das größte Investitionsprojekt für den Denkmalschutz seit Gründung der VR China.

Das Renovierungsprojekt für den Potala wurde am 11. Oktober 1989 in Angriff genommen. Dank der guten Zusammenarbeit der tibetischen und han-chinesischen Techniker bzw. Bauarbeiter gingen die Restaurierungsarbeiten reibungslos voran und wurden im September 1994 vollendet. Das ganze Projekt hat insgesamt 53 Mio. Yuan in Anspruch genommen. Der Potala-Palast, das Juwel des gesamten Hochplateaus, strahlt wieder blendend und zieht immer mehr in- und ausländische Touristen an. Derzeit steht der Potala-Palast auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

 

Österreich begrüßt die chinesische Tibet-Delegation

 

Die chinesische Delegation zur Tibetischen Kulturwoche 2006 ist in Wien von der Vizepräsidentin des österreichischen Nationalrates Anna Elisabeth Haselbach empfangen worden.

Haselbach sagte, Österreich habe das "China-Jahr" anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und China ausgerufen. Das österreichische Volk habe stets großes Interesse an Tibet gezeigt. Der Bau der Qinghai-Tibet-Eisenbahn werde den Abstand zwischen Tibet und der Welt weiter verkleinern, betonte die österreichische Politikerin.

Li Guangwen, der Leiter der chinesischen Delegation, führte aus, dass die Eisenbahnverbindung zwischen Qinghai und Tibet die Eisenbahnstrecke mit dem höchstgelegensten Pass ist. Für ihre Realisierung habe die chinesische Regierung sich im großen Maße eingesetzt. Vor Beginn des Projektes wurde viel über den Umweltschutz entlang der Eisenbahntrasse gesprochen. Überwachungsergebnisse seit Inbetriebnahme der Eisenbahn zeigten jedoch, dass die Eisenbahn die dortige Ökologie nicht beeinträchtigt.  

 

(China.org.cn, 20. Oktober 2006)

Tipps für eine Winterreise nach Tibet

 

Da Tibet auch in den anderen Jahreszeiten von Eis und Schnee bedeckt ist, denken viele Menschen der Winter sei keine gute Zeit für eine Reise auf das Dach der Welt. Laut professionellen Reisenden, liegt die Wintertemperatur in Lhasa bei durchschnittlich 12 Grad Celsius, wobei die Tagestemperaturen durch das intensive Sonnenlicht sogar noch höher sein können.

Im Jahr 2006 wurde der Berg Namjagbarwa in die von dem Magazin China National Geography veröffentlichte Liste der "atemberaubendsten Plätze in China" aufgenommen.

Der als Vater aller Gletscher bezeichnete 7787 Meter hohe Berg Namjagbarwa liegt in der Region Nyinchi in Osttibet. Die wirkliche Schönheit des Bergs Namjagbarwa kann nur im Winter bewundert werden, daher beginnen sich zunehmend Menschen für eine winterliche Reise nach Tibet zu interessieren.

 

Empfehlenswerte Reiseziele

Die für eine Winterreise nach Tibet empfehlenswerten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Umgebung von Lhasa und Nyingchi. Das wichtigste Ziel ist der Berg Namjagbarwa der im Frühling und im Sommer auf Grund relativ hoher Feuchtigkeit von Nebel und Wolken verdeckt ist. Die Trockenzeit von September bis zum Frühling ist daher die beste Zeit, um den Namjagbarwa zu genießen. Andere Sehenswürdig-keiten sind der alte und der neue Teil Lhasas, der Crayon Brahmaputra, der Zusammenfluss der zwei Flüsse Niyang und Brahmaputra, der schöne Garten beim Norbu Lingka in den Vororten Lhasas oder das Dorf Sangmu.

 

Dinge, die man bei einer Winterreise nach Tibet mitführen sollte

Die beschriebenen Reiseziele liegen alle in einer durchschnittlichen Höhe von 3000 Metern, daher kann es hier nur zu relativ leichten Symptomen von Höhenkrankheit kommen. Es ist ausreichend, einige leichte Arzneimittel gegen Höhenkrankheit wie Hongjingtian und Gaoyuanan mitzuführen und gegebenenfalls während der ersten Tage nach der Ankunft einzunehmen.

Außerdem sollte man für einen angenehmen Winterurlaub in Tibet eine Sonnenbrille, eine wasser- und winddichte Kopfbedeckung mit verstärktem Schirm und Sonnencreme mitnehmen, um nicht dem intensiven Sonnenlicht zu stark ausgesetzt zu sein und Schneeblindheit vorzubeugen.

Das Mitführen von Ingwerpulver gegen Insekten ist ebenfalls ratsam, da einige Herbergen in Tibet keine von Insekten freien Bettbezüge zur Verfügung stellen können. Atmungsaktive Unterwäsche ist Baumwoll-unterwäsche vorzuziehen, weil Baumwolle vergleichsweise luftdicht ist und Feuchtigkeit durch Schweiß kälteempfindlich macht. Auch ein Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin gegen Frostbeulen und andere Schmerzen ist empfehlenswert.

Während der Winterzeit wird in China hauptsächlich Fleisch gegessen. Bekannte lokale Gerichte sind zum Beispiel mit der Hand verzehrtes Schaffleisch, gegrillte Innereien vom Schaf und Trockenfleisch.

 

Feiertage in der Winterzeit

Der Winter ist eine festliche Jahreszeit in Tibet. Für Tibetreisende sind diese Feste eine weitere Attraktion. Im folgenden eine Übersicht über tibetische Feste, die in die Winterzeit fallen:

Gongbu Fest, Nyingchi

Am 1. Oktober des tibetischen Mondkalenders, im November oder Dezember nach dem gregorianischen Kalender, wird das Gongbu Fest gefeiert. Das Fest dient der Erinnerung an tibetische Soldaten, die in Kriegen zum Schutz der Tibeter vor Eindringlingen, starben. Zu den Feierlichkeiten gehören Tänze, Pferderennen und Jahrmärkte.

Xiannü Fest (Feenfest)

Das Xiannü-Fest wird auch Tianmu Fest (Fest der himmlischen Mutter) genannt und fällt auf den 15. Oktober nach dem tibetischen Kalender. Es ist in erster Linie ein Fest der tibetischen Frauen und wird in ganz Tibet mit religiösen Feiern begangen.

Randeng Festival (Laternenfest)

Das Randeng Fest fällt auf den 25. Oktober nach dem tibetischen Mondkalender und wird zur Erinnerung an den großen tibetischen Reformer Zongkaba gefeiert. Zu den Feierlichkeiten zählen das Entzünden von Lichtern aus Butterschmalz und das Singen religiöser Lieder.

Qugui-Fest (Das Fest der Geisteraustreibung)

Das Qugui-Fest fällt auf den 29. Dezember nach dem tibetischen Mondkalender und wird im Vorfeld des Neujahrsfestes gefeiert. Zu den Aktivitäten im Rahmen des Qugui-Festes zählen Gebete für Glück im kommenden Jahr und Hausputz.

Zanglinian (Tibetisches Neujahr)

Das tibetische Neujahrsfest fällt auf den 1. Januar des tibetischen Kalenders und ist das wichtigste Fest in Tibet. Die Menschen beginnen sich bereits im Dezember auf das Zanglinian vorzubereiten. Sie bereiten Tsampa, geröstete Kerne und Renshenguo, eine Art tonischer Frucht vor. Am Sylvesterabend wird das vorbereitete Essen den Buddhabildern angeboten. Am Neujahrsmorgen hohlen die Menschen zuerst einen Eimer Wasser vom Fluss. Der erste Eimer Wasser im neuen Jahr gilt als Glückswasser. Am zweiten Tag besuchen sich Freunde und Verwandte untereinander.

