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Paranews.net, 18.12.2005

Die Unruhen in der Heimat des Dlai Lama, der als höchste
Autorität bei vielen Tibetern einen buddhagleichen
Status hat, erregten wieder einmal die Gemüter der
Weltöffentlichkeit
Straßburg/Belgien - In der Plenardebatte (15.12.2005)
zur Lage der Menschenrechte in Tibet hat der Vorsitzende
der Tibet Intergroup im Europäischen Parlament, der
Europaabgeordnete Thomas Mann, das Verhalten
chinesischer Kader bei der Vernehmung von tibetischen
Mönchen und Nonnen scharf kritisiert: "Anfang Oktober
starb der 28jährige Mönch Ngawang Jangchub nach einer
solchen Vernehmung im Rahmen der 'Kampagne für
patriotische Erziehung'. Diese bringt Regimekritiker
"auf Linie" durch drastische körperliche und psychische
Maßnahmen. Seit 1996 mussten allein in Tibet mehr als
10.000 Betroffene diese Behandlung als eklatanten
Verstoß gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit über
sich ergehen lassen".
Ziel dieser Drohungen, Verhaftungen und Folterungen sei
es, die Nonnen und Mönche in Tibet dazu zu bringen, den
Dalai Lama schriftlich als Staatsfeind und Separatisten
zu verurteilen. "Am 23. November besetzten chinesische
Sicherheitskräfte das Kloster Drepung in der Nähe der
Hauptstadt Lhasa und nahmen dort fünf hochrangige
Geistliche fest. Nach friedlichen Protesten von über 400
Mönchen wurde das Kloster tagelang hermetisch
abgeriegelt. Die Wahrung der Menschen- und Grundrechte
ist den Chinesen offensichtlich einerlei", stellte der
CDU-Europaabgeordnete fest.
"Die Interventionen seitens Rat und Kommission und die
Menschenrechtsresolutionen des Parlaments werden von der
chinesischen Seite anscheinend nur als Fußnoten im groß
angekündigten EU-China-Dialog angesehen. Währenddessen
wird die Misshandlung politischer Gefangener wie etwa
des inhaftierten Lamas Tenzin Delek Rinpoche, der noch
immer in Lebensgefahr schwebt, fortgesetzt", so Mann.
Folterungen und Misshandlungen würden inzwischen auch
vom UN-Sonderberichterstatter für Folter, Manfred Nowak,
bestätigt, der kürzlich chinesische Gefängnisse,
Arbeitslager und Polizeistationen inspizierte. "Nach dem
chinesischen System der 'Umerziehung durch Arbeit'
können Personen ohne Gerichtsurteil bis zu drei Jahre in
ein Lager eingewiesen werden. Dies entspricht weder
europäischen noch weltweiten Menschenrechtsstandards",
betonte Thomas Mann abschließend
Eine neue Welle „Patriotischer Umerziehungsmaßnahmen“ in
Tibet zu Protesten buddhistischer Mönche geführt. Die
chinesischen Behörden reagieren auf den friedlichen
Widerstand der Geistlichen mit scharfen Restriktionen.
Mindestens ein leitender Geistlicher und mehrere andere
Mönche wurden festgenommen und an bisher unbekannte Orte
verbracht. Paranews.net berichtete am 3.12.2005 darüber.
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