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Chinas Tibet: Fakten und Zahlen 2005


Anmerkung der Redaktion zu diesem Artikel:  

Wir möchten nicht den fälschlichen Eindruck erwecken der Verbreitung von chinesischer Propagandainformation Vorschub zu leisten. Jedoch schien uns, dass die aktuelle statistische Zahlen aus chinesischen Quellen sowie die Sichtweise dieser Regierung über die aktuelle Lage in Tibet für in freie Länder lebende Tibeter und ihre Freunde von besonderer Interesse ist.

 

Beijing Rundschau

 (Nachrichtenmagazin der Volksrepublik China)

 

Das Autonome Gebiet Tibet ist eines der 5 ethnischen autonomen Gebiete auf Provinzebene Chinas, das hauptsächlich von der tibetischen Nationalität bewohnt wird.

Das Autonome Gebiet Tibet mit einer Gesamtfläche von 1,22 Millionen Quadratkilometern liegt auf dem Qinghai-Tibet-Plateau an der südwestchinesischen Grenze der Volksrepublik China. Bekannt als das „Dach der Welt“ hat es eine durchschnittliche Höhe von über 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Im Norden grenzt es an das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang und die Provinz Qinghai. Im Osten steht es, durch den Jinshajiang-Fluss getrennt, der Provinz Sichuan gegenüber. Und im Südosten grenzt es an die Provinz Yunnan. Es hat auch eine etwa 3842 Kilometer lange Grenze mit den Nachbarländern Myanmar, Indien, Bhutan und Nepal sowie dem Kaschmir-Gebiet im Süden und Westen.

Bevölkerung

Das Autonome Gebiet Tibet hat die kleinste Bevölkerung und ist am spärlichsten bevölkert unter Chinas Provinzen und autonomen Gebieten. Im Jahr 2004 betrug die Bevölkerung Tibets 2,7368 Millionen, eine Nettozunahme um 35 100 gegenüber 2003.

Vom 7. Jahrhundert bis zur Qing-Dynastie (1644-1911) hatte die Bevölkerung Tibets um 8 Millionen abgenommen, weil die Mönche und Nonnen nicht heiraten und Kinder zeugen durften.

Von 1951, als Tibet friedlich befreit wurde, bis heute ist eine Periode mit dem schnellsten Bevölkerungszuwachs in Tibet zu verzeichnen. Seit 1970 sind die Geburtenziffer und die natürliche Bevölkerungszuwachsrate Tibets höher als die Landesdurchschnitte. Auch der Gesundheitszustand der Bevölkerung hat sich merklich verbessert. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist von 35,5 Jahren vor der friedlichen Befreiung auf 67 Jahre heute gestiegen.  

 

Die Veränderung der Bevölkerung Tibets

Zeit

Bevölkerungszahl

Bemerkungen

Die friedliche Befreiung im Jahr 1951

1,15 Millionen

Die Sterblichkeitsziffer der Bevölkerung lag bei 28 Promille, die der Säuglinge bei 430 Promille.

Die 1. nationale Volkszählung von 1953

1,275 Millionen

Da die direkte Bevölkerungsregistrierung nicht in Tibet und Qamdo durchgeführt wurde, berichtete die vom Dalai Lama geleitete tibetische Lokalregierung aufgrund ihrer Schätzung der Zentralregierung, dass Tibet eine Bevölkerung von 1,275 Millionen habe.

Die 2. nationale Volkszählung von 1964

1,251 Millionen

Davon waren 1,209 Millionen oder 94,4 Prozent Tibeter.

Die 4. nationale Volkszählung von 1990

2,196 Millionen

Eine Nettozunahme um 1,196 Millionen Menschen gegenüber 1950

Die 5. nationale Volkszählung von 2000

2,6163 Millionen (die Menschen aus anderen Landesteilen, die in Tibet arbeiteten, inbegriffen, aber die Einheimischen, die Tibet verließen, ausgenommen)

Davon waren 2,4111 Millionen oder 92,2 Prozent Tibeter; 155 300 oder 5,9 Prozent Han; und 49 900 oder 1,9 Prozent Angehörige anderer nationaler Minderheiten. Die Bevölkerung der tibetischen Nationalität stieg um 314 400 Menschen oder um 15 Prozent im Vergleich zu 1990.

2004

Ende 2004 betrug die Bevölkerung Tibets 2,7368 Millionen.

Eine Nettozunahme um 35 100 Menschen gegenüber 2003. Die Geburten- und die Sterblichkeitsziffer betrug 17,4 bzw. 6,2 Promille. Die natürliche Bevölkerungszuwachsrate lag bei 11,2 Promille. Seit über 50 Jahren der friedlichen Befreiung hat sich die Bevölkerung der tibetischen Nationalität verdoppelt. Die Säuglingssterblichkeitsziffer ist von 43 Prozent vor 1959 auf 3,1 Prozent gesunken; und die durchschnittliche Lebenserwartung von 35,5 Jahren auf 67 Jahre gestiegen.

Die Bevölkerungsdichte beträgt 2,21 Personen pro Quadratkilometer und nur ein Sechzigstel des Landesdurchschnitts. Die Bevölkerung verteilt sich ungleichmäßig in Tibet, die meisten Bewohner leben im Süden und Osten Tibets.

 

Die Bevölkerungsdichte in den Bezirken

 

Bezirk

Bevölkerungsdichte

Bemerkungen

Der Mittellauf des Yarlung Zangbo-Flusses und die Einzugsgebiete seiner wichtigsten Nebenflüsse, des Lhasa-Flusses und des Nyangqu-Flusses

Über 10 Personen pro Quadratkilometer

Die Lhasa-Ebene, der Mittel- und Unterlauf des Nyangqu-Flusses und die Zetang-Ebene haben etwa 50 Personen pro Quadratkilometer; in der Nähe des Chengguan-Stadtbezirk von Lhasa gibt es über 100 Einwohner pro Quadratkilometer.

Der obere Abschnitt des Mittellaufs des Yarlung Zangbo-Flusses, der Oberlauf des Lhasa-Flusses und der nordöstliche Teil des Hengduan-Gebirges in Osttibet

3-10 Personen pro Quadratkilometer

In diesen Gebieten sind Lhaze, die Sagya-Ebene, das Tal des Nyang-Flusses in der Nähe von Nyingchi und das Tal des Lancangjiang-Flusses in der Nähe von Qamdo relativ dicht bevölkert.

Ngari in Westtibet und der westliche Teil von Nagqu in Nordtibet

0,23 Personen pro Quadratkilometer im Bezirk Ngari; der nördliche Teil des Changtang-Graslandes wird sogar als „Niemandsland“ bezeichnet.

Diese Gebiete sind am spärlichsten bevölkert, dort kann man oft während einer 50 Kilometer langen Reise keine Menschenspur sehen.

 Bevölkerungspolitik

Um ein schnelles Bevölkerungswachstum unter Kontrolle zu bringen, führt die chinesische Regierung seit den 1970ern eine Familienplanungspolitik durch und befürwortet, dass ein Ehepaar nur ein Kind hat. Aber in Tibet unterstützt die Zentralregierung stets die Regierung des Autonomen Gebiets, eine Politik der Erhöhung der Bevölkerungszahl und der Verbesserung der Qualität der Bevölkerung zu verfolgen. Die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet hat den lokalen Verhältnissen entsprechend eine Sonderpolitik eingeführt. Sie verwendet die Ein-Kind-Politik nur auf die Han-Kader und -Arbeiter, die in Tibet arbeiten, und stellt diese Forderung nicht an die Kader und Arbeiter tibetischer Nationalität. Seit 1984 befürwortet sie die Familienplanung unter den Kadern, Arbeitern und Stadtbewohnern tibetischer Nationalität und ermutigt die Ehepaare, die ein zweites Kind haben wollen, ihr Vorhaben aufzuschieben. Jetzt praktizieren etwa 12 Prozent der gesamten Bevölkerung die Familienplanung. Die Familienplanung wird auf der Basis der Freiwilligkeit durchgeführt. Zwangsweise Abtreibung in irgendeiner Form ist verboten. Bauern und Hirten, die 88 Prozent der gesamten Bevölkerung des Autonomen Gebiets ausmachen, werden nicht aufgefordert, die Familienplanung durchzuführen. Aber sie werden im Sinne der wissenschaftlichen Empfängnisverhütungsmethoden, der rationalen Planung von Geburten, der Zeugung und Aufziehung von gesunden Kindern erzogen, um die Gesundheit der Mütter und Säuglinge zu schützen und die Qualität der Bevölkerung zu verbessern. Den Bauern und Hirten, die freiwillig Empfängnisverhütungsmaßnahmen ergreifen wollen, bieten die medizinischen Abteilungen der Regierung einen sicheren und zuverlässigen Gesundheitsdienst an.

Ethnische Zusammensetzung

Die tibetische Nationalität ist eine der ältesten Nationalitäten Chinas. Etwa 50 Prozent der Tibeter des ganzen Landes leben im Autonomen Gebiet Tibet, während ein Teil Tibeter in den Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan lebt. Neben den Tibetern gibt es in Tibet noch andere ethnische Gruppen wie Han, Hui, Moinba, Lhoba, Naxi, Nu und Dulong sowie Deng und Xiarba.