Suyou Huadenghui (Butterlampenfest)

Das Suyou Huadenghui fällt auf den 15. Januar nach dem tibetischen Kalender und wird tagsüber durch Gebete in den Tempeln und nachts mit einem Laternenfest gefeiert. Während des Festes gibt es zahlreiche farbenfrohe Laternen mit Bildern von Göttern, Vögeln, Blumen und Bäumen zu bewundern. Außerdem wird Puppentheater vorgeführt.

 

(China.org.cn, China Daily, 20. Oktober 2006) 

  

Eisenbahn fördert Schutz der tibetischen Kultur

 

Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn wird den Schutz und die Entwicklung der tibetischen Kultur fördern und den Zustrom von Touristen auf der Suche nach einer einmaligen kulturellen Erfahrung nach Tibet bedienen, glaubt Lhamo Pucog, stellvertretender Präsident der chinesischen Gesellschaft für den Schutz und die Entwicklung der tibetischen Kultur, im Vorfeld eines Forums zur tibetischen Kultur.

"Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn ermöglicht eine förderliche Interaktion zwischen der tibetischen und anderen Kulturen", sagte Lhamo.

Da sich die meisten Touristen in Tibet für die Stätten und die einzigartige ethnischen und kulturellen Attraktionen interessierten, seien die lokale Regierung und die Bürger ermutigt, ihre Kultur weiter zu entwickeln. Außerdem würden die lokalen Anwohner durch die Entwicklung des Tourismus leichteren Zugang zu Informationen und Kulturen der Außenwelt erhalten.

Die am 1. Juli dieses Jahres in Betrieb genommene Strecke ist 1956 Kilometer lang und verbindet das chinesische Herzland mit der autonomen Region Tibet. Die Strecke führt durch beeindruckende Gebirgszüge mit einer durchschnittlichen Höhe von 4000 Metern über dem Meeresboden.

Die tibetische autonome Region Tibet hat zwischen dem 1. Juli und dem 31. August über 913.000 Touristen aus dem In- und Ausland empfangen, eine Zunahme um 54 Prozent. In demselben Zeitraum wurden durch den Tourismus 940 Millionen Yuan (94 Millionen Euro) eingenommen, ein Anstieg um 48,6 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum.

(China.org.cn, Xinhua, 11. Oktober 2006)

Das Reinkarnationssystem der Lebenden Buddhas

Das Reinkarnationssystem der Lebenden Buddhas ist der wichtigste Unterschied zwischen dem Tibetischen Buddhismus und anderen Schulen des Buddhismus. 1283, als Garma Baxi, dem der mongolische Khan Mongo den Titel „Staatlicher Tutor“ verliehen und eine mit goldenen Fäden umsäumte schwarze Mütze geschenkt hatte, auf dem Sterbebett lag, sprach er seinen Wunsch aus, nach einem Kind als seiner Wiedergeburt zu suchen, um die schwarze Mütze zu erben. Dies war der Beginn des Reinkarnationssystems der Lebenden Buddhas mit schwarzer Mütze. Danach folgen die anderen Sekten des Tibetischen Buddhismus ihrem Beispiel. Statistiken zufolge gab es während der Regierungszeit des Kaisers Qianlong der Qing-Dynastie (1616-1911) 148 Lebende Buddhas, die im Rat für Mongolische und Tibetische Angelegenheiten registriert wurden. Ihre Zahl stieg am Ende der Qing-Dynastie auf 160. Das Reinkarna-tionssystem der Dalai Lamas wurde im 17. Jahrhundert und das der Panchen Erdenis im Jahr 1713 eingeführt.

Als die Gelug-Sekte im 17. Jahrhundert in Tibet an die Macht gekommen war, wurde das Reinkarnations-system der Lebenden Buddhas zu einem Mittel der Machthaber Tibets für die Suche nach Vorrechten. Um diesem Missstand abzuhelfen, veröffentlichte die Qing-Dynastie im Jahr 1793 das „29-Artikel-Statut für eine noch effektivere Verwaltung Tibets“. In Artikel 1 des Status wird die Einführung des Systems der Losziehung aus der goldenen Urne zur Bestimmung der Wiedergeburt eines verstorbenen Lebenden Buddhas festgelegt. Zu diesem Zweck ließ der Qing-Hof zwei goldene Urnen anfertigen: eine für den Dalai Lama und den Panchen Erdeni, die im Potala-Palast in Lhasa aufbewahrt wird, und eine für große Lebende Buddhas und Hutogtu-Buddhas in der Mongolei und Tibet, die im Lamatempel Yonghegong in Beijing aufbewahrt wird.

Der Staat respektiert diesen Glauben und praktiziert die Reinkarnation der Lebenden Buddhas sowie die religiösen Rituale und historische Gepflogenheiten des Tibetischen Buddhismus. Im Jahr 1992 genehmigte das Büro für religiöse Angelegenheiten beim Staatsrat den Nachfolger des 17. Lebenden Buddhas Karmapa. Im Jahr 1995 wurde das Seelenkind der Reinkarnation des 10. Panchen Erdeni durch die gemeinsamen Bemühungen der Tibeter in allen Gesellschaftsschichten nach den tibetischen buddhistischen Ritualen und den historischen Gepflogenheiten durch die Losziehung aus der goldenen Urne im Jahr 1995 bestätigt und vom Staatsrat genehmigt. Anschließend wurde die Inthronisationsfeier des 11. Panchen Erdeni, wobei der Sonderbeauftragte der Zentralregierung den Vorsitz führte, veranstaltet.

Seit der demokratischen Reform hat es mehr als 30 Lebende Buddhas, die vom Staat und dem Autonomen Gebiet Tibet genehmigt wurden, gegeben.

Chinas Tibet: Fakten und Zahlen 2005

Nachdem die Qing-Dynastie 1644 gegründet worden war, schenkte sie dem tibetischen Buddhismus, besonders der Gelug-Sekte, größere Aufmerksamkeit, um die Herrschaft der zentralen Regierung über das Gebiet Tibet zu konsolidieren. Im 9. Regierungsjahr des Kaisers Shunzhi (1652) begaben sich der 5. Dalai Lama, der Bainqen Lama und Gushi Khan auf Einladung nach Beijing, wurden feierlich empfangen und erhielten viele Zuwendungen. Der 5. Dalai Lama wurde mit dem Titel „Bewahrer des buddhistischen Glaubens auf der Erde unter dem Großen Wohlwollenden Sorgenfreien Buddha im wesentlichen Paradies“ beehrt und seine Stellung als religiöser Führer gefestigt. Nachdem Gushi Khan 1654 gestorben war, baute der Dala Lama seine politische Kraft aus, legte in der Religion die dominierende Stellung der Gelug-Sekte fest und ließ mehr Klöster bauen, ihre Zahl stieg auf über 3000.

Die Klöster des tibetischen Buddhismus zeichnen sich durch die Verbindung der tibetischen Palastform mit der tibetischen Kloster- und Pagodenform aus, Widerspiegelung der Einheit von Macht und Religion. Einige bekannte Klöster verkörpern die Verbindung des tibetischen Baustils mit dem han-chinesischen und dem indischen Baustil: hochaufragend, würdevoll, prächtig, mit aneinander gereihten Hallen und mit geschnitzten Balken sowie bemalten Pfeilern sind die Klöster von höherem Bauniveau. Die meisten tibetischen Klöster sind in einer von zwei Arten gebaut: auf der Ebene erbaute Klöster wie das Jokhang-Kloster und an Bergen erbaute Klöster wie der Potala-Palast, das Gandain-, das Sera- und das Zhaibung-Kloster in Lhasa.

