|
 |
 |
|
In
traditionelle Trachten gehüllt,
tanzten die Tibeter an ihrem
Fest.
(Dominik
Fricker)
|
 |
 |
Tibeter aus der ganzen
Schweiz reisten nach Langnau, um die
Verleihung des Friedensnobelpreises an den
14. Dalai Lama vor 16 Jahren zu feiern.
Solche Grössen beehren die Provinz nur
selten: Pema Jungney, Vorsitzender des
tibetanischen Exilparlaments, machte am
Samstag im Schwerzisaal seine Aufwartung. Er
feierte mit über 500 Landsleuten – darunter
zahlreiche hochrangige Vertreter und
Abgeordnete – den 16. Jahrestag der
Friedensnobelpreis-Verleihung an den 14.
Dalai Lama. Den Preis hatte er für seinen
Einsatz für eine gewaltlose Einigung im
Konflikt zwischen Tibet und China erhalten.
Vier Generationen besetzten die Tische,
bestaunten traditionelle Tanzgruppen und
lauschten den Ansprachen, unter anderem eben
von Pema Jungney, dann von Keslang Byaltsen,
dem Abgesandten des Dalai Lama in der
Schweiz, und Mario Fehr, Adliswiler
Stadtrat, SP-Nationalrat und Präsident der
Parlamentarischen Gruppe für Tibet.
Kapazitätsprobleme
Das Fest am Tag der Preisverleihung
soll künftig jedes Jahr stattfinden, aber
kaum wieder in der Schwerzi. «Netter Ort»,
befand Jungney zwar beim Eintreffen, der
Saal stiess jedoch an Kapazitätsgrenzen.
Dies sehr zur Freude der Organisatoren.
«Solche Feste sind wichtig für den
Zusammenhalt», hält Kunochok Norbu fest,
eines von 46 Mitgliedern des
Exilparlaments. Seit 40 Jahren kämpfen die
tibetischen Politiker im Exil für ein vom
chinesischen Staat unabhängiges Kultur-,
Religions- und Bildungswesen. Kultur und
Politik gaben sich am Samstag denn auch die
Hand. Tanz- und Musikgruppen aus der Schweiz
und Liechtenstein traten auf, während die
Vertreter an ihrem Tisch rege debattierten.
Mario Fehr diskutierte leidenschaftlich mit
den Exil-Tibetern. Die ganze Woche war er
mit Pema Jungney in der Schweiz unterwegs
gewesen, unter anderem stand ein Termin mit
Nationalratspräsident Claude Janiak auf dem
Programm. Besonders in Erinnerung ist Fehr
der Empfang im Zürcher Kantonsrat geblieben:
«Dieser Applaus war eine politische
Demonstration.» |