Tibeter: Sie sind die wichtigsten Bewohner Tibets. Ihre Sprache gehört zum tibetischen Sprachzweig der tibetisch-burmesischen Sprachfamilie des sino-tibetischen Sprachstammes. Es gibt hauptsächlich drei Dialekt: U-Tsang, Kham und Amdo. Die meisten Tibeter betreiben Ackerbau und Viehzucht. Die Stadtbewohner beschäftigen sich hauptsächlich mit Handwerk, Industrie und Handel. Sie bekennen sich zum Tibetischen Buddhismus. Die Tibeter tragen Roben mit Westen. Verheiratete Tibeterinnen ziehen gewöhnlich Schürzen mit regenbogenförmigen Mustern an. Männer und Frauen tragen Zöpfe und Kopfschmucksachen. Die Kleidung und Schmucksachen variieren mehr oder wenig je nach dem Gebiet. Ihre Hauptnahrung ist Zanba-Mehl (zermahlende und geröstete Qingke-Gerste oder Erbsen). Sie trinken gern Butter- oder Milchtee und Qingke-Gerstenwein und essen gern Rinder- und Hammelfleisch. Aber sie essen nicht das Fleisch von Einhufern. Im Altertum praktizierten die Tibeter Erdbestattung, heute sind himmlische Bestattung, wobei die Leihen Raubvögeln zum Fraß überlassen werden, Feuer- und Wasserbestattung bei ihnen üblich.

Moinba: Sie leben hauptsächlich im Moinyu-Bezirk im Süden des Autonomen Gebiets Tibet, einige wohnen verstreut in den Kreisen Medog, Nyingchi und Cona. Ihre Sprache gehört zum Moinba-Sprachzweig der tibetisch-burmesischen Sprachfamilie des sino-tibetischen Sprachstamms. Sie sprechen komplizierte Dialekte und haben keine eigene Schrift. Die meisten von ihnen können Tibetisch. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Ackerbau, zugleich betreiben sie Viehzucht, Forstwirtschaft, Jagd und Handwerk. Männer tragen rote Roben und braune Hüte mit orangenfarbiger Krempe oder schwarze Filzhüte. Frauen tragen Armketten und Ohrenringe, während Männer Hackmesser an der Taille tragen. Männer und Frauen trinken gern Wein und rauchen Schnupftabak. Ihre Hauptnahrungsmittel sind Reis, Mais, Buchweizen, klebrige Hochlandshirse. Die meisten von ihnen bekennen sich zum Tibetischen Buddhismus, aber an einigen Orten glauben sie an den traditionellen Schamanismus. Gewöhnlich praktizieren sie Wasserbestattung, auch Erd- und Feuerbestattung sowie himmlische Bestattung sind bei ihnen üblich.

Lhoba: Sie leben hauptsächlich im Lhoyu-Bezirk im Südosten des Autonomen Gebiet Tibet, einige wohnen verstreut in den Kreisen Mainling, Medog, Zayü, Lhünze und Nang. Ihre Sprache gehört zur tibetisch-burmesischen Sprachfamilie des sino-tibetischen Sprachstamms. Sie haben keine eigene Schrift, gewöhnlich gebrauchen sie Tibetisch. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit der

Landwirtschaft und verstehen sich gut auf die Bambusflechtarbeit. Männer tragen gern wollene ärmellose Jacken und Hüte mit Krempe aus Tierleder und Peddigrohren, während Frauen kurze Blusen mit engen Ärmeln und anliegende Röcke tragen. Ihre Hauptnahrungsmittel sind Mais und klebrige Hochlandshirse. Sie essen auch Reis und Buchweizen.

Hui: Die meisten Hui, die heute in Tibet leben, sind Nachkömmlinge der Hui, die während der Qing-Dynastie von Gansu, Shaanxi, Qinghai, Sichuan und Yunnan hierher übergesiedelt waren. Ein kleiner Teil von ihnen kam von Zentralasien. Die meisten von ihnen leben in Lhasa, Xigaze, Qamdo und anderen Städten und beschäftigen sich hauptsächlich mit Handel, Handwerk und Schlachterei. Sie gebrauchen im Alltagsleben Tibetisch und Chinesisch und in den religiösen Aktivitäten Urdu und Arabisch. Sie bekennen sich zum Islam und haben in Lhasa und anderen Orten Moscheen gebaut.

Deng: Deng werden im allgemeinen als „Dengba“ bezeichnet und die meisten von ihnen leben in neun Dörfern im Kreis Zayü. Es gibt in China 1450 Deng-Angehörige. Sie sprechen ihre eigene Sprache, die zum Deng-Sprachzweig der tibetisch-burmesischen Sprachfamilie des sino-tibetischen Sprachstamms gehört. Sie haben keine eigene Schrift. Ihre Bekleidungen sind eigenartig. Frauen tragen silberne trompetenförmige Ohrringe und Perlenketten oder Silberschmucksachen um den Hals, während Männer schwarzen Kopftuch und Hackmesser an der Taille tragen. Vor den 1950ern lebten die meisten Deng auf abgeschiedenen Bergen mit uralten Wäldern am südlichen Fuß des Himalaya-Gebirges. Sie hielten die Abfolge bedeutsamer Vorkommnisse mit Holzkerben, Knotenschnüren oder Aufstellen von Holzstangen oder Baumzweigen fest. Sie führten die Brandwirtschaft ein. Später zogen sie in neue Wohnungen ein, die von der Regierung für sie gebaut wurden.

Xiaerba: Sie leben hauptsächlich in der Gemeinde Lixin in der Nähe der Grenzübergangsstelle Zham und im Bezirk Chentang im Kreis Dinggye an der chinesisch-nepalesischen Grenze. Es gibt in China 1200 Xiaerba. „Xiaerba“ bedeutet in Tibetisch „Orientale“. Sie haben ihre eigene Sprache, aber keine eigene Schrift. Sie gebrauchen die tibetische Schrift. Die Xiaerba in Lixin sind in fünf Nachnamen und die in Chentang in zwei Nach-namen eingeteilt. Die Heirat zwischen den Angehörigen mit demselben Nachnamen ist verboten. Sie bekennen sich zum Buddhismus. Es gibt je einen Tempel in Lixin bzw. Chentang. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Ackerbau und Viehzucht. Ihre Hauptnahrungsmittel sind Mais, Kartoffel, klebrige Hochlandshirse, Buchweizen und Bohnen. Männer tragen weiße wollene Jacken mit kurzen Ärmeln und schwarzen Borten und einen bogenförmigen Messen an der Taille. Frauen tragen schwarze Roben und bunte Kleider mit langen Ärmeln, goldene Ohrringe und lange Zöpfe mit roten Schnüren.

Neben den obengenannten Nationalitäten leben noch Naxi, Nu, Dulong und andere nationale Minderheiten im Bezirk Qamdo. In der Vergangenheit wurden auch Damxung, Denqen und der Kreis Sog, Dainkognubma im Bezirk Qmado und einige Orte im Bezirk Ngari von Mongolen bewohnt. Inzwischen sind sie von Tibetern assimiliert. Die meisten Han begannen in der Qing-Dynastie, in Tibet überzusiedeln, und ließen sich in Lhasa, Xigaze, Qamdo, Zetang, Gongbogyamda und Yadong nieder. Sie bauten in diesen Gebieten Tempel für General Guan Yu, Tempel für Yang Jian und Tempel des Stadtgottes. Ihre Nachkömmlinge sind von Tibetern assimiliert. Die meisten Han, die heute in Tibet leben, sind Techniker, Arbeiter, Lehrer, medizinische Mitarbeiter und Kader aus anderen Provinzen, regierungsunmittelbaren Städten und autonomen Gebieten, um Tibet beim Aufbau zu helfen.

 

Religion

Die Verfassung der Volksrepublik China sieht vor: „Die Bürger der Volksrepublik China genießen die Glaubensfreiheit. Kein Staatsorgan, keine gesellschaftlichen Organisation und keine Einzelperson darf Bürger dazu zwingen, sich zu einer Religion zu bekennen oder nicht zu bekennen, noch dürfen sie jene Bürger benachteiligen, die sich zu einer Religion bekennen oder nicht bekennen“; und „Der Staat schützt normale religiöse Tätigkeiten“. Alle Nationalitäten in Tibet genießen ebenfalls die Glaubensfreiheit.

 

Glaubensfreiheit

Am 23. Mai 1951 schlossen die Zentrale Volksregierung mit der tibetischen Lokalregierung das „Abkommen über Maßnahmen zur friedlichen Befreiung Tibets“ (17-Artikel-Abkommen) ab. Das Abkommen wurde von allen Nationalitäten Tibets begrüßt und unterstützt. Im Abkommen hieß es: „Die Politik der Religionsfreiheit...wird in Tibet durchgeführt. Der religiöse Glaube, die Sitten und Gebräuche der Volksmassen in Tibet sollen respektiert und die Lamatempel und -klöster geschützt werden.“ Seitdem verfolgt die Zentralregierung in Tibet die Politik des Respekts vor den religiösen Bekenntnissen, Sitten und Gebräuchen der tibetischen Bevölkerung, und des Schutzes der Lamatempel und -klöster und der historischen Denkmäler.