In den Klöstern des tibetischen Buddhismus werden in der Sakyamuni-Halle die Sakyamuni-Statue, in der Maitreya-Halle die Maitreya-Statue und in der Zongkapa-Halle die Zongkapa-Statue aufbewahrt. Die Manjusri-Statue steht häufig links von der Sakyamuni-Statue und symbolisiert „Weisheit“, während die Samantabhadra-Statue rechts von der Sakyamuni-Statue steht und „Wahrheit“ verkörpert. Die Manjusri-Statue trägt fünf Harrknoten und hält ein Schwert in der Hand, was Weisheit und Scharfsinn bedeutet. Der Avalokitesvara, besonders der Avalokitesvara mit tausend Augen und tausend Händen, ist voller Mitleid und Barmherzigkeit: er schützt mit seinen tausend Händen die Menschen und erblickt mit tausend Augen die Welt. Im Lamaismus gibt es viele Götter zum Schutz der buddhistischen Doktrin. Zudem sind in den Klöstern des tibetischen Buddhismus viele Musikinstrumente und Kultgeräte vorhanden, die zur Ehrerbietung, Belehrung u.a. dienen.

Die religiösen Aktivitäten in den Klöstern des tibetischen Buddhismus sind im allgemeinen gleich, es besteht ein kleiner Unterschied in den religiösen Aktivitäten zwischen den unterschiedlichen Sekten und zwischen den großen und den kleinen Klöstern. Das wichtigste Ereignis ist das große Gebetsfest vom 3. bis zum 25. Tag des ersten Monats nach dem tibetischen Kalender, ein wichtiges Fest, das das Leben entscheidend prägt.

Am 15. Tag des zweiten Monats wird das kleine Gebetsfest gefeiert. Am 30. Tag des zweiten Monats wird das „Fest für den Schatz-Vergleich“ gefeiert; an diesem Tag zeigten in der Vergangenheit Mönche aus verschiedenen Klöstern, Adlige und Beamte ihre Schätze bzw. Antiquitäten zuerst vor dem Potala-Palast, dann im Jokhang- und Ramoge-Kloster. Der 15. Tag des vierten Monats wird Dagya Dawa-Fest – der Gedenktag zur Erinnerung an die Geburt Buddhas und an sein Eingehen ins Nirwana – gefeiert. Vom 15. Tag des sechsten Monats bis zum 30. Tag des siebten Monats wird im Zhaibung-Kloster das „Shoton“-Fest und am 8. Tag des siebten Monats das „Longbeng-Fest“ gefeiert. Zu dieser Zeit ist es Mönchen und Weltlichen erlaubt, die Stupas des 3. und des 4. Dalai Lama in der Großen Sutrahalle anzubeten. Das „Laternen-Fest“ am 25. des zehnten Monats ist der Gedenktag zur Erinnerung an die Erleuchtung Zongkapas. Am 29. des zwölften Monats wird das „Fest zur Vertreibung der Gespenster“ gefeiert, an dem man tanzt, um Gespenster zu vertreiben. Im Potala-Palast wird dieses Fest feierlicher als anderswo gefeiert, um für eine reiche Ernte im nächsten Jahr zu sorgen.

In den tibetischen Klöstern werden große Mengen von Kunstwerken und historischen Kulturgegenständen aufbewahrt. Die Statuen, Wandgemälde und Ornamente in den Klöstern sind von hohem künstlerischem Wert. In den großen Klöstern Tibets werden viele Sutras und Bücher über Literatur, Geschichte, Geographie, Philosophie, Medizin, Astronomie und Kalender aufbewahrt. Ein Kloster stellt ein Museum für tibetische Geschichte, Kultur und Kunst dar und verkörpert die Essenz der tibetischen Kultur.

Die Tibetische Kulturwoche 2006 findet in der Zeit vom 18. bis 29. Oktober in Österreich statt. Li Guangwen, chinesischer Hauptverant-wortlicher und Vize-Vorsitzender des ständigen Ausschusses des Volkskongresses des Autonomen Gebiets Tibet, sagte am 18. Oktober, dass die Kulturwoche zum Vorantreiben gut entwickelter Beziehungen zwischen China und Österreich beitragen wird.

 In einem Interview wies Li Guangwen in Beijing darauf hin, dass das tibetische Volk der ganzen Welt die riesigen Veränderungen Tibets näher bringen möchte. Die Kulturwoche spiele eine wichtige Rolle dabei und wird Tibet umfassend und objektiv darstellen.

 Die Tibetische Kulturwoche 2006 ist die sechste Großveranstaltung außerhalb Chinas über die tibetische Kultur seit 2001.

  

 

 

 

 

 

 

Wohnhäuser in Tibet

Die traditionellen Wohnhäuser in Tibet haben, wie andere Aspekte der tibetischen Kunst und Kultur, ihre eigenen Eigenschaften. Es gibt eine Reihe verschiedener Formen tibetischer Wohnhäuser, wie z. B. Stein-häuser in südtibetischen Tälern, Zelthäuser in nordtibetischen Weidgebieten und Holzhäuser in Wäldern entlang dem Yarlung Zangbo-Fluss. In Ngari findet man sogar Wohnhöhlen.

Ein Überblick über die Stadt Lhasa

Tibetische Wohnhäuser können auf eine lange Geschichte zurückblicken. In einer Ruine aus der Karub-Jungsteinzeit vor 4000 Jahren finden sich viele Baureste.

Steinhäuser sind die typische Form der Wohnhäuser in Tibet. Die meisten von ihnen sind mit Stein und Holz gebaut und liegen am Berghang. Von außen gesehen wirkt ein solches Haus würdevoll und fest, der Baustil ist von klassischer Schlichtheit und etwas grob. Die Außen-wände sind in den Grundlagen dick und verjüngen sich nach oben, wobei der innere Teil senkrecht nach oben verläuft. Im Allgemeinen besteht ein Steinhaus aus zwei Stockwerken, die Räume sind durch Säulen begrenzt. Das Erdgeschoss ist niedrig und wird als Tierstall und Lager genutzt. Man wohnt im ersten Stock. Die großen Räume dienen als Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küchen und die kleinen als Lager oder Treppenhäuser. Der zweite Stock, wenn es einen gibt, wird meistens als Gebetsraum und Trockenfläche genutzt.

Die Steinhäuser sind stabil und wind- und kältebeständig. Sie können auch vor Angriffen und Diebstahl schützen.

Das neue Haus einer tibetischen Bauernfamilie

Wie schon der Name sagt, unterschiedet sich das Zelthaus wesentlich vom Steinhaus. Es muss der Lebensweise der tibetischen Hirten, die ein Nomadenleben führen, gerecht werden und hat deshalb eine ganz andere Konstruktion als das Steinhaus. Ein normales Zelthaus ist quadratisch oder rechteckig und nicht sonderlich groß. Das Filzzelt aus schwarzer Yakswolle wird von 2 m langen Holzstangen gestützt. In seiner Mitte befindet sich eine 15 cm breite und 1,5 m lange Öffnung für Belüftung und Licht. Es wird mit Seilen aus Yakswolle im Boden befestigt und ist von einer 50 cm hohen runden Mauer aus Lehmziegeln oder Kies umgeben, auf der Hochlandgerste, Butterbehälter und getrockneter Kuhmist (als Brennstoff genutzt) gelagert sind. Das Zelthaus ist einfach ausgestattet. Ungefähr in der Mitte steht ein Kochherd, dahinter ein Altar. Der Boden ist vollständig von Schaffellen bedeckt, darauf ruht man sich aus und schläft. Das Zelthaus hat eine einfache Struktur. Das Gerüst ist leicht zu zerlegen, zusammenzusetzen und zu transportieren.

