Görlitz/dpa. Im
künftigen tibetischen Dorf im Görlitzer
Tierpark wird an diesem Sonntag das erste
Haus eröffnet. In das originalgetreu im Stil
eines osttibetischen Bauernhauses errichtete
Gebäude ziehen Yaks und Kaschmirziegen ein.
Das Außengehege wurde mit Wiese, Teich, Bach
und Sandliegeflächen naturnah gestaltet,
sagte Tierparkdirektor Axel Gebauer am
Freitag der dpa. Das aus insgesamt fünf
Häusern bestehende Tibet-Dorf soll bis 2010
vollendet werden.
Das einzigartige
Vorhaben des Tierparks, Gehege nach
origineller Idee zu erneuern, kostet
mindestens 500 000 Euro. Nach Angaben von
Gebauer wurden bereits 200 000 Euro an
Spenden zusammengetragen. Im
Naturschutz-Tierpark in Görlitz leben
insgesamt 500 Tiere von 140 Arten,
überwiegend aus heimischen Regionen und
Zentralasien. Das Tibet-Dorf soll einen
Eindruck von Leben und Bräuchen in dem 1949
von China besetzten Mönchsstaat vermitteln.
Um die Anlage möglichst authentisch zu
gestalten, haben Gebauer und einige seiner
Mitarbeiter umfangreich vor Ort
recherchiert.
An das aus
Holzstämmen und Stein errichtete Yakhaus
grenzt ein tibetischer Garten, in dem unter
anderem Wasserrüben, Kartoffeln und
Rhabarber wachsen. Auf dem Dach steht ein
Opferofen, wie es ihn in fast jedem Haus in
Tibet gibt, erläutert Gebauer. Das zweite,
für die Schweine bestimmte Haus im Tibetdorf
soll bis Jahresende stehen. Zur Segnung des
Yakhauses kommt sogar ein Mönch vom
Tibetischen Zentrum Rheinland bei Bonn in
die sächsische Neißstadt. Bei der Zeremonie
mit Gebeten und Rauchopfern erleben Besucher
auch das Anbringen von Gebetsfahnen.