1959 führte Tibet demokratische Reformen durch. Während die feudalen Privilegien der drei Feudalherren und der Oberschicht der Mönche und das Ausbeutungssystem abgeschafft und Religionsangelegenheiten von den Regierungsangelegenheiten getrennt wurden, bekräftigte die Zentralregierung ihre Politik erneut, dass sie „die Religionsfreiheit, die Sitten und Gebräuche der tibetischen Bevölkerung respektiert und Religionspersönlichkeiten erlaubt, nach dem Prinzip der Demokratie die Klöster unabhängig zu verwalten“. Die Zentralregierung und die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet stellten viele bekannte tibetische religiöse Stätten wie den Potala-Palast, den Jokhang-Tempel und die Klöster Tashilhungpo, Zhaibung, Sagya und Sera als wichtige Kulturdenkmäler unter den Schutz auf Staats- und Gebietsebene.

1960 unterbreitete der 10. Panchen Erdeni Qoigyai Gyamcain fünf Methoden für die Reform der Lamatempel und -klöster: 1. Verzicht auf die Ausbetung; 2. demokratische Verwaltung; 3. Durchführung der Regierungsdekrete und der chinesischen Verfassung in den Klöstern; 4. Teilnahme der Lamas an der Produktion; 5. Unterhaltung der alten und schwachen Lamas und der Lamas, die sich auf Rezitation buddhistischer Schriften spezialisieren, durch die Regierung. Durch die Reform hatten die Tibeter die Freiheit, Lamas zu werden, und die Lamas hatten die Freiheit, ins weltliche Leben zurückzukehren. Alle buddhistischen Sekten waren gleichberechtigt. Die Mönche jedes Klosters wählten ein Komitee oder eine Gruppe für die demokratische Verwaltung, um selbständig ihre eigenen religiösen Angelegenheiten zu verwalten und buddhistische Aktivitäten durchzuführen.

1985 gründete der Tibetische Zweig der Vereinigung der Buddhisten Chinas die tibetischsprachige Zeitschrift „Tibetischer Buddhismus“. Es gibt heute in Tibet 46 000 Mönche und Nonnen. Einige hundert Religionspersönlichkeiten wurden zu Abgeordneten der Volkskongresse bzw. Mitgliedern der Politischen Konsultativkonferenz (PKKCV) auf verschiedenen Ebenen gewählt, sind als Vorstandsmitglieder der Vereinigung der Buddhisten Chinas tätig oder üben die Funktion der Regierungsbeamten aus. Vertreter der tibetischen buddhistischen Gemeinschaften und Religionspersönlichkeiten haben mehrmals das Ausland besucht, Untersuchungen und akademischen Austausch durchgeführt und religiöse Gemeinschaften und Religionspersönlichkeiten aus einigen Dutzenden Ländern, die Pilgerfahrten in Tibet machten, Tibet besuchten bzw. Untersuchungen durchführten, empfangen.

Die Regierungen auf allen Ebenen behandeln alle Religionen und Sekten, Gläubige und Atheisten gleichberechtigt, respektieren alle religiösen Aktivitäten und schützen sie nach dem Gesetz. Gläubige und Atheisten sowie alle Sekten des Tibetischen Buddhismus respektieren gegenseitig und leben in Frieden. Die inneren Angelegenheiten der Tempel und Klöster werden von den durch demokratische Wahlen gebildeten Verwaltungsorganen verwaltet. Mönche und Nonnen studieren selbständig buddhistische Schriften, debattieren Sutras und hören Vorlesungen hochgestellter Mönche an. Sie führen Abhisekarituale durch, unterziehen anderen als Mönchen oder Nonnen, studieren wichtige Punkte der tantristischen Doktrin und verschiedene Rituale, rezitieren Sutras für Gläubige, sühnen die Sünden der Toten und bestreichen Köpfe von Gläubigen, um ihnen Glück zu wünschen. Die Gläubigen können frei Buddhas in Klöstern, heilige Berge und heilige Seen anbeten, Gebetsmühlen drehen, Buddhas Opfer darbringen und Sutras rezitieren. In Tibet sind überall von Anhängern und Anhängerinnen aufgehängte Fahnen mit Sutras und Mani-Steinhaufen mit der eingravierten „Sechs-Schriftzeichen-Ermahnung“ zu finden, man kann auch überall Gläubige, die lange Kotaus machen, sehen. In fast allen Familien der Anhänger sind kleine Haustempel für Buddhaverehrung oder Nischen für Buddhafiguren eingerichtet. Schätzungsweise machen jedes Jahr über eine Million Anhänger eine Pilgerreise nach dem Jokhang-Tempel in Lhasa, um Buddha Weihrauchstäbchen zu opfern.

Die überwiegende Mehrheit der Moinba-, der Lhoba- und der Naxi-Nationalität bekennen sich zum Buddhismus. Viele Bewohner Tibets bekennen sich zum Islam und Katholizismus. Es gibt in Tibet vier Moscheen und 3000 Moslems, eine katholische Kirche und 700 Katholiken. In Tibet können alle normalen religiösen Aktivitäten unternommen, die Bedürfnisse der Anhänger voll und ganz befriedigt und die Religionsfreiheit voll respektiert werden.

 

Die wichtigsten Feiertage in Tibet

Das Tibetische Neujahr: Das Tibetische Neujahr, das feierlichste Fest in Tibet, beginnt am 1. Tag des 1. Monats nach dem tibetischen Kalender. Es gibt eine Reihe von Kulturveranstaltungen. Es entfiel 2004 auf den 21. Februar und 2005 auf den 9. Februar.

Das Große Gebetsfest: Es dauert vom 4. bis zum 25. Tag des 1. Monats nach dem tibetischen Kalender. Bei diesem Fest versammeln sich Mönche im Jokhang-Tempel in Lhasa und debattieren Sutras.

Das Butterlampen-Fest: Am 15. Tag des 1. Monats nach dem tibetischen Kalender beginnt das Butterlampen-Fest. Es war eigentlich ein Fest der Gläubigen; an diesem Tag machten die Gläubigen viele Butterlampen, um sie vor Buddhafiguren zu opfern. Später baut man Regale in unterschiedlichen Formen und in unterschiedlicher Höhe auf, auf denen verschiedene Menschen-, Blumen-, Gras-, Vogel- und Tierfiguren stehen und zur Schau gestellt werden.

Das Badefest: Es wird in der ersten Dekade des 7. Monats nach dem tibetischen Kalender gefeiert. Das Badefest, an dem alle am Flussufer badet, dauert eine Woche.

Das Shoton-Fest: Früher aß man am Shoton-Fest Joghurt. Später hat es sich zu einer Veranstaltung entwickelt, in der man hauptsächlich tibetische Opfern aufführt. Deshalb wird es das „Fest der tibetischen Oper“ genannt. Es wird Ende des 6. Monats und Anfang des 7. Monats nach dem tibetischen Kalender begangen.

Das Pferderennenfest: Pferderennen und Bogenschießen sind zwei Lieblingssportveranstaltungen der tibetischen Bevölkerung. Es wird Ende des 7. Monats und Anfang des 8. Monats nach dem tibetischen Kalender begangen. Während des Festes tauschen die Hirten Waren aus.

Das „Ongkor-Fest“ (Erntefest): An diesem Feiertag feiert die tibetische Bevölkerung reiche Ernte im voraus. Im Allgemeinen wird es gefeiert, wenn die Kulturpflanzen reifen. Während des Festes werden Pferderennen und Bogenschießen veranstaltet und tibetische Opern aufgeführt.

Das Sagya-Dawa-Fest: Es wird am 15. des 4. Monats nach dem tibetischen Kalender begangen. Der Überlieferung zufolge war dieser Tag der Geburtstag Sakyamunis und der Tag für seine Erleuchtung und seinen Eintritt ins Nirwana. Man sagt, dass Prinzessin Wencheng an diesem Tag in Lhasa angekommen wäre. An diesem Tag versammeln sich die tibetischen Bewohner in Lhasa und nehmen an Parkveranstaltungen teil.

Internationale Buddhagebetsfeier: Die Internationale Buddhagebetsfeier erfolgt am 15. Tag des 5. Monats nach dem tibetischen Kalender. Nach den Demokra-tischen Reformen gehen die tibetischen Bewohner in Lhasa vom 1. bis zum 15. Tag des 5. Monats aus, spazieren in den Parks, singen und tanzen dort, und machen Picknick. Es ist inzwischen zum Lingkafest (Parkfest) entwickelt worden.

 

Autonomie in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung

Seit 1984 bis 2001 hat die Zentralregierung nach den Forderungen des Autonomen Gebiets Tibet nacheinander vier Sonderkonferenzen über die Arbeit in Tibet abgehalten, wodurch eine Reihe von bevorzugten politischen Maßnahmen hinsichtlich der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Tibets ausgearbeitet wurde.