Die Tibeter lieben die Schönheit und verstehen sich gut darauf, diese auszudrücken. Ihre Wohnungen sind deshalb häufig schön geschmückt. An die Zimmerwände sind oft glückverheißende Muster gemalt. An den Seitenwänden des Wohnzimmers sind blaue, grüne und rote Streifen zu sehen. Sie symbolisieren Himmel, Erde und Meer. In Xigaze malt man an die Tür des Wohnhauses Muster, die Sonne, Mond und Glückswolken darstellen, oder hängt Mani-Fähnchen heraus. In Mankang, Qamdo schmücken die Tibeter Außenmauern und Fenster mit bunten Bildern.

Zelthäuser tibetischer Hirten im Weidegebiet Nagqu

Der größte und auffälligste Unterschied zwischen den Wohnhäusern von Tibetern und denen anderer Nationalitäten ist die starke Religionsprägung.

Inner- und außerhalb des Hauses ist deutlich, dass heilige Buddhas hier eine hohe Stellung inne haben. Sowohl in den Wohnungen der Bauern und Hirten als auch in den Residenzen der Adligen gibt es eine Opferstätte oder einen Altar, um den Buddhas Opfer darzubringen.

Vorm Fenstervorsprung der Außenwände hängen rote, blaue und weiße Baumwollgardinen. Die Fensterrahmen sind schwarz. Der Unterteil des Dachaufsatzes und dessen Ecke werden mit einem Baldachin aus roten, weißen, blauen, gelben und grünen Baumwollstoffen geschmückt. Im tibetischen Buddhismus sind diese fünf Farben glückbringende Farben und symbolisieren jeweils Feuer, Wolken, Himmel, Erde und Wasser.

An der Bemalung der Wände ist erkennbar, welcher Sekte diese Familie angehört. Die Wände eines Wohnhauses der Sagya-Sekte z. B. sind weiß mit zwei gleichbreiten Linien in Dunkelrot und Dunkelblau. Viele große Häuser sind in zwei Farben (dunkelrot und weiß) gestrichen (von oben bis unten). Dies bedeutet, dass die Einwohner in dieser Gegend Anhänger der Sagya-Sekte sind.

Wohnhäuser in Berggebieten Tibets

Die Wohnsiedlungen in Tibet haben zumeist eine religiöse Bedeutung. Das Barkor-Wohnviertel in Lhasa z. B. wurde in der Nähe des Jokhang-Tempels errichtet. In den Landwirtschafts- und Weidegebieten wurden die Wohnhäuser rund um die Tempel bzw. Klöster gebaut.

Neben den Vorrichtungen gegen Kälte, Wind und Erdebeben gibt es in tibetischen Wohnhäusern noch Lufteinlasstüren, kleine Höfe und Dachfenster, so dass unwirtliche Einflüsse von Wetter und geographischer Lage ausge-schlossen werden können.

Vor der demokratischen Reform vom Jahr 1959 wohnte der Großteil der Tibeter in niedrigen Hütten, viele waren obdachlos. Nach der Gründung des Autonomen Gebiets Tibet setzte die Regierung viel Geld in die Verbesserung der Wohn-häuser der Tibeter ein. 1994 erreichte das Pro-Kopf-Wohnfläche in den Städten 12,24 qm und in den Dörfern 20,36 qm. Da sich die Wirtschaft im alten Tibet sehr langsam entwickelte, konnten die Wohnhäuser nur mit Stein und Lehm gebaut werden. Heute werden in Tibet viele Hochhäuser mit modernen Baustoffen gebaut, so dass der tibetische Baustil noch besser zur Geltung bebracht werden kann. Im alten Tibet war die Innenausstattung der meisten tibetischen Wohnhäuser einfach. Heute sind in den tibetischen Familien Fenster, Radiorecorder und tibetische Möbel populär. Die Tibeter haben durch Reform und Öffnung nun mehr Geld in der Tasche. Sie können ihre Häuser schön gestalten.

 

Eisenbahn fördert Schutz der tibetischen Kultur

Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn wird den Schutz und die Entwicklung der tibetischen Kultur fördern und den Zustrom von Touristen auf der Suche nach einer einmaligen kulturellen Erfahrung nach Tibet bedienen, glaubt Lhamo Pucog, stellvertretender Präsident der chinesischen Gesellschaft für den Schutz und die Entwicklung der tibetischen Kultur, im Vorfeld eines Forums zur tibetischen Kultur.

"Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn ermöglicht eine förderliche Interaktion zwischen der tibetischen und anderen Kulturen", sagte Lhamo.

Da sich die meisten Touristen in Tibet für die Stätten und die einzigartige ethnischen und kulturellen Attraktionen interessierten, seien die lokale Regierung und die Bürger ermutigt, ihre Kultur weiter zu entwickeln. Außerdem würden die lokalen Anwohner durch die Entwicklung des Tourismus leichteren Zugang zu Informationen und Kulturen der Außenwelt erhalten.

Die am 1. Juli dieses Jahres in Betrieb genommene Strecke ist 1956 Kilometer lang und verbindet das chinesische Herzland mit der autonomen Region Tibet. Die Strecke führt durch beeindruckende Gebirgszüge mit einer durchschnittlichen Höhe von 4000 Metern über dem Meeresboden.

Die tibetische autonome Region Tibet hat zwischen dem 1. Juli und dem 31. August über 913.000 Touristen aus dem In- und Ausland empfangen, eine Zunahme um 54 Prozent. In demselben Zeitraum wurden durch den Tourismus 940 Millionen Yuan (94 Millionen Euro) eingenommen, ein Anstieg um 48,6 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum.

(China.org.cn, Xinhua, 11. Oktober 2006)

 

Tibetische Frauen und ihre Trachten

Auf dem schönen geheimnisumwitterten Tibet-Plateau sieht man überall gesunde und rotwangige tibetische Frauen. Sie singen und tanzen bei der Feldarbeit, bauen ihre Behausungen (Häuser mit flachem Dach und vielen Fenstern auf Erhöhungen, mit Wänden aus Stein und Lehm gemauert), hüten Yak- und Schafherden oder knüpfen Pulus (Teppiche aus tibetischen Wollstoff), stellen Butter her und ernten Qingke-Gerste. So haben sie gemeinsam mit den Männern zur Entwicklung der Wirtschaft und Kultur beigetragen. Sie sind die Hauptstütze der Bevölkerung der tibetischen Nationalität.

Eine Khamba-Frau aus Tibet in einer Modeschau

Auf dem ewig von Schnee bedeckten Plateau haben die tibetischen Frauen mit großer Mutterliebe die Kinder der tapferen und arbeitsamen tibetischen Bevölkerung geboren und aufgezogen.

Die tibetischen Frauen putzen sich gerne schön heraus und nähen ihre farbenfrohen Nationaltrachten. Sie knüpfen mit ihren geschickten Händen die Kunsthandwerke, um sich schön zu kleiden und ihr Zimmer geschmackvoll einzurichten.

Die tibetischen Frauen sind gut im Singen und Tanzen. Bei der Feldarbeit singen sie laut und nach Herzenslust, beim Trinken, bei der Anbetung der Götter und nach der Schlichtung von Streitigkeiten singen sie auch oft. An den traditionellen Festtagen zeigen sie Gesang- und Tanzdarbietungen. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass sie, als sie Kind die Sprache lernten, schon das Singen mitlernten, ebenso, als sie als Kind gehen lernten, lernten sie auch schon das Tanzen. Gleich welche Schwierigkeit ihnen widerfährt, lassen sie sich nicht betrüben. Mit dem Gesang drücken sie ihre Ideale aus.

