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NZZ, 21.06.06
Das grosse Menschenrechts-Palaver hat begonnen
Erste Session des neuen Uno-Gremiums
In
Genf ist erstmals der im März neu gegründete
Menschenrechtsrat zusammengetreten. Vertreter von weit
mehr als der darin vertretenen 47 Länder nehmen teil.
Entsprechend lang ist die Rednerliste. Dabei müssen
zuerst die Regeln ausgearbeitet werden, nach denen das
Gremium funktionieren soll.
spi. Genf hat am Montag einen beträchtlichen Aufmarsch
an Regierungsvertretern und Diplomaten aus aller Herren
Länder erlebt. Zur Eröffnung der ersten Session des
neuen Menschenrechtsrates wollten die Uno-Staaten
Präsenz markieren. Im Rat Einsitz nehmen können
Delegationen von 47 Ländern. Doch Vertreter von mehr als
hundert Staaten haben sich angemeldet, um bei dieser
Gelegenheit das Wort zu ergreifen. Der Rede-Marathon
wird bis zum Donnerstag andauern.
Stolze Calmy-Rey
Angeführt wurde der Reigen der Ermutigungen und guten
Wünsche von Generalsekretär Annan, dem Präsidenten der
Uno-Generalversammlung, Jan Eliasson, der
Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour, –
sowie einer sehr stolzen Micheline Calmy-Rey. Die
Schweiz hat in der Konzeptionsphase des neuen Rates
einiges an Input geleistet, beherbergt dessen
offiziellen Sitz und wurde mit einem Glanzresultat am 9.
Mai als Mitglied gewählt.
«Zu wissen, dass die Vereinten Nationen - universelle
Säule des Friedens und der internationalen Sicherheit -
besser, stärker, effizienter werden können, löst immense
Hoffnung aus», erklärte die Schweizer Aussenministerin
in Genf.
Uno-Generalsekretär Kofi Annan wünschte in seiner
Eröffnungsworten, dass die Arbeit des Rates sich
deutlich unterscheide von derjenigen der
Menschenrechtskommission. Das diskreditierte Organ war
im März nach 60 Jahren aufgelöst worden.
Verfahren klären
Bevor der Menschenrechtsrat sich jedoch konkret seinen
hehren Aufgabe widmen kann, liegt ein grosser Brocken an
interner Verhandlungsarbeit vor den Teilnehmern. Noch
ist nämlich überhaupt noch nicht geklärt, wie die
Verfahren aussehen sollen, mit denen die einzelnen
Staaten überwacht und Verstösse geahndet werden sollen.
Vorerst wählte man einen Präsidenten. Es ist der
mexikanische Uno-Botschafter Luis Alfonso de Alba. Die
Schweiz erhielt einen von vier Vize-Präsidentenposten.
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