Seit 1984 hat der Staat gegenüber den Bauern und Hirten in Tibet eine relaxtere Politik eingeführt, die ihnen erlaubt, ihre eigene Wirtschaftsstärke wiederherzustellen. Hier handelt sich um langfristige Maßnahmen, wobei Ackerboden den Bauernhaushalten zur Verfügung gestellt und von ihnen selbständig bewirtschaftet wird und Viehherden den Hirtenhaushalten zurückgegeben und von ihnen privat in Besitz genommen, gezüchtet und selbständig bewirtschaftet werden. Die Bauern und Hirten brauchen keine Landwirtschafts- bzw. Viehzuchtsteuer zu entrichten. Kollektiveigene und private Betriebe, die tägliche Bedarfsgüter für Tibeter produzieren und verkaufen, sind von der Gewerbesteuer befreit. Individuelle Bauern und Hirten sowie kollektive Betriebe, die Agrar- und tierische Erzeugnisse, Nebenprodukte oder Handwerksprodukte zum Verkauf oder Austausch auf den Markt bringen, brauchen keine Steuern zu zahlen. Allein die Landwirtschafts- und Viehzuchtsteuern wurden von 1984 bis 2004 mindestens um 250 Millionen Yuan reduziert.

Die 4. Sonderkonferenz über die Arbeit in Tibet im Jahr 2001 beschloss, eine Vorzugspolitik weiter in den Bereichen Finanzen, Steuer, Investment, Preiszuschüsse, Außenhandel, Reform von Unternehmen und Land-wirtschaft Tibets auszuführen. Einigen großen und mittelgroßen Schlüssel-projekten in den Bereichen Energie, Verkehr, Telekommunikation und umfassende Erschließung und Projekten für die gesellschaftliche Entwicklung wurde Priorität eingeräumt. Um die Auswirkungen der Preissteigerung auf Tibet, die durch die Preisregulierungsmaßnahmen der Zentralregierung verursacht wurde, zu vermindern, haben die zentralen Finanzbehörden Tibet Subventionen gewährt. Darüber hinaus sind die Richtlinien „Beschränkungen zu lockern, die Öffnung zu erweitern und die Entwicklung zu beschleunigen“ durchgeführt worden, um den Außenhandel Tibets zu fördern.

Was die Steuererhebung anbelangt, genießt Tibet eine Vorzugspolitik mit einem lokalen Steuersatz von 3 Prozentpunkten niedriger als in den anderen Landesteilen. Bauern und Hirten sind von allen Gebühren und Steuern befreit.

Im Finanzbereich ist der Anleihe- und Versicherungszinssatz in Tibet 2 Prozentpunkte niedriger als der Landesdurchschnitt.

Darüber hinaus genießen Bauern und Hirten in Tibet eine kostenlose medizinische Betreuung und ihre Kinder erhalten eine kostenlose Verpflegung und Unterkunft in Lehranstalten.

Das System der nationalen Gebietsautonomie hat einen breiten Weg zur Beschleunigung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Tibets und zur Verbesserung des Lebensstandards der tibetischen Bevölkerung gebahnt.

 

Garantie der gleichen Rechte der tibetischen Frauen

Im alten Tibet waren nach den alten Gesetzen, die tausend Jahre lang durchgeführt worden waren, die Menschen in drei Klassen und neun Stufen eingeteilt. Die Frauen gehörten zu den niedrigsten Stufen Menschen. Im Gesetzbuch hieß es: „Die Sklaven und Frauen dürfen sich nicht an militärischen und politischen Angelegenheiten beteiligen.“ In der Geschichte gab es im alten Tibet keine weiblichen Angestellten, geschweige denn weibliche Beamte. Über 95% der tibetischen Frauen waren Analphabeten, viele von ihnen wussten nicht einmal, wie alt sie waren. Ihre Klugheit und Weisheit wurden durch die grausame feudale Leibeigenschaft gedrosselt. Außerdem führte die Ehe unter dieser Leibeigenschaft oft zur Tragödie der tibetischen Frauen. Unter der Leibeigenschaft ließ sich die Eheschließung der Leibeigenen von den Leibeigenenhaltern entscheiden. Die Frauen waren nur Werkzeuge, die sprechen konnten. Ein Sklave heiratete ein Mädchen, was bedeutete, dass er seinem Herrn eine Sklavin brachte.

Seit mehr als 40 Jahren der Gründung des Autonomen Gebiets Tibet hat sich eine große Anzahl der tibetischen Frauen durch die Ausbildung eine bis drei angewandte Agrar- und Viehzuchttechniken angeeignet. Dadurch entwickelt sich die Produktion auf dem Lande bereits von der Monokultur zu heutigen diversifizierten Wirtschaftszweigen. Die von tibetischen Frauen gewebten Kardian (kleine Teppiche) im tibetischen Stil werden ins Ausland wie die USA, Kanada und Finnland exportiert.

Jetzt können die tibetischen Frauen mit den Frauen anderer Landesteilen Chinas in allen Bereichen des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens sowie des Familienlebens die gleichen Rechte wie die Männer genießen.

Zur Zeit sind 74,9 Prozent der Kader des Autonomen Gebiets Tibeter und Angehörige anderer nationaler Minderheiten, und 30 Prozent Frauen. Alle höchsten Ämter der Volkskongresse, der Komitees der PKKCV und der Volksregierungen auf allen Ebenen im Autonomen Gebiet werden von Tibetern bekleidet. Sogar in der Zentralregierung und staatlichen Organen gibt es Kader der tibetischen Nationalität. Unter den führenden Kadern auf Gebiets-, Bezirks- und Kreisebene im Autonomen Gebiet sind 70 Prozent Tibeter und Angehörige anderer nationaler Minderheiten. Die wissenschaftlichen und technischen Fachkräfte aus der tibetischen Nationalität und anderen nationalen Minderheiten machen 60 Prozent der Gesamtzahl aus.

Mit der Verbesserung ihrer Stellung im politischen und wirtschaftlichen Leben erfreuen sich die tibetischen Frauen einer gleichen Stellung im Familienleben. Die Freiheit der Eheschließung und das Monogamiesystem sind zu ihrem Streben geworden. Die tibetischen Frauen sind zu einer unentbehrlichen Kraft beim sozialistischen Aufbau Tibets aufgewachsen.

 

Lernen und Gebrauch der tibetischen Sprache und Schrift

In den Jahren 1987 und 1988 wurden die „Bestimmungen über das Lernen, den Gebrauch und die Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift “ (kurz: Bestimmungen) vom Autonomen Gebiet Tibet veröffentlicht und probeweise in die Tat umgesetzt.

Im Mai 2002 wurden die Bestimmungen von der 5. Tagung des VII. Volkskongresses des Autonomen Gebiets Tibet angenommen. Das ist das erste gesetzliche Dokument dieser Art, seitdem die tibetische Sprache und Schrift vor 1300 Jahren geschaffen wurden. Die Bestimmungen mit 19 Artikeln sehen vor, dass die tibetische Sprache und Schrift den wichtigsten Unterrichtsinhalt der Grundschulen und Mittelschulen der Unterstufe darstellen müssen, während die landesweit allgemein gebräuchliche Sprache unterrichtet wird. Auf wichtigen Konferenzen und Versammlungen und bei Gerichtsverhandlungen in Tibet haben die Bürger das Recht, die tibetische Sprache oder die landesweit allgemein gebräuchliche Sprache zu gebrauchen. Die Bestimmungen ermutigen zudem Han und andere nationale Minderheiten in Tibet, Tibetisch zu lernen und zu gebrauchen.

In Übereinstimmung mit den detaillierten Regeln für die Durchführung dieser Bestimmungen müssen alle Dokumente der Regierungen aller Ebenen im Autonomen Gebiet Tibet in Tibetisch und Chinesisch zur Verfügung gestellt werden, und alle wichtigen Konferenzen müssen gleichzeitig Tibetisch und Chinesisch anwenden. Auch im Bereich der Justiz sind Tibetisch und Chinesisch gleichwertig. Anklageschriften, Urteile, Bekanntmachungen und andere gesetzliche Dokumente sollen in Tibetisch und Chinesisch abgefasst werden.

Die tibetische Sprache und Schrift werden in Massenmedien und öffentlichen Einrichtungen weit angewandt. Auch die Regierung hat Maßnahmen zur Ausbildung von tibetischen Lehrern, Redakteuren und Schriftstellern sowie anderen professionellen Fachkräften in diesem Bereich ergriffen. Die Beamten auf allen Ebenen im Autonomen Gebiet werden aufgefordert, die landesweit allgemein gebräuchliche Sprache und Schrift sowie Englisch zu lernen.

Im Autonomen Gebiet Tibet wird in den Grundschulen meistens in Tibetisch unterrichtet. In den Mittelschulen mit besseren Bedingungen wird in Tibetisch und Chinesisch unterrichtet. Die Abgänger der Mittelschule der Oberstufe sollen beide Sprachen beherrschen. In anderen Provinzen und Städten bestehenden tibetischen Mittelschulen der Unterstufe und tibetischen Klassen wird in Tibetisch unterrichtet.

84 Prozent der mehr als 2,5 Millionen zählenden Bevölkerung der tibetischen Nationalität gebrauchen die tibetische Sprache.