Eine Frau aus dem Bezirk Nagqu, Tibet

Eine lange historische Periode hindurch lebten die Tibeter wie im Mittelalter immer unter der Herrschaft der Leibeigen-schaft. Die Sklaven und Leibeigenen sowie Frauen wurden politisch, geistig, menschlich am stärksten unterdrückt und wirtschaftlich ausgebeutet. Sie gehörten zur untersten Unterschichte. Im Gesetzbuch des alten Tibet wurde festgelegt: „Die Frauen haben kein Recht, über Staatsangelegenheiten zu sprechen“, „Die Sklaven und die Frauen dürfen nicht an den Militär- und Regierungstätigkeiten teilnehmen“. In der Gesellschaft waren Sprichwörter verbreitet wie: „Wenn man an die Frauen glaubt, ist das Dach von Unkraut überwuchert.“ Mit einem Wort machten die Frauen immer harte Arbeit und hatten in der Gesellschaft keine Stellung. Sie zogen die Kinder mit großer Mühe auf und hatten aber keine Rechte, zu lernen. Sie knüpften zwar schöne Kleider, waren jedoch immer in Lumpen gehüllt. Daher war ihr Schicksal bedauernswürdig.

Mitte des 20. Jahrhunderts hat die Gründung des Neuen China ihnen Glück gebracht. So sind sie die Herren des Tibet-Plateaus geworden.

Frauen in festlichen Trachten im Bezirk Ngari, Tibet

In den 50 Jahren seit der friedlichen Befreiung hat sich ein weltumwälzender Wandel auf allen Gebieten Tibets vollzogen. Als die Hälfte des Himmels haben die tibetischen Frauen auch von Grund auf das Feudaljoch abgeschüttelt, wobei sie aus der niedrigsten Gesellschaftsschicht zu Berufsfrauen aufgestiegen sind. Aus allen Gewerben und Branchen, von Leitern jeder Ebene des Autonomen Gebiets Tibet bis zu Bergsteigerinnen, die den Qomolangma überwältigt haben, Lehrerinnen, Schriftstellerinnen, Richterinnen, Anwältinnen usw. ist eine große Anzahl von Vorbildern und Heldinnen hervorgegangen. Mit dem ständigen Fortschritt der Gesellschaft haben sich die Stellung der tibetischen Frauen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur sowie in den Familien tiefgehend verändert. Sie sind wirklich die Hälfte des Himmels zum Aufbau des neuen sozialistischen Tibet geworden, und auch eine unentbehrliche Kraft zum Aufbau des sozialistischen Vaterlandes.

Sie sind immer noch voller Lebensfrische.

1992 wurde das „Gesetz der Volksrepublik China zum Schutz von Rechten und Interessen der Frauen“ erlassen. In Übereinstimmung mit dem Gesetz haben die tibetischen Frauen aktiv bei der Verwaltung von Staats- und Regierungs Angelegenheiten mitgewirkt. Von allen Abgeordneten des Volkskongresses des Autonomen Gebiets und allen Mitgliedern des Tibet-Komitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PPKCV) machen die weiblichen 20% bzw. 18% aus. Das Autonome Gebiet bestimmt, dass in seinen Führungsgremien jeweils ein bis zwei weibliche Kader eingesetzt werden müssen; in den Führungsgremien der Bezirksebene müssen die weiblichen Funktionäre 14% ausmachen. Die tibetischen Frauen haben auf ihren Posten eine sehr gute Rolle gespielt.

Frauen in traditionellen tibetischen Trachten in Lhasa, Tibet

Im chinesischen Gesetz wird vorgesehen, dass Mann und Frau in der Familie eine gleiche Stellung haben. In den heutigen tibetischen Familien dürfen sich die Frauen mit allen Berufs- und Produktionstätigkeiten beschäftigen und haben eigene Einnahmen, daher ist ihre Stellung im Familienleben gehoben und dadurch die Gleichberechtigung von Mann und Frau realisiert worden.

Sie haben auch das Beste der Tradition der tibetischen Nationalität weiterentwickelt und gepflegt und mit der Zeit viele glänzende Kunsthandwerke geschaffen. Schöne Kleidungsaccessoires und Kopfschmuck spiegeln die Veränderung der Wirtschaftsstruktur, Lebensweise und Kultur, die Begabung und den künstlerischen Geschmack der tibetischen Frauen wider. Es zeigt auch ihren heiteren Charakter.

An den Festtagen und in der Freizeit treffen sich die tibetischen Frauen, um zu singen und zu tanzen. Viele tibetische Künstlerinnen treten nicht nur oft auf der Bühne auf, sondern vermitteln der Welt auch ihre traditionelle Kunst.

Viele tibetische Frauen lieben ihre Arbeit, machen gern Hausarbeit und arbeiten mit ganzem Herzen für das Gemeinwohl. Die Verhältnisse zwischen Familien und Nachbarn sind gut. Es herrscht hier eine harmonische Atmosphäre. Sie glauben auch fest an Buddha. Jedes Jahr gehen sie zur Pilgerfahrt in die Klöster bzw. Tempel, um auf Knien für das Glück der Familien und Tibets den Gott anzubeten.

 

Feste in Tibet

Der tibetische Buddhismus mit seiner über 1300 Jahren alten Geschichte prägt das Leben der tibetischen Bevölkerung enorm. Viele Feste in Tibet sind reine Religionsfeste. Wegen der schwierigen Umweltbedingungen und dem harten Leben möchten viele Tibeter ihr Schicksal verändern. Sie beten zum Himmel, sie zu lieben und zu beschützen. Besonders an den Festtagen können sie sich im Gebet an den Himmel, an Buddhas sowie an die Natur wenden. Bei der Buddhaverehrung an den Festtagen haben die Gläubigen eine Menge Spaß.

Tibeter gratulieren sich gegenseitig zum Neujahr

Die Tibeter haben viele Feste. Nach dem tibetischen Kalender (ähnlich dem Mondkalender der Han-Chinesen) gibt es fast jeden Monat ein Fest.

Im 1. Monat gibt es viele bedeutende Feste. Man feiert fast jeden Tag. Das Neujahr ist das wichtigste Fest. Bereits Anfang des 12. Monats bereitet man sich für das Neujahr vor. Zuerst opfert man den Buddhas Qingke-Gerstekeimlinge. Mitte des 12. Monats stellen alle Familien Zangba her, das sind mit Butter geknetete Teigstückchen. Kurz vor Neujahr muss jede Familie die Dou-Getreidebehälter mit Zangba, mit gerösteten Qingke-Gerstekörnern und mit „Dromar“ füllen. Darauf werden Qingke-Ähren gesteckt - das bedeutet gute Ernte. Außerdem soll jede Familie einen bunt bemalten Schafkopf aus Butter vorbereiten. All dies dient dazu, eine reiche Ernte und ein gutes Leben im kommenden Jahr herzubeten.

Am 29. Tag des 12. Monats putzt man zuerst die Küche, dann wird mit Mehl mitten auf die Wand ein Glückszeichen gemalt. Am Abend essen alle Familienangehörigen zusammen „Gutu“ (Mehlklößchen). Nach dem Genuss von Mehrklößchen findet die Zeremonie „Geisterverjagen“ statt, wobei Gebete zur Verhinderung von Unglück verrichtet werden. Dann steht der Silvesterabend vor der Tür. So beginnt das Neujahr. An die Haustüren malt man mit Kreiden Glückszeichen. In die frisch geputzten Zimmer legt man Teppiche. Vor dem Hausaltar stehen gebratene Kuchen, verschiedenartiges Obst, Butter, Ziegeltee und Nüsse. Der 1. Tag des 1. Monats ist der Tag der Familienzusammenkunft.

Ein 65 Jahre alter tibetischer Künstler im Kreis Rinbung, Tibet, führt ein Tibet-Operstück auf, um das Neujahr zu feiern.

Frühmorgens stehen die Menschen auf und kleiden sich in neue Gewänder. Zuerst trägt man einen Getreidebehälter und Qingke-Gerstenwein mit beiden Händen, um sich gegenseitig zum Neujahr zu gratulieren. Dann trinkt man Gerstenwein und isst Haferbrei und in der Butter gebratene Kuchen. Am nächsten Tag besuchen sich Verwandte und Freunde. Seit dem 4. Tag des 1. Monats findet in Lhasa das Große Gebetsfest statt. Zongkapa, Begründer der Gelug-Sekte des tibetischen Buddhismus, veranstaltete dieses Fest 1409 zum ersten Mal in Lhasa, um Sakyamunis Erleuchtung und seinen Eintritt ins Nirwana sowie seinen Sieg über Gespenster und Teufel zu feiern. Zuerst rezitieren, lesen und debattieren die Mönche der drei großen Tempel in Lhasa vor der Sakyamuni-Statue im Jokhang-Tempel Sutras und beten - Dies ist eine Vorbereitung für die Zulassungsprüfung für den Lharamba-Gexi-Titel (Doktor des Buddhismus). Während des Großen Gebetsfestes spendet die Regierung den Mönchen Almosen. Gläubige gießen Butter in die Butterlampen und geben Almosen. Das Fest geht am 25. des 2. Monats zu Ende, nachdem man Buddha Maitreya begrüßt hat. Im 1. Monat gibt es noch ein bedeutendes Fest - das Butterlampen-Fest, das am 15. Tag gefeiert wird. Am Tage pilgern die Gläubigen. Am Abend baut man Regale in unterschiedlichen Formen und in unterschiedlicher Höhe auf, auf denen verschiedene bunte Figuren aus Butter wie Unsterblich-, Menschen-, Vogel-, Tier-, Blumen- und Baumfiguren stehen. Im Licht von hundert Lampen scheinen sie prächtig und glänzend. Die hohen Lamas und hohen Beamten bewunderten früher diese Lampen; Mönche und Gläubige feiern das Fest gemeinsam. Vom 24. bis zum 26. Tag des 1. Monats finden Bogenschießwettkämpfe und die Zeremonie des Geisterverjagen von Hexenmeistern, die sich in Trance befinden, statt. Während dieser Zeit wimmelt es in Lhasa von Menschen.

Vom 2. bis zum 12. Monat werden zahlreiche Feste gefeiert. Nachfolgend stellen wir einige repräsentative Feste vor:

Am 15. Tag des 5. Monats nach dem tibetischen Kalender feiert man das Linka (Wald)-Fest. An diesem Tag werden Weihrauch-stäbchen verbrannt. Das Fest ist zum Gedenken an den indischen Mönch Padmasambhava, der im Mai des Affenjahres in Tibet alle Dämonen und Monstren bezwungen hatte. Die Tibeter, die die Natur lieben und gut im Singen und Tanzen sind, kleiden sich festlich und gehen mit Gerstenwein und Buttertee sowie vielen Leckerbissen in den Wald. Sie schlagen dort ihre Zelte auf und amüsieren sich darin. Es gibt ein großes Gelage: Essen, Trinken, Singen und Tanzen. Sie genießen die Natur. Die Gläubigen laden sich gegenseitig in ihre Zelte ein. Die Volkskünstler geben ihre Darbietungen. Dieses Fest dauert ein Monat.

Hirten im Bezirk Nagqu, Tibet, im Pferderennenfes

Am 1. Tag des 7. Monats ist das Shoton-Fest, ein Festival für die Tibet-Oper ist. So wird es auch das Tibet-Operfest genannt. Vor dem 17. Jahrhundert war das Shonton-Fest ein rein religiöses Fest. Gemäß den damaligen Gesetzen und der religiösen Disziplin war es den Mönchen verboten, im Sommer auszugehen. Die Gläubigen mussten den Mönchen Essen spenden. So feiert man das Shoton-Fest. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Tibet-Oper während dieser Zeit aufgeführt. Das Festival ist überliefert, aber diese Aufführungen durften nur außerhalb der Tempel und Klöster gezeigt werden. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts durfte die Tibet-Oper in Norbulingka, die Residenz für den Dalai Lama, aufgeführt und dort das Shoton-Fest gefeiert werden. Auch Laien durften im Palast die Tibet-Oper bewundern.

Das „Ongkor“-Fest - ein Fest zur Feier der guten Ernte - wird im 8. Monat gefeiert, wenn die Kulturpflanzen reif sind. Das über 1000jährige „Ongkor“-Fest wurde anfangs im Gebiet am Mittel- und Unterlauf des Yarlung Zangbo-Flusses gefeiert. Während dieses Festes wurde früher eine Gebetszeremonie zur guten Ernte veranstaltet. Meistens feierte man dieses Fest im Kreis eines Dorfes. Ein Hexenmeister der Bön-Religion führte eine „Hexerei“ durch und die Dorfbewohner wanderten rund um die Felder des Dorfes. Durch die Entwicklung der Religion und unter ihrem Einfluss wurden die Aktivitäten für dieses Fest ständig erneuert. Als die Ningma-Sekte des tibetischen Buddhismus Ende des 8. Jahrhunderts ihre Blütezeit erreichte, wurde das „Ongkor“-Fest von dieser Sekte beeinflusst. Man musste Zauberformeln murmeln, so betete man für eine gute Ernte. Nachdem die Gelug-Sekte (Gelbe Sekte) sich eine führende Stellung erkämpft hatte, wurde das Fest von der Gelben Sekte beeinflusst. Vor dem Demonstrationszug wurden Buddhastatuen getragen und Sutras rezitiert. Seitdem sind die Aktivitäten des „Ongkor“-Festes überliefert. Später wurden Pferderennen, Bogenschießen, Gesang und Tanz, Tibet-Oper und Ringen in die Aktivitäten integriert. Nicht nur auf den Ackern werden diese Spiele praktiziert, sondern auch auf den Weiden.

Im 10. Monat gibt es zwei bedeutende religiöse Feste, das eine ist das Fest des glückbringenden Engels am 15. Tag des 10. Monats. Alle Mönche im Moru-Kloster bringen dem glückbringenden Engel im Jokhang-Tempel ein Jahresopfer dar. Am Abend des 14. Tages des 10. Monats tragen sie die Statue des glückbringenden Engels in die Sakyamuni-Halle und platzieren sie es der Sakyamuni-Statue gegenüber. Nach dem Sonnenaufgang am 15. Tag des 10. Monats tragen Mönche die Statue des glückbringenden Engels auf den Barkhor-Platz. Zahlreiche Gläubige überreichen der Statue des glückbringenden Engels ein Hada. Nach einer Reihe von religiösen Aktivitäten kehren die Mönche aus dem Jokhang-Tempel zurück. Besonders Frauen interessieren sich für dieses Fest. So nennen sie das Fest „Feenfest“. Sie sind an diesen Tag schön gekleidet. Vor der Statue des glückbringenden Engels verbrennen sie Weihraustäbchen und legen Gelübde ab.

Ein anderes Fest ist das Laternen-Fest am 25. Tag des 10. Monats. An diesem Tag feiert man den Todestag von Zongkapa, Begründer der Gelug-Sekte. Am Abend brennt man zahlreiche Lampen in den Tempeln und Klöstern und auf den Dächern der Häuser der einfachen Leute an. Eine endlose Kette von Gläubigen mit Gebetsmühlen strömt zum Jokhang-Tempel und wirft Maulbeerbaumäste in den Weihrauchbehälter vor dem Jokhang-Tempel. Sie wünschen sich dadurch ein gutes Leben.