 

Wirtschaft

Vor der friedlichen Befreiung im Jahr 1951 war die Wirtschaft Tibets sehr rückständig. In Tibet gab es damals weder Verkehrsverbindung noch moderne Industrien, sondern nur die Viehzucht und die unterentwickelte Landwirtschaft und Handwerk. Seit 1951 hat der Staat Tibet bei dessen Entwicklung der Wirtschaft spezielle Unterstützung gegeben, indem er viele finanzielle Subventionen zugewiesen, Zuschüsse für spezielle Projekte gewährt und Investitionen in Schlüsselbauprojekte eingesetzt hat. Der Staat hat zudem eine große Menge von Materialien nach Tibet transportiert. Seit den 1980ern hat der Staat verschiedene Regierungsabteilungen und andere Provinzen, autonome Gebiete und regierungsunmittelbare Städte organisiert, Tibet Fachkräfte sowie materielle, finanzielle und technische Hilfe zu gewähren. Außerdem hat er spezielle Maßnahmen ergriffen, um die tibetische Wirtschaft zu entwickeln und den Lebensstandard der tibetischen Bevölkerung zu verbessern.

 

Rapide Entwicklung in den letzten mehr als 50 Jahren

Durch den Aufbau in den letzten mehr als 50 Jahren, insbesondere durch die Reform und Öffnung in den letzten 20 Jahren, ist die tibetische Wirtschaft von einer Struktur der Abhängigkeit von der „Bluttransfusion“ allmählich zur Fähigkeit der „Blutproduktion“ übergegangen. 1998 wurde der „Null“-Rekord in den lokalen finanziellen Einnahmen gebrochen. 1992 überschritten Tibets finanzielle Einnahmen zum ersten Mal die 100 Millionen Yuan-Grenze. 1993 beliefen sie sich auf nahezu 200 Millionen Yuan, 2004 auf 1,199 Milliarden Yuan, was nach vergleichbaren Faktoren gerechnet ein Plus von 19,5 Prozent im Vergleich zu 2003 war. Davon betrugen die allgemeinen Haushaltseinnahmen 1,002 Milliarden Yuan, ein Plus von 22,9 Prozent, davon stieg die Wertzuwachssteuer um 14,5 Prozent, die Geschäftssteuer um 8,5 Prozent. Der Anteil der lokalen Finanzeinnahmen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 5,7 Prozent.

Im Jahr 2004 betrug das BIP Tibets 21,154 Milliarden Yuan, was nach vergleichbaren Faktoren gerechnet ein Plus von 12,2 Prozent im Vergleich zu 2003 war. Davon belief sich der Wertzuwachs des Primärsektors auf 4,333 Milliarden Yuan, ein Plus von 4,9 Prozent; der des Sekundärsektors auf 5,761 Milliarden Yuan, ein Plus von 17,4 Prozent; und die des Tertiärsektors auf 11,06 Milliarden Yuan, ein Plus von 12,8 Prozent. Das Pro-Kopf-BIP betrug 7779 Yuan. Der Anteil des Primär-, des Sekundär- und des Tertiärsektors am BIP betrug 20,5, 27,2 bzw. 52,3 Prozent. Der Anteil des Primärsektors sank um 1,5 Prozentpunkte, der des Sekundär- und des Tertiärsektors stieg um 1,2 bzw. 0,3 Prozentpunkte.

 

Landwirtschaft

Der Ackerbau Tibets wird vor allem im Gebiet des Yarlung Zangbo und seiner Nebenflüsse sowie in den Tälern der Flüsse Jinshajiang, Lancangjiang und Nujiang betrieben. Tibet hat den Beinamen „Getreidespeicher auf dem Plateau“. 1952 betrug die gesamte Anbaufläche 160 000 Hektar und die Getreideproduktion nur 155 000 Tonnen. Heute gibt es mehr als 230 000 Hektar Ackerland. Hauptsächlich angebaut werden Qingke-Gerste, Winter- und Frühjahresweizen, Erbsen, Saubohnen, Kartoffeln, Raps und Zuckerrübe sowie in manchen Gebieten auch Wasserreis, Mais, Sojabohnen, Grüne Bohnen, Erdnüsse, Tabak, China-Kohl, Spinat, Rüben, Buchweizen und südamerikanischen Knoblauch.

Im Jahr 2004 betrug die gesamte Getreideanbaufläche in Tibet 179 790 Hektar, 6330 Hektar weniger als im Jahr 2003. Davon waren 120 110 Hektar für Qingke-Gerste, ein Minus von 5600 Hektar; 40 640 Hektar für Weizen, ein Minus von 1740 Hektar. Die Rapsanbaufläche betrug 24 330 Hektar, ein Plus von 2720 Hektar. Die Gemüseanbaufläche betrug 15 150 Hektar, ein Plus von 1040 Hektar. Die Getreideproduktion betrug im ganzen Jahr 960 000 Tonnen, ein Minus von 0,6 Prozent gegenüber 2003; die Rapsproduktion betrug 53 900 Tonnen, ein Plus von 9,1 Prozent gegenüber 2003; die Gemüseproduktion betrug 299 800 Tonnen, ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber 2003. Im Jahr 2004 betrug der Bruttoproduktionswert der Landwirtschaft Tibets 2,656 Milliarden Yuan, ein Plus von 2 Prozent gegenüber 2003.

 

Viehzucht

Mit einem Grasland von 82 Millionen Hektar, 23 Prozent der gesamten Weidenfläche im ganzen Land, zählt das Autonome Gebiet Tibet zu den fünf größten Weidegrünen in China. Die in Tibet gehaltenen Viehsorten sind der Yak, eine gelbe Rinderrasse, das Pianniu (Kreuzung zwischen Stier und Yakkuh) sowie Pferde, Esel, Schafe und Schweine. Die Viehzucht liefert nicht nur wichtige Produkte für das tägliche Leben der tibetischen Bevölkerung, sondern auch Hauptwaren für den Export und wichtige Rohstoffe für die Leicht- und Textilindustrie. Sie nimmt in der tibetischen Wirtschaft eine wichtige Stellung ein. Der Pro-Kopf-Fleischbesitz in Tibet ist höher als der Weltdurchschnitt.

2004 erreichte der Viehbestand in Tibet eine Größenordnung von 25,09 Millionen Stück, 580 000 Stück mehr als Ende 2003. Darunter waren 6,13 Millionen Rinder, ein Plus von 220 000 Stück; 18,15 Millionen Schafe, ein Plus von 360 000 Stück. Die gesamte Fleischproduktion betrug 208 200 Tonnen, ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber 2003. An Milchprodukten wurden 262 000 Tonnen erzeugt, ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber 2003. Der Produktionswert der Viehzucht in Tibet erreichte 2,912 Milliarden Yuan, ein Plus von 4,2 Prozent.

 

Forstwirtschaft

Tibet verfügt über 7,17 Millionen Hektar Waldland mit einem Holzbestand von 2,091 Milliarden Kubikmetern. Der Schutz und der Aufbau der Öko-Umwelt Tibets werden einen äußerst großen Einfluss auf die Lebensumwelt im Gebiet am Mittel- und Unterlauf des Jangtse, in den südwestlichen Nachbarländern, ja sogar auf die ganze Welt, haben.

Um die Naturwälder zu schützen, wurden die Kreise Jomda, Konjo und Markam am Oberlauf des Jangtse in ein Staatliches Projekt zum Schutz der Naturwälder, das im Jahr 2000 offiziell in Abgriff genommen wurde, aufgenommen. Das Autonome Gebiet Tibet hat der Durchführung dieses Projektes große Beachtung geschenkt. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten hat es noch 10 Millionen Yuan für die Fortpflanzenzüchtung, die Untersuchung von Waldressourcen und die Umsiedlung von Bewohnern zugewiesen. 2004 betrug die bewaldete Fläche 16 500 Hektar, ein Plus von 2,0 Prozent gegenüber 2003.

 

Industrie

Die Energiewirtschaft, der Bergbau, die Leicht- und Textilindustrie und das ethnische Handwerk stellen die Säulenindustrien Tibets dar. Seit der Ausführung der Reform- und Öffnungspolitik 1978 hat die tibetische Industrie eine rapide Entwicklung erfahren.

 

Energiewirtschaft

Bis heute sind verschiedene Einrichtungen der Basisindustrie wie das Dongqu-Kraftwerk in Xigaze, das Oiga-Krakftwerk in Shannan, das Xando-Kraftwerk, das Yangbajain-Erdwärme-Kraftwerk, das Puncog-Kraftwerk, das Famugou-Kraftwerk in Bayi, das Lhasa-Wasserkraftwerk, die Lhasa-Bierbrauerei und die Chromeisenerz-Gruben in Shannan und Norbusa gebaut bzw. umgebaut worden. Diese Anlagen haben für die Förderung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Tibets eine wichtige Rolle gespielt.

In der Mitte der 1950ern wurde das erste öffentliche Stromwerk Tibets – das Lhasa-Kraftwerk – gegründet, um den Engpass bei der Stromversorgung zu vermindern, der durch den Mangel Tibets an Erdöl und Kohle verursacht worden war. Anschließend investierte der Staat Geldmittel in den Bau des landesweit größten Erdwärme-Kraftwerks der Megawatt-Klasse in Yangbajain. In den letzten Jahren wurde der Bau für zwei weitere Wasserbauprojekte – das Yamzhogyum-Pumpspeicherkraftwerk und das Chalung-Kraftwerk – begonnen. Das erstere, in das 2,014 Milliarden Yuan investiert wurden, wurde 1997 fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Im Jahr 2002 wurden das Wasserkraftwerk Oiga und das Schlüsselprojekt für den Wasserbau Mamlha sowie eine Anzahl von Wasserkraftwerken auf Kreis- und Gemeindeebene fertiggestellt und in Betrieb genommen, während die erste und die zweite Phase des Umbauprojekts für die Stromnetze in den Agrar- und Viehzuchtgebieten im Wesentlichen fertiggestellt wurden. Die Gesamtkapazität der Generatorenaggregate in Tibet betrug 376 000 Kilowatt, wovon 1,5 Millionen Menschen profitierten. Ende 2002 erreichte die tägliche Höchstbelastung des Tibet-Energieversorgungsnetzes, das eine Stadt (Lhasa), zwei Bezirke (Shannan und Xigaze) und 12 Kreise abdeckte, 143 000 Kilowatt. Der höchste Tagesstromverbrauch überschritt 2,1 Millionen Kilowattstunden, was den höchsten Rekord in der Geschichte Tibets aufstellte. 2003 wurde das Lhasa-Zetang-Stromnetz in Betrieb genommen. Seit 2004 hat der Aufbau der Energiewirtschaft in Tibet seinen Höhepunkt erreicht. Inzwischen sind viele neue Projekte wie das Zhigung-Wasserkraftwerk in Lhasa, das zu den staatlichen Schlüsselprojekten in der Periode des 10. Fünfjahresplans (2001-05) zählt, das Stromversorgungsprojekt für die Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie, das zweite Projekt für die Verbesserung des Tibet-Zentralenergieversorgungsnetzes in Angriff genommen worden. Gleichzeitig sind das Projekt für den Umbau des Qamdo-Stromnetzes und das Projekt für den Umbau der zweiten Gruppe des ländlichen und städtischen Stromnetzes durchgeführt worden. Darüber hinaus befinden sich die Bauprojekte für das Xoka-Kraftwerk im Bezirk Nyingchi und das Shiquanhe-Wasserkraftwerk im Bezirk Ngari in Vorbereitungen. 2004 betrug die Stromerzeugung in Tibet 1,165 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 14,6 Prozent. Schätzungsweise wird die Gesamtkapazität der Generatorenaggregate in Tibet im Jahr 2005 500 000 Kilowatt erreichen.

 

Bergbauindustrie

Die Bodenfläche Tibets macht ein Achtel der Gesamtbodenfläche des ganzen Landes aus. Tibet ist reich an Bodenschätzen. Die Vorräte an Chrom, Kupfer, Magnesit und Bor rangieren landesweit an erster, zweiter, dritter bzw. vierter Stelle. Die Kupfervorräte werden wahrscheinlich an die erste Stelle rücken, während die Lagerstätten von Blei, Gold, Erdöl, Eisen, Lithium, Magnesit und Kaliumchlorid gute Förderungsaussichten haben. 80 Prozent der Chromeisenerze im ganzen Land, deren Angebot kaum die Nachfrage befriedigen kann, kommen aus Tibet. Auch die Produktion von Borax nimmt landesweit eine wichtige Stellung ein.

Durch jahrzehntlange Schürfungen sind 63 große und mittelgroße Lagerstätten, die sehr abbauwürdig sind, ermittelt.

Im Qamdo-Bezirk sind ein mittelgroßes und vier große Kupferbergwerke, deren Vorräte über 10 Millionen Tonnen betragen, ermittelt worden. Eine große Anzahl von Blei- und Zinklagerstätten befinden sich momentan noch in der Schürfung. Das Yulung-Kupferbergwerk wird im Jahr 2005 in Betrieb genommen werden. Es kann sich nicht nur zu einem Bergwerk mit einer Jahreskapazität von 100 000 Tonnen Elektrolytaluminium und einem Produktionswert von 2 Milliarden Yuan entwickeln, sondern auch die Erschließung anderer Bergwerke vorantreiben, den Qamdo-Bezirk zu einer Produktionsbasis für Kupfer, Blei und Zink machen und die Entwicklung der Verarbeitungsindustrie der Buntmetalle, des Verkehrs- und Transportwesens und des Tertiärsektors ankurbeln und schließlich die Entwicklung der lokalen Wirtschaft fördern.

Die Entwicklung der Bergbauindustrie in Tibet steckt momentan noch in den Kinderschuhen. Trotzdem zählt sie zu den Säulenindustrien des Autonomen Gebiets, die in der Periode des 10. Fünfjahresplans vorrangig entwickelt werden. Jedes Jahr fördert Tibet einige hunderttausend Tonnen Chromeisenerze, 1500 Tonnen Borax und 16 000 Tonnen Bor-Magnesium-Erze. Die Chromeisenmine in Norbusa im Kreis Qusum in Südtibet, die im Jahr 1986 mit einer Gesamtinvestition in Höhe von 10,35 Millionen US-Dollar erschlossen wurde, ist die landesweit größte dieser Art. In der ersten Phase des Tagbauprojektes wurden jährlich 50 000 Tonnen Chromeisenerze gefördert. Nach dem Plan für die zweite Phase des unterirdischen Abbaus sollen jährlich 100 000 bis 120 000 Tonnen Chromeisenerze gewonnen werden. Im August 2004 gründeten Tibet und die Provinz Hubei gemeinsam ein modernes Borax-Chemieunternehmen, das das größte dieser Art in Tibet wie auch im ganzen Land ist.

In Zukunft wird Tibet gründlichere Schürfungen wichtiger Bodenschätze je nach Gebieten ermutigen. Beispielsweise wird die Schürfung von Kupfer, Blei und Zink in Osttibet; die von Kupfer, Blei, Zink und Gold sowie Mineralwasser, Kalkstein, Antimon, Eisen und Erdwärme entlang der Qinghai-Tibet-Eisenbahn und im umliegenden Gebiet von Lhasa; die von Gold, Goldantimon, Blei, Zink und Silber im Gebiet südlich des Yarlung Zambo; und die von Salzseevorkommen wie Lithium, Bor und Kalium in Nord- und Nordwesttibet ermutigt.

 

Ethnisches Handwerk

Die Gemeinde Jedexoi des Kreises Konggar im Bezirk Shannan hat große Anstrengungen unternommen, um ethnisches Handwerk zu entwickeln. Zur Zeit gibt es in der ganzen Gemeinde 4 Handwerksbetriebe mit einem Jahresproduktionswert von 600 000 Yuan.

Der Kreis Gyangze ist für seine Kardian (kleine Teppiche) und Teppiche bekannt. Die in Gyangze produzierten Teppiche sind nicht nur im Autonomen Gebiet und anderen Landesteilen Chinas populär, sondern werden auch in mehr als 10 Länder und Regionen Asiens, Europas und Amerikas exportiert.

  

Wichtige handwerkliche Produkte

 

 

 

 

Teppich

Nach unterschiedlichen Spezifikationen werden diejenigen Webstücke, deren Fläche größer als 18 sq ft ist, als Teppich bezeichnet, während die kleineren Kardian genannt werden. Teppiche, die in Gyangze gewebt werden, erfreuen sich des besten Rufs. Die Produktsorten der Teppichfabrik Gyangze haben sich von 8 auf mehr als 50 vermehrt, ihre Produktion nimmt jährlich um 56 Prozent zu.

Schürze

Eine Art Wollgewebe, sie heißt Bangdian auf Tibetisch und wird hauptsächlich in Shannan, Xigaze und Lhasa produziert. Produkte, die in der Gemeinde Jedexoi im Kreis Konggar gemacht werden, sind am bekanntesten, erfreuen sich auf dem einheimischen Markt eines guten Rufs und werden auch nach Indien, Nepal, Bhutan und westeuropäischen Ländern exportiert.

Pulu

Manuell gewebter Wollstoff. Er wird hauptsächlich zur Anfertigung von Kleidung, Schuhen und Hüten benutzt. Die Pulu-Produktion verteilt sich in allen Agrar- und Halbagrar- und Halbviehzuchtgebieten. Chanang, Nanggarze, Gyangze und Markam sind für ihre Produktion von Pulu am bekanntesten.

Tibetische Decke

Sie ist im Allgemeinen in vier Typen unterteilt, nämlich die aus zwei, drei bzw. vier Fäden gewebten hochwertigen Decken. Sie wiegen 5, 7, 8 bzw. 12,5 Kilogramm. Die Decken haben durchschnittlich eine Lebensdauer von 8 Jahren, eine mit hoher Qualität ist sogar für zwei Generationen.

Gold- und Silberwaren


Sie sind in zwei Kategorien eingeteilt: 1) Ornamente wie Armbänder, Ringe, Halsketten, Kopf- und Brustschmuck, Messerscheiden und Schnupftabakfläschchen, und 2) alltägliche Bedarfsartikel wie Weingefäße, Weinbecher, Löffel, Essstäbchen, Schale, Teller usw. Manche von diesen Artikeln sind aus reinem Gold und Silber gemacht, andere sind vergoldet bzw. versilbert.

Tibetisches Taillenmesser

Ein populäres Werkzeug von Tibetern. Es wird im Allgemeinen bei der Produktion und im alltäglichen Leben benutzt und dient auch zur Selbstverteidigung und Dekoration. Es gibt drei Arten – langes, kurzes und kleines Messer. Das längste kann mehr als ein Meter sein, das kurze ist rund 40 Zentimeter und das kleine etwa 10 Zentimeter lang. Manche Messer, die sogar mit Juwelen verziert sind, sind in der Tat zu kunsthandwerklichen Produkten geworden. Lhasa, Damxung, Lhaze, Yi’ong und Qamdo sind für die Herstellung von tibetischen Messern bekannt.

Tibetische Weihrauchstäbchen

Hier gibt es viele Sorten. Die bekanntesten und wertvollste Weihrauchstäbchen, Gorlog Nyinga genannt, werden von tibetischen Ärzten gemäß tibetischen medizinischen Büchern aus 25 verschiedenen medizinischen Zutaten angefertigt. Sie können vielen Infektions- und epidemischen Krankheiten vorbeugen.

 

Bauwesen

Seit 1959 hat die Zentralregierung eine große Anzahl von Arbeitern, Funktionären, Intellektuellen, Ingenieuren und Technikern aus allen anderen Landesteilen nach Tibet entsandt, um Tibet bei der Überwindung der Armut und Rückständigkeit zu helfen. Als Folge wurde der Städtebau in den Städten Lhasa, Xigaze und anderen Gebieten bemerkenswert verbessert. Auf dem „Dach der Welt“ ist eine Gruppe von modernen Bauten in stark ethnischem und lokalem Stil entstanden.

Mit der ständigen Vertiefung der Reform und Öffnung seit Mitte der 1980er sind immer mehr Fachkräfte und Baustoffe im großen Stil ins Bauwesen Tibets geströmt, so dass sich hier ein Wandel vollzogen hat und eine neue Entwicklungsstufe erklommen worden ist. In vielen neuen Bauten wurden gemischte Strukturen, die vor allem im Landesinnern benutzt wurden, genutzt, und bei der Renovierung alter Bauten wurden im Allgemeinen die tibetischen Holz- und Steinkonstruktionen beibehalten, um das originale Antlitz der alten Städte zu wahren. Bei der Projektierung wurde versucht, die moderne Baukunst mit dem lokalen Kolorit zu verbinden, damit die neuen Bauten sowohl einen stark tibetischen Stil als auch einen modernen Anstrich haben. 2004 belief sich der Wertzuwachs des Bauwesens in Tibet auf 4,218 Milliarden Yuan, ein Plus von 18,1 Prozent gegenüber 2003.

 

Anlageinvestitionen

Im Jahr 2004 betrugen die getätigten Anlageinvestitionen 16,844 Milliarden Yuan, ein Plus von 21,5 Prozent im Vergleich zu 2003. Davon waren 2,133 Milliarden Yuan die nichtstaatlichen Investitionen, ein Plus von 88,9 Prozent.

Die Anlageinvestitionen der staatseigenen Wirtschaftseinheiten beliefen sich auf 13,708 Milliarden Yuan, ein Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zu 2003; die der kollektiveigenen Wirtschaftseinheiten auf 120 Millionen Yuan, ein Minus von 49,6 Prozent; die der anderen Wirtschaftsformen auf 2,24 Milliarden Yuan, eine Zunahme um das 3fache; und die der Einzelpersonen auf 775 Millionen Yuan, eine Zunahme um das 1,6fache.

Die Investitionen in den Investbau beliefen sich auf 14,112 Milliarden Yuan, ein Plus von 18,1 Prozent im Vergleich zu 2003; die in die technische Erneuerung und Umgestaltung auf 834 Millionen Yuan, ein Minus von 10,9 Prozent; die in die Immobiliengeschäfte 681 Millionen Yuan, eine Zunahme um das 2,4fache; die in die anderen Sektoren auf 1,216 Milliarden Yuan, ein Plus von 57,1 Prozent.

Die tatsächlich genutzten Investitionen beliefen sich auf 17,943 Milliarden Yuan, ein Plus von 14,6 Prozent im Vergleich zu 2003. Davon stammten 10,17 Milliarden Yuan aus dem staatlichen Budgetfonds, ein Plus von 19,8 Prozent; 644 Millionen Yuan aus inländischen Krediten, ein Minus von 5,8 Prozent; 4,181 Milliarden Yuan aus der Selbstfinanzierung, ein Plus von 13,1 Prozent; und 2,44 Milliarden Yuan aus anderen Kanälen, ein Plus von 48,2 Prozent.

 

Binnenhandel

2004 betrug das gesamte Einzelhandelsvolumen von Konsumgütern 6,37 Milliarden Yuan, ein Plus von 9,3 Prozent im Vergleich zu 2003. Darunter erreichte der Einzelhandelsumsatz in den Städten 2,824 Milliarden Yuan, ein Plus von 8,3 Prozent; und der auf Kreisebene und darunter 3,545 Milliarden Yuan, ein Plus von 10 Prozent. Der Umsatz des Groß- und Einzelhandels belief sich auf 5,038 Milliarden Yuan, ein Plus von 8,2 Prozent; der der Gastronomie auf 970 Millionen Yuan, ein Plus von 18,7 Prozent; und der der anderen Branchen auf 362 Millionen Yuan, ein Plus von 2,1 Prozent.

Das Handelsvolumen an von allen Groß- und Einzelhandelsbetrieben mit einer Kapitalanlage über dem festgesetzten Limit verkauften Nahrungsmitteln, Getränken, Zigaretten und Spirituosen stieg um 68,7 Prozent gegenüber 2003; bei den Kleidungsstücken, Schuhen, Hüten und Textilien war ein Anstieg um 43,6 Prozent, bei den Erdölprodukten eine Zunahme um 50,9 Prozent und bei den Maschinen und elektrischen Geräten ein Anstieg um 47,2 Prozent zu verzeichnen.

 

Außenhandel und wirtschaftliche Kooperation

Aus dem Warenaustausch der Grenzbewohner und den kleinen Tauschgeschäften zwischen den Nachbarländern ist der Außenhandel Tibets zu einem großen Überseehandel geworden. Die Struktur der Exportprodukte haben sich verbessert, d.h. es werden nicht nur primäre Tierprodukte gehandelt, sondern auch fein bearbeitete Produkte. Der Exportmarkt ist von Indien und Nepal auf mehr als 20 Länder und Regionen, darunter u. a. Japan, die Republik Korea, Singapur, Hong Kong, Europa und Amerika, ausgedehnt.

2004 betrug das gesamte Im- und Exportvolumen Tibets 223,55 Millionen US-Dollar, ein Plus von 38,7 Prozent im Vergleich zu 2003. Davon belief sich das Exportvolumen auf 130,09 Millionen US-Dollar, ein Plus von 6,9 Prozent, und das Importvolumen auf 93,46 Millionen US-Dollar, eine Zunahme um das 1,4fache. Der Export Tibets zu Nepal belief sich auf 84,77 Millionen US-Dollar, ein Plus von 12,6 Prozent gegenüber 2003; der zu Hong Kong auf 23,04 Millionen US-Dollar, eine Zunahme um das 1,7fache gegenüber 2003; und der zu Indien auf 5,13 Millionen US-Dollar, ein Plus von 3,5 Prozent.

 

Grenzhandel

Das Autonome Gebiet Tibet befindet sich an der südwestlichen Grenze Chinas mit einem 343 500 Quadratkilometer großen Grenzgebiet, in dem 21 Grenzkreise und 104 Grenzgemeinden liegen. Entlang der Grenzlinie gibt es 312 Übergänge zur Außenwelt, davon werden 44 das ganze Jahr hindurch und der Rest saisonal eröffnet. Unter diesen Übergängen waren 184 zu Nepal, 85 zu Indien, 18 zu Bhutan, 8 zu Sikkim, 5 zu Myanmar und 12 zum Kaschmir-Gebiet.

Es gibt in Tibet 5 große Grenzübergangsstellen. Darunter ist Zham die Grenzübergangsstelle der ersten Klasse Chinas; Burang, Gyirong und Riwo sind die der zweiten Klasse. Zham, Gyirong und Riwo machen Geschäfte mit Nepal, während Burang hautsächlich Handel mit Indien und Nepal treibt. In alten Zeiten war Yadong ein Grenzübergang, der den Grenzhandel mit Indien, Bhutan und Sikkim betrieb. Bisher wird es jedoch noch nicht erneut eröffnet. In Tibet gibt es zudem 28 Grenzhandelsmärkte. Darüber hinaus zählt der Konggar-Flughafen in Lhasa zu den internationalen Flughäfen der ersten Klasse des Staates. 2004 belief sich das Im- und Exportvolumen des Grenzhandels in Tibet auf 90,52 Millionen US-Dollar, was 40,5 Prozent des gesamten Im- und Exportvolumens Tibets ausmachte, ein Plus von 16,7 Prozent im Vergleich zu 2003. Darunter betrug das Exportvolumen 85,63 Millionen US-Dollar, ein Plus von 18,3 Prozent, und das Importvolumen 4,89 Millionen US-Dollar, ein Minus von 5,2 Prozent.

 

Internationale Unterstützungsprojekte

Einige Staaten und internationale Organisationen haben nacheinander mit Tibet wirtschaftlich zusammengearbeitet bzw. internationale Unterstützungsprojekte in die Tat umgesetzt. Seit 1981 hat das Entwicklungshilfeprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) insgesamt 4 Millionen US-Dollar in den Bau des Erdwärme-Kraftwerks Yangbajain investiert; 1989 gewährte das UNO-Weltnährungsprogramm (UNWFP) für das umfassende Erschließungsprojekt der Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt der Bekämpfung von Dürre und der Verbesserung der Bewässerungsbedingungen in den vier Kreisen im Tal des Lhasa-Flusses finanzielle Hilfe. Inzwischen ist das Projekt vollständig in Betrieb genommen worden; das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat 3,215 Millionen US-Dollar für 10 Bauprojekte wie Sanitätsstationen für Frauen und Säuglinge zur Verfügung gestellt; mit 822 000 US-Dollar unterstützte das UNDP im Jahr 1995 landwirtschaftliche Projekte, den Bau von Wohnhäusern und Schulen und die Windenergie-Erzeugung sowie die Förderung des Handwerks in den vier Kreisen Nyalam, Tingri, Dinggye und Gyirong im Qomolangma-Naturschutzgebiet in Westtibet.

Das kommunale Rehabilitationsprogramm für behinderte Kinder Nach diesem im Jahr 2001 in Angriff genommenen Programm sind mit finanzieller Hilfe der Handicap International, einer internationalen Behindertenorganisation, und unter Anleitung der Rehabilitationsexperten, die von dieser Organisation entsandt wurden, 26 Fachkräfte, die behinderten Kindern bei der kommunalen Rehabilitation helfen, ausgebildet worden. Außerdem sind Ausbildungskurse für die Familienangehörigen von behinderten Kindern abgehalten worden. Auf diese Weise können sich behinderte Kinder zu Hause der Rehabilitationsbehandlung unterziehen. Bisher sind drei kommunale Rehabilitationszentren in den Gemeinden Ngaqen und Togde sowie dem Dorf Xingfu errichtet worden. Ferner wurden Pläne für langfristige Behandlungen und Dienstleistungen für behinderte Kinder und regelmäßige Bewertungen gemacht.

Prothesen- und orthopädisches Zentrum Die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet hat Geldmittel für die Einrichtung dieses Zentrums bereitgestellt und die Handicap International damit beauftragt, verschiedene Anlagen und Werkstoffe zur Ausbildung der tibetischen Fachkräfte für die Herstellung von Prothesen zu liefern. Seit der Durchführung dieses Programms im August 2001 sind 201 Behinderte mit 213 künstlichen Gliedern und anderen orthopädischen Artikeln ausgerüstet.

Die Kampagne „Sehvermögen Nr. 1, China-Aktion“ Im Mai 2004 wurde die zweite Phase der Kampagne „Sehvermögen Nr. 1, China-Aktion“ vom Chinesischen Behindertenverband und der Internationalen Löwen-Gesellschaft (Lion’s Club International) kooperativ in Angriff genommen. Nach dem Programm sollen jährlich medizinische Teams nach Tibet geschickt werden, um dort 2500 Patienten am Grauen Star zu operieren. Bis zum Jahr 2007 sollen alle vorhandenen Blinden, die durch den Grauen Star verursacht wurden, durch Operationen ihr Sehvermögen wiedererlangen. Gleichzeitig werden 18 Krankenhäusern auf Bezirks- und Kreisebene geholfen werden, je eine Augenkrankheitsabteilung einzurichten und 40 tibetische medizinische Fachkräfte für Augenkrankheiten auszubilden, wodurch ein „permanentes medizinisches Team“ in Tibet hinerlassen wird. Nach dem Programm sollen Kenntnisse über den Augenschutz und Vorbeugung von Augenkrankheiten verbreitet werden, damit das öffentliche Bewusstsein in diesem Bereich zu erhöhen. Aufgrund der ungünstigen natürlichen Faktoren wie der Höhenlage, des Sauerstoffmangels und der starken Sonneneinstrahlung gehört Tibet landesweit bzw. weltweit zu den Gebieten, wo der Graue Star mit hoher Rate Blindheit verursacht. Das Auftreten des Grauen Stars in Tibet ist etwa 60 Prozentpunkte höher als in den anderen Landesteilen.

 

Dienstleistungsorgane für Ausländer

Zollamt Lhasa

Das Zollamt Lhasa ist ein tibetisches Lokalorgan, das vom Hauptzollamt der Volksrepublik China eingerichtet wurde. Ihm unterstehen die Zollämter Xigaze, Nyalam, Shiquanhe und Gyirong, die ihre Vertretungen beim Postamt der Stadt Lhasa haben. Mit Genehmigung des Hauptzollamts hat das Zollamt Lhasa Zollstellen in Chengdu, Provinz Sichuan, und Golmud, Provinz Qinghai, eingerichtet, wo die für Tibet bestimmten Güter abgefertigt werden.

Das Zollamt Lhasa führt zwei Zollrechte durch: Die Richtlinien des Zollamts der Volksrepublik China über Ein- und Ausfuhrzoll und die Methoden des tibetischen Zollamts der Volksrepublik China über die Erhebung von Einfuhrzoll und deren Regeln für die Durchführung. Die in Tibet verkauften Waren werden vom Zollamt Lhasa gemäß der Tabelle über 21 Steuerposten und nach niedrigen Steuersätzen für das Autonome Gebiet besteuert. Güter, die nach anderen Landesteilen abgesetzt werden, sind in Übereinstimmung mit dem Zolltarif des nationalen Zollamts nachgeholt zu entrichten.

Prüfungsamt für Im- und Exportwaren des Autonomen Gebiets Tibet

Das Prüfungsamt hat Zweigstellen in Zham, Chengdu, Provinz Sichuan, und in Golmud, Provinz Qinghai, eingerichtet, um Im- und Exportwaren einer technischen Prüfung zu unterziehen.

Organe für Hygienekontrolle über Nahrungsmittel

Für die Hygienekontrolle über Nahrungsmittel wurden in Tibet über 80 Organe eingerichtet. Nach dem Nahrungsmittelhygienegesetz und dem Quarantänegesetz der VR China müssen seit dem 1. Juni 1992 alle nach Tibet eingeführten Nahrungsmittel von der dafür zuständigen Stelle in Lhasa kontrolliert und geprüft werden. Nur Nahrungsmittel mit einer Genehmigungsurkunde, die von der Hygienekontrollstelle Lhasa ausgestellt wird, dürfen im Autonomen Gebiet verkauft werden.

Quarantänestelle Lhasa für Tiere und Pflanzen

Der Quarantänestelle unterstehen Zweigstellen in Zham, Burang, Gyirong und Rutog, Quarantänestationen sind am Internationalen Flughafen Konggar und im internationalen Postamt Lhasa eingerichtet.

 

Banken und Versicherungswesen

Im Autonomen Gebiet Tibet ist ein modernes Finanzsystem entstanden, in dem die Zentralbank als Führung und die Chinesische Landwirtschaftsbank und die Chinesische Aufbaubank als Hauptstützen fungieren und die anderen Finanzinstitutionen auf verschiedenen Ebenen ihre eigene spezielle Rolle spielen. Im ganzen Gebiet gibt es rund 700 Finanzinstitutionen auf verschiedenen Ebenen und vier Versicherungsgesellschaften.

Am 2. Juli 1987 wurde die Tibet-Branche der Volksversicherungsgesellschaft Chinas offiziell eingeweiht. Da sich überall in Tibet hohe Berge und gefährliche Straßen befinden und das Verkehrswesen rückständig ist, nehmen die Kasko- und Unfallversicherung einen großen Anteil am gesamten Versicherungsgeschäft in diesem Gebiet ein. Ferner gibt es noch Unternehmensvermögens-, Gütertransports-, Viehzucht- und Bergsteigversicherung sowie Sicherheitsversicherung für Mittel- und Grundschüler.

Im Jahr 2004 belief sich die Summe der Versicherungsprämien aller Versicherungsgesellschaften auf 140 Millionen Yuan, ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zu 2003. Darunter betrug die Prämiensumme der Eigentumsversicherungen 24 Millionen Yuan, ein Plus von 51,9 Prozent gegenüber 2003; die der Kranken- und Unfallversicherungen 6,75 Millionen Yuan, ein Plus von 64,6 Prozent gegenüber 2003. Es wurde eine gesamte Schadenersatzsumme in Höhe von 54,34 Millionen Yuan als Wiedergutmachung in allen Versicherungsprogrammen gezahlt.