 

Traditionelle tibetische Kultur und Kunst

Die traditionelle tibetische Kultur und Kunst können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der Lamaismus, die tibetische Form des Buddhismus, verleiht ihnen ihre besonderen Eigenschaften.

Während des 3. Nationalen Festivals für die Kultur und Kunst nationaler Minderheiten, das vom 5. bis 25 Sept. 2006 in Beijing stattfindet, führen die tibetischen Volkskünstler einen traditionellen tibetischen Tanz auf.

Tibetische Kultur und Kunst entstanden vor 5000 Jahren und durchliefen vier Entwicklungs-etappen: die vorgeschichtliche Kultur vor dem 7. Jahrhundert, die entwickelte Kultur des Tubo-Königreiches, die schwungvolle Entwicklung in der Zeit der Yuan (1271-1368)- und der Ming (1368-1644)-Dynastie und die Blützeit in der Qing-Dynastie (1644-1911).

Die vorgeschichtliche Kultur betrifft die Zeit vor der Vereinigung des Tubo-Reiches. In diesem Zeit-raum wies die Bön-Religion, die aus der Jung-steinzeit vor 5000 Jahren stammte, die Richtung der kulturellen Entwicklung. Die in Qamdo entdeckte Karub-Ruine aus der Jungsteinzeit und die in Ngari entdeckte Felsmalerei aus der Periode von der späten Altsteinzeit bis zum Tubo-Reich zeigen die künstlerischen Keime in der vorg-eschichtlichen Periode.

Die Zeit der Macht des Tubo-Reiches im 7. Jahrhundert ist als das wichtigste Stadium der kulturellen Entwicklung Tibets zu verstehen. Zu dieser Zeit wurde die tibetische Schrift geschaffen. Gleichzeitig drangen die buddhistische Kultur und Kunst aus Indien bzw. der Tang-Dynastie (618-907) Chinas nach Tibet ein. Die Konstruktion vieler Klöster wie Jokhang, Ramoche, Changzhug und Samye steht für die Kunstfertigkeit im damaligen Tibet. In diesen Klöstern sind Architektur, Malerei und Bildhauerei harmonisch miteinander verbunden. Die Hauptgebäude dieser Klöster wurden streng nach dem buddhistischen Weltbild konstruiert. Sie weisen einen eigenen Baustil auf, der den traditionellen tibetischen, den tangzeitlichen und den indischen Baustil in sich vereinigt.

Eine Buddhabildausstellung, die vom Zhaibung-Tempel in Tibet veranstaltet wird

Während der Zeit der Yuan-Dynastie entwickelten sich die vom Lamaismus geprägte traditionelle tibetische Kultur und Kunst. Zu dieser Zeit wurde der Katalog von „Gangyur“ und „Dangyur“ des „Tripitaka“, des ersten enzyklopädischen Werkes in Tibetisch, zusammengestellt, große buddhistische Meister wie Sagya, Pandit Gonggar Gyaincain, Purdain Rinqenzhub und Zongkapa spielten in der Entwicklung der buddhistischen Kultur und Kunst eine wichtige Rolle. Außerdem wurden viele wichtige Geschichtswerke wie „Die Geschichte des Buddhismus von Purdain“, „Die Grünen Annalen“, „Die Roten Annalen“, „Die Neuen Roten Annalen“ und „Die Aufzeichnungen über Fünf Sutras in Tibet“ geschaffen. Auch die Literatur bot damals ein Bild des blühenden Aufschwungs. Verschiedene literarische Formen wie Aphorismen, philosophische Gedichte, Fabeln und Erzählungen wurden in unterschiedlichen Literaturgenres angewendet. Eine Anzahl klassischer literarischer Werke wie „Philosophische Gedichte von Milha Riba“ und „Aphorismen von Sagya“ erfreuten sich eine Zeitlang großer Beliebtheit. Auch die Astronomie und Kalenderrechnung machten Fortschritte. Das Jahr 1027 bezeichnet man heute als Beginn der „Tibetischen Epoche“. Die traditionelle tibetische Medizin entwickelte sich in zwei Schulen: die Südliche und die Nördliche. In Architektur, Malerei und Bildhauerei wurden Höhepunkte erreicht; eine große Anzahl von Klöstern wie Sagya, Toding, Xalhu, Natang und Palkor entstand als Früchte der o. g. künstlerischen Formen. Ferner beeinflussten Mentang und Garma Gagzhi, zwei Stilrichtungen in der Malerei, sowie die neue Mentang-Malschule mit ihren auffallenden Eigenschaften und besonderen Kunststilen das buddhistische Kunstschaffen im Landesinnern. So stellten Beijing in der Yuan- und der Ming-Zeit sowie Hangzhou in der Yuan-Zeit wichtige Zentren für das lamaistische Kunstschaffen im Landesinnern dar. In der Yuan-Zeit gelangte der Holzdruck nach Tibet und wurde hier angewendet und verfeinert, was für die Verbreitung des Lamaismus und das Kunstschaffen von großer Bedeutung war.

Dank der relativen Stabilität der Gesellschaft und Wirtschaft, besonders aufgrund der tatkräftigen Unterstützung der Zentral- und Lokalregierung für die Entwicklung des lamaistisch geprägten Kulturwesens, erlebten die traditionelle tibetische Kultur und Kunst in der Qing-Zeit ihre Blüte. Mit der Entwicklung der Geistes- und Naturwissenschaften und durch die Aufnahme von wichtigen Aspekten der Kultur im Landesinnern entstand immer mehr Neues. Auf dem Gebiet der Literatur wurden Lyrik und Roman entwickelt, beides wichtige literarische Formen. In diesem Zeitraum entwickelten sich Bildhauerei, Architektur und Malerei weiter. Nach dem Ausbau erstrahlte der imposante Potala-Palast in neuem Glanz. Paläste, Burgen und Klöster zeichnen sich durch ihre kunstvolle Konstruktion aus, die Licht, Farbe, Raum und Gestalt geschickt miteinander kombiniert. Nicht zuletzt ist im Sommerpalast Norbulingka der Baustil der Gärten im Landesinnern zu sehen.

Eine Tibet-Operaufführung in Xigaze, Tibet

Seit der demokratischen Reform 1959 befolgt die chinesische Regierung die Politik der Pflege und Entwicklung der traditionellen tibetischen Kultur und Kunst, was sich in vielen Bereichen als erfolgreiches Engagement erwiesen hat. Wertvolle Kulturgegenstände werden staatlich geschützt. Von 1956 bis 1996 hat die Zentralregierung Tibet über 200 Mio. Yuan zugewiesen, um eine große Anzahl von Klöstern und Bauwerken, einschließlich des Jakhang-Klosters und des Potala-Palastes, zu renovieren. Volkstümliche literarische Werke wurden gesichtet, so wurde z. B. das weltbekannte „Gesar-Epos“, das als volkstümliche Ballade mündlich überliefert wurde, zum wichtigen Forschungsthema der Sozialwissenschaften bestimmt. Hierfür ist ein spezielles Forschungsinstitut ins Leben gerufen worden. Die Untersuchung von tibetischer Volksliteratur, Oper, Musik, Tanz- und Balladenkunst ist gerade ins Werk gesetzt worden. Seit der Gründung des Autonomen Gebiets Tibet ist eine große Anzahl von hervorragenden tibetischen Künstlern sowie literarischen und künstlerischen Werken entstanden. Bis 1996 hatten über 20 tibetische Ensembles andere Länder besucht, um dem dortigen Publikum einen Einblick in die traditionelle tibetische Kultur und Kunst zu geben. Die Tibetologie entwickelt sich seit Jahren weiter. Es gibt derzeit in Tibet und anderen Landesteilen insgesamt über 50 Forschungsinstitute für Tibetologie. 1986 wurde das Chinesische Forschungszentrum für Tibetologie in Beijing gegründet. Es hat tibetologische Werke herausgegeben und mehrere akademische Symposien und internationale Tibetologie-Foren veranstaltet. Die Forschung im Bereich traditionelle tibetische Medizin und Arznei hat große Fortschritte gemacht. Derzeit gibt es in Tibet eine Hochschule für traditionelle tibetische Medizin, 10 Krankenhäuser für traditionelle tibetische Medizin und drei Hersteller von tibetischen Medikamenten. Über 1000 Menschen beschäftigen sich in Tibet mit der traditionellen tibetischen Medizin. Die traditionelle tibetische Kultur und Kunst erscheinen wie Perlen in der Schatzkammer der gesamtchinesischen Kultur.

 

Qinghai-Tibet-Eisenbahn transportiert über 270.000 Passagiere

 

Seit Eröffnung der Qinghai-Tibet-Eisenbahn am 1. Juli 2006 wurden auf der Strecke bereits 272.700 Passagiere und 37.400 Tonnen Frachtgut transportiert. Rund 40 Prozent der Passagiere waren Touristen, 30 Prozent Geschäftsleute und der Rest Studenten, Wanderarbeiter, Händler sowie Menschen, die ihre Verwandten in Tibet besucht haben, sagt Jin Shixun, Direktor des Komitees für Entwicklung und Reform des chinesischen Autonomen Gebiets Tibet.

"Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn hat Tibet in eines der begehrtesten Reiseziele Chinas verwandelt", sagt Jin.

Im Juli und August war Tibet Gastgeber für 913.000 in- und ausländische Touristen und nahm 942 Millionen Yuan (94,2 Millionen Euro) ein.

Die durchschnittliche Belegungsrate der Hotels mit drei und vier Sternen lag in den vergangenen zwei Monaten bei 83,7 Prozent. Der Verkauf an Getränken und Nahrungsmitteln stieg im selben Zeitraum um 55,7 Prozent auf 127 Millionen Yuan (12,7 Millionen Euro).

Eine Person sei seit der Betriebsaufnahme auf der Strecke gestorben, teilte Zhanuo, stellvertretender Direktor des Tourismusamtes der autonomen Region mit. Bei dem Verstorbenen handele es sich um einen 77 Jahre alten Hong Konger, der körperlich nicht mehr in der Verfassung für Reisen in hochgelegenen Regionen war. Er habe an einem Lungenödem gelitten. Nach seiner Ankunft mit einer Reisegruppe eines Hong Konger Reiseveranstalters in Lhasa sei der Hong Konger erkrankt und in ein Krankenhaus eingewiesen worden.

Der Senior habe die Empfehlungen seines Arztes, sich vorsorglich aus Tibet ausfliegen zu lassen, ignoriert und stattdessen am 31. Juli das Krankenhaus verlassen und sich mit anderen Mitgliedern seiner Reis-gruppe an Bord eines Zuges nach Xining, der Hauptstadt der Provinz Qinghai, begeben. Er verstarb am Folgetag im Zug.

 

(China.org.cn, Xinhua, 20. September 2006)

 

Förderung von Methangas als neuer Energiequelle in Tibet

 Das chinesische Autonome Gebiet Tibet fördert aktiv die Nutzung von Methangas in den Landwirtschafts- und Viehzuchtgebieten. Im laufenden Jahr wird Tibet mehr als 16 Millionen Yuan (1,6 Millionen Euro) für den Bau von 2500 Methangasproduktionsstätten investieren.

Das chinesische Landwirtschaftsministerium schickte 50 Techniker in die Provinzen Sichuan und Liaoning, um in acht tibetischen Landkreisen zwei Monate lang zu arbeiten, und bei der Errichtung von Methangasprojekten zu helfen. Ferner wird jeder von ihnen zehn tibetische Bauern oder Hirten technisch ausbilden.

Im Jahr 2010 sollen mehr als 27 Millionen Bauernhaushalte in China Methangas anwenden. Damit können mehr als 10 Prozent der Familien in den ländlichen Regionen Chinas von der sauberen Energie profitieren.

Ende vergangenen Jahres nutzten mehr als 18 Millionen Bauernfamilien Methangas als Energiequelle. Damit konnten die Lebensbedingungen der chinesischen Bauern bedeutend verbessert werden.

(China.org.cn, 18. September 2006)

 

Das Reinkarnationssystem der Lebenden Buddhas

Das Reinkarnationssystem der Lebenden Buddhas ist der wichtigste Unterschied zwischen dem Tibetischen Buddhismus und anderen Schulen des Buddhismus. 1283, als Garma Baxi, dem der mongolische Khan Mongo den Titel „Staatlicher Tutor“ verliehen und eine mit goldenen Fäden umsäumte schwarze Mütze geschenkt hatte, auf dem Sterbebett lag, sprach er seinen Wunsch aus, nach einem Kind als seiner Wiedergeburt zu suchen, um die schwarze Mütze zu erben. Dies war der Beginn des Reinkarnationssystems der Lebenden Buddhas mit schwarzer Mütze. Danach folgen die anderen Sekten des Tibetischen Buddhismus ihrem Beispiel. Statistiken zufolge gab es während der Regierungszeit des Kaisers Qianlong der Qing-Dynastie (1616-1911) 148 Lebende Buddhas, die im Rat für Mongolische und Tibetische Angelegenheiten registriert wurden. Ihre Zahl stieg am Ende der Qing-Dynastie auf 160. Das Reinkarna-tionssystem der Dalai Lamas wurde im 17. Jahrhundert und das der Panchen Erdenis im Jahr 1713 eingeführt.

Als die Gelug-Sekte im 17. Jahrhundert in Tibet an die Macht gekommen war, wurde das Reinkarnations-system der Lebenden Buddhas zu einem Mittel der Machthaber Tibets für die Suche nach Vorrechten. Um diesem Missstand abzuhelfen, veröffentlichte die Qing-Dynastie im Jahr 1793 das „29-Artikel-Statut für eine noch effektivere Verwaltung Tibets“. In Artikel 1 des Status wird die Einführung des Systems der Losziehung aus der goldenen Urne zur Bestimmung der Wiedergeburt eines verstorbenen Lebenden Buddhas festgelegt. Zu diesem Zweck ließ der Qing-Hof zwei goldene Urnen anfertigen: eine für den Dalai Lama und den Panchen Erdeni, die im Potala-Palast in Lhasa aufbewahrt wird, und eine für große Lebende Buddhas und Hutogtu-Buddhas in der Mongolei und Tibet, die im Lamatempel Yonghegong in Beijing aufbewahrt wird.

Der Staat respektiert diesen Glauben und praktiziert die Reinkarnation der Lebenden Buddhas sowie die religiösen Rituale und historische Gepflogenheiten des Tibetischen Buddhismus. Im Jahr 1992 genehmigte das Büro für religiöse Angelegenheiten beim Staatsrat den Nachfolger des 17. Lebenden Buddhas Karmapa. Im Jahr 1995 wurde das Seelenkind der Reinkarnation des 10. Panchen Erdeni durch die gemeinsamen Bemühungen der Tibeter in allen Gesellschaftsschichten nach den tibetischen buddhistischen Ritualen und den historischen Gepflogenheiten durch die Losziehung aus der goldenen Urne im Jahr 1995 bestätigt und vom Staatsrat genehmigt. Anschließend wurde die Inthronisationsfeier des 11. Panchen Erdeni, wobei der Sonderbeauftragte der Zentralregierung den Vorsitz führte, veranstaltet.

Seit der demokratischen Reform hat es mehr als 30 Lebende Buddhas, die vom Staat und dem Autonomen Gebiet Tibet genehmigt wurden, gegeben